Montag, 15. Februar 2021

Meine Mutter ist an Corona gestorben

 Am 2. Februar 2021 ist meine Mutter auf Grund einer Corona Infektion gestorben. Sie war 94 Jahre alt und sie hatte sich im Pflegeheim mit dem Virus angesteckt. 

Es ist Freitagnachmittag der 30.01.2021 und ich bin zu Hause im Home Office, als mein privates Telefon klingelt. Als ich sah, dass meine Nichte anruft, habe ich mir gleich gedacht, dass etwas mit meiner Mutter sein würde. Man hatte bei ihr vor über zwei Wochen festgestellt, dass sie sich mit Corona angesteckt hatte und sie war bereits seit fast einer Woche im Krankenhaus Bünde auf der Corona Isolierstation.

Meine Nichte berichtete mir, dass es meiner Mutter sehr schlecht gehen würde und das sie wahrscheinlich in den nächsten Tagen sterben würde. Sie durfte meine Mutter besuchen, obwohl sie auf der Corona Isolierstation war, was ein Zeichen ist, dass es langsam zu Ende gehen würde. Sie fragte mich, ob ich sie vielleicht nicht noch besuchen möchte und ob ich zu ihr fahren möchte. Meine Nichte lebt im Landkreis Herford, was über 600 Km von mir entfernt liegt. Ich habe mich darauf hin kurz entschlossen, am nächsten Tag dort hin zu fahren. Vorher musste ich allerdings noch Urlaub im Büro beantragen, was zum Glück kein Problem darstellte. Ich beantragte erst mal Urlaub bis zum Mittwoch der darauf folgenden Woche.

Am Samstag Morgen bin ich früh aufgestanden, habe meinen Koffer gepackt und bin auch sehr früh los gefahren. Die Fahrt nach Norddeutschland verlief sehr gut. Es war nicht viel Verkehr, auch der LKW-Verkehr war weniger als unter der Woche und so bin ich nach ca. 6 Stunden Fahrt bei meiner Nichte angekommen. Nach einer kurzen Ruhepause und einer Kleinigkeit zu Essen, sind wir beide dann am Nachmittag gegen 15 Uhr zu meiner Mutter ins Krankenhaus gefahren. Ich hatte ziemlich gemischte Gefühle dabei. Wie würde sie aussehen? Würde sie uns noch erkennen? 

Als wir im Krankenhaus ankamen, musste man sich erst einmal registrieren. Man musste einen Fragebogen ausfüllen und nur wenn man selbst gesund war, durfte man auf die Station. Meine Nichte war am Vortag  das erste Mal bei meiner Mutter gewesen und sie kannte deshalb das Prozedere. Vor der Coronastation, musste man klingeln, um die Station betreten zu können. Nach ein paar Minuten des Wartens wurde uns geöffnet und wir gingen vor das Zimmer, in dem meine Mutter lag. Wir mussten, bevor wir das Zimmer betreten durften, eine FFP3 Maske (ohne Ventil) aufsetzen, dann ein paar Handschuhe, dann einen Schutzkittel, dann noch ein paar Handschuhe, die über die Bündchen an den Ärmeln des Schutzkittel gehen sollten, dann ein Häubchen zum Schutz der Haare und über das Häubchen ein Gesichtsvisier. So geschützt betraten wir in das Zimmer.

Meine Mutter war alleine im Zimmer. Ihr Bett stand am Fenster und als ich das Zimmer betrat, hörte ich sie jammern. Sie hatte wohl Schmerzen und man sah und hörte es, dass sie sehr schlecht Luft bekam. Man hatte bei ihr, nachdem sie ins Krankenhaus gekommen war eine Lungenentzündung diagnostiziert und man hatte die Tage zuvor versucht, diese mit Antibiotika und Cortison zu behandeln. Nachdem die Behandlung leider keinen Erfolgt zeigte, hatte man die Behandlung abgebrochen. Meine Mutter wollte keine lebensverlängernde Maßnahmen, als sie ins Krankenhaus gekommen war. Damals, war sie noch klar und konnte ihren Willen klar äußern. Deshalb kam sie auch nicht auf die Intensivstation und wurde nicht künstlich beatmet. Zudem hatte ich das Gefühl, dass seit dem sie die Rückenschmerzen hatte, den Willen zu Leben verloren hatte. Sie hatte ein Leben lang Rückenschmerzen, weil sie als Kind einmal beim Rutschen auf Eis, ausgerutsch war und sich auf den Steiß gesetzt hatte. Dabei hatte sich ein Wirbel verschoben, der dazu führte, dass sie seit dem immer mehr oder weniger Schmerzen hatte. Diese sind erst besser geworden, als sie 2016 schon einmal einen Wirbelbruch hatte und dieser dann operiert wurde. Nach der Op, waren die Rückenschmerzen größtenteils weg und sie konnte ein paar schmerzfreie Jahre erleben. Vor ein paar Wochen begann sie über starke Rückenschmerzen zu klagen und ich merkte, bei den Telefongesprächen mit ihr, dass sie dem Leben überdrüssig war, obwohl sie gut in der Familie meiner Nichte eingebunden war und sie, sich sehr fürsorglich um sie gekümmert hat. Vielleicht lag es auch daran, dass schon seit ein paar Wochen kein Besuch mehr möglich war, die Schmerzen und der Tod meines Vaters im Sommer 2020, alles zusammen zu dem Verlust des Lebenswillen geführt hat.

Jetzt als ich sie nach über einem halben Jahr das erste Mal wieder sah, war ich schockiert, wie schwer sie atmete und wie sie leiden musste. Ich musste mit den Tränen kämpfen. Meine Mutter so zu sehen, tat unheimlich weh und ich empfand es einfach nur frustrierend, daneben stehen zu müssen und Nichts für sie tun zu können, außer ihre Hand zu halten und ihr das Gefühl zu geben, dass da jemand ist, der sich um sie sorgt. Sie erkannte mich und meine Nichte und sagte ein paar Worte, bevor sie wieder jammernd hinwegdöste. Sie klagte bereits seit ein paar Monaten über starke Rückenschmerzen und man hat dann vor ein paar Wochen bei ihr einen Wirbelbruch auf Grund von Osteoporose diagnostiziert. Sie bekam deswegen auch schon vor dem Krankenhaus starke Schmerzmittel und jetzt bekam sie Morphium. Meine Nichte betätigte die Klingel und bat die darauf erscheinende Krankenpflegerin, ob man meiner Mutter vielleicht nicht noch eine weitere Morphiumspritze geben könnte. Einige Minuten später, kam dann auch die Pflegerin wieder und gab meiner Mutter eine Spritze.

Meine Nichte und ich blieben etwas über eine Stunde bei meiner Mutter. Vor dem Verlassen des Zimmers musste man den Kittel, zusammen mit dem ersten Paar Handschuhe ausziehen. Dann musste man die verbleibenden Handschuhe desinfizieren. Vor dem Zimmer konnte man dann das Visier und das Häubchen ablegen, danach noch die FFP3 Maske und zum Schluss die Handschuhe. Jetzt konnte ich wieder meine eigene FFP2 Maske aufsetzen und wir verließen das Krankenhaus wieder.

Wir besuchten meine Mutter am Sonntag, am Montag und am Dienstag. Ich konnte deutlich sehen, dass es meiner Mutter von Tag zu Tag schlechter ging. Am Sonntag hat sie uns das letzte Mal wahrgenommen. Am Montag war sie nicht mehr wach und am Dienstag sah man, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis es zu Ende gehen würde. So war es dann auch. Am Dienstagabend kam dann der Anruf vom Krankenhaus, dass sie es überstanden hatte. Als meine Nichte mir die Nachricht überbrachte, lag ich schon im Bett. Ich bin darauf hin noch mal aufgestanden und meine Nichte und ich haben uns darauf hin erst mal in die Arme genommen. Ich habe mir auf der einen Seite unheimlich traurig gefühlt und auf der anderen Seite, sehr erleichtert, aber auch irgendwie gefreut, dass das Leiden meiner Mutter endlich ein Ende gefunden hat. Nachdem wir uns ein paar Minuten in den Armen gehalten haben, haben wir uns noch eine Weile unterhalten, bevor ich wieder in mein Bett gegangen bin. 

Ich hatte schon am Dienstag mit meinem Chef im Büro geklärt, dass ich bis Ende der Woche meinen Urlaub verlängern würde und so war es auch kein Problem, dass ich am nächsten Tag, zusammen mit meiner Nichte zum Bestatter fahren konnte. Es war der gleiche Bestatter wie schon im Juni bei meinem Vater. Am Donnerstag sind wir dann zusammen in Pflegeheim gefahren und haben dort das Zimmer meiner Mutter ausgeräumt. Was wir dort mitgenommen haben, war nicht mehr viel. Es waren hauptsächlich die Bilder meines Vater, die noch im Zimmer meiner Mutter hingen und ein paar persönliche Sachen. Die Kleidung haben wir dem Pflegeheim gespendet. Es war irgendwie traurig, aber es hat mich weniger emotional berührt, als die Tage zuvor, als wir an dem Pflegeheim vorbei gefahren sind und ich immer daran denken musste, dass dort  das Zimmer meiner Mutter war und das sie dort das letzte Jahr gelebt hat.

Am Freitag bin ich dann wieder nach Hause an den Bodensee gefahren, wo ich auch gut angekommen bin. Es war gut, dass ich die paar Tage vor ihrem Tod  bei meiner Mutter sein konnte, auch wenn ich gerne auf diese Erfahrung verzichtet hätte. Es hat mir geholfen  mich von ihr zu verabschieden und ich hoffe, dass sie in ihrer nächsten Existenz, gute Umstände findet und es ihr gut gehen mag (Ja, ich glaube an Wiedergeburt und an die Lehre Buddhas). Die Beerdigung wird erst gegen Ostern stattfinden und sie wird in dem Urnengrab in Friedrichshafen beigesetzt werden, wo auch schon mein Vater und mein Bruder beigesetzt wurden. Ich hoffe, dass es dann wieder möglich sein wird, dass man sich in einem gewissen Maß auch über die Grenzen der eigenen Familie hinweg treffen kann.

Das meine Mutter gestorben ist, empfinde ich als sehr traurig, aber das dies irgendwann passieren würde, war mir bewusst. Vor allem, wenn ich ihr Alter berücksichtige und ihre Vorerkrankungen, finde ich es eher ein Wunder, dass sie 94 Jahre alt geworden ist und sie und ich das Glück hatten, dass wir die letzten 57 Jahre gemeinsam in dieser Welt sein durften und das sie meine Mutter war.

Ich habe anlässlich des Todes meiner Mutter einen kurzen Vlog aufgenommen, den ihr euch hier anschauen könnt -> Vlog 14.02.2021 - Meine Mutter ist an Corona gestorben

Freitag, 1. Januar 2021

Alles Gute für 2021

 Ich wünsche allen Leserinnen meines Blogs, meinen Zuschauerinnen meines YouTube-Kanals und Abonnentinnen meines Podcasts ein gutes neues Jahr 2021. Ich wünsche euch das ihr gesund bleibt oder ihr eure Gesundheit wieder erlangen könnt. Möge es ein in allen Belangen gutes Jahr werden.

Eure Michaela

Montag, 20. April 2020

Vlog und Podcast zur Corona Krise

Am Samstag war ich ein wenig am See spazieren und ich habe dabei einen Vlog aufgenommen, in dem ich kurz darüber spreche, wie ich mich gerade in der Corona-Krise fühle und wie ich damit umgehe.



Am Sonntag habe ich eine neue Folge meines Podcasts aufgenommen, wo ich etwas ausführlicher über meinen Umgang mit der Corona-Krise spreche und wie ich mich dabei fühle.



Wie geht ihr mit der Krise um? Mich würde sehr interessieren, wie ihr das ganze verarbeitet und wie es euch dabei geht.

Dienstag, 24. März 2020

Probleme mit dem Darm

Letzte Woche war ich ein paar Tage krank, weil ich immer wieder mal sehr heftige Bauchschmerzen hatte. Als diese Bauchschmerzen begannen, fühlte es sich erst mal so an, als ob ich eine Gallenkolik hätte. Dabei habe ich ja schon die Gallenblase, mit Gallensteinen, vor ca. 1 1/2 Jahren entfernen lassen (siehe: "Die Gallensteine sind raus"). Seit dem hatte ich auch fast keine Bauchschmerzen mehr, außer letztes Jahr noch bevor ich nach Japan geflogen bin und dann im Dezember noch mal und dann jetzt seit Ende Januar immer wieder mal. Wie gesagt, es fühlte sich an als ob ich eine Gallenkolik hätte und ich habe gelesen, dass sich Gallensteine auch in den Gallengängen bilden können, auch wenn die Gallenblase entfernt wurde.

Mein Verdacht war also, dass sich so ein kleiner Stein in den Gallengängen gebildet haben könnte, denn ich hatte nicht nur Koliken, sondern auch einen ganz unangenehmen Druck im rechten Oberbauch, so eben, wie damals mit den Gallensteinen. Mein Hausarzt hat mich deshalb zur Sonographie geschickt und hat mir Blut abgenommen. Zur Sonographie war ich letzte Woche. Dabei wurde letztendlich nichts gefunden, ebenso wie im Blut. Ich muss dazu sagen, dass ich seit Samstag vor der Sonographie, dieses Druckgefühl nicht mehr habe, aber immer noch Bauchschmerzen. Meine Vermutung: Sollte ein kleiner Stein im Gallengang gesteckt haben, ist er am Samstag abgegangen, denn ich habe einmal ein leichtes Stechen dort an der Stelle gespürt und danach wurde auch das Druckgefühl besser. Der Arzt der die Sonographie durchführte, hat mich dann zur MRCP geschickt, um ganz sicher zu gehen, dass wirklich kein Stein in den Gallengängen steckt.

Die MRT mit Kontrastmitteln hatte ich dann einen Tag später und dabei wurde zum Glück nichts gefunden. Da ich am Tag vor der Sonographie, wieder extreme Schmerzen hatte, hat mir der Arzt empfohlen, ich solle doch auch einen Gastroentherologen aufsuchen, was ich direkt im Anschluss zu der Untersuchung getan habe.

Den Termin beim Gastroentherologen hatte ich dann auch direkt vor der MRCP. Allerdings war dies erst mal ein Vorgespräch, denn die eigentliche Untersuchung, eine Darmspiegelung, war dann auf den Montag morgen die Woche darauf angesetzt. Vor der Koloskopie musste ich am Tag davor eine Darmreinigung durchführen, vor der ich ehrlich gesagt, mehr Angst als vor der Darmspiegelung selbst hatte. Ich bin da glaube ich, noch von der Darmreinigung vor meiner GaOP traumatisiert. Zum Glück war es dann doch nicht ganz so schlimm wie damals, aber dafür war mein Darm auch nicht ganz so sauber, wie damals.

Die Darmspiegelung verlief recht Problemlos. Ich bekam eine leichte Narkose mit Propofol und als ich wach geworden bin, war auch die Koloskopie zu Ende. Klar, ich durfte an dem Tag nicht Auto fahren, so das ich mit dem Taxi hin und zurück fahren musste. Die Koloskopie hat zum Glück nichts erbracht. Jedenfalls wurde kein Darmkrebs, kein Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa festgestellt. Es wurde ein Polyp entfernt und mehrere Proben entnommen. Auf die Auswertung der Hystologie warte ich noch.

Es freut mich, dass ich keine ernsthaften Probleme mit meinem Darm habe, aber anderseits ist es auch sehr frustrierend, wenn ich keinen Namen zu den Schmerzen habe. Es läuft wohl auf einen Reizdarm hinaus und ich werde jetzt die nächsten Wochen versuchen, herauszufinden, wie ich die Probleme wieder weg bekomme, bzw. sie sich bessern lassen. Es kann sein, dass die Tatsache, dass meine Eltern jetzt im Pflegeheim sind und die Zeit davor mich mehr psychisch belastet hat, als ich mir eingestehen wollte. Dazu kommt, dass es bei mir im Büro ein paar Umstrukturierungen gibt, die mich zwar nicht direkt betreffen, mich aber auch nicht ganz ungerührt lassen. Weiterhin kommt, die allgemeine Unsicherheit durch die Corona-Krise, die mich natürlich auch beschäftigt. Wahrscheinlich kommen einfach ein paar Dinge zusammen, die mich psychisch mehr belasten als sonst und die mir doch mehr aus machen, als ich anfangs eingestehen wollte.

Ich werde jetzt also erst mal versuchen, herauszufinden, ob ich irgendwelche Nahrungsmittel nicht vertrage. Außerdem werde ich mich jetzt wieder vermehrt versuchen mit Hilfe einiger Entspannungstechniken, zu entspannen und so den unbewussten Stress, los zu lassen.

Das ich Durchfall und Bauchweh habe, kenne ich seit meiner Kindheit. Ich hatte damals oft, sehr heftige Bauchschmerzen, manchmal so schlimme, dass ich nicht stehen konnte. Allerdings bin ich damals nicht zum Arzt gegangen. Damals, vor über 40 Jahren, gab es auch noch nicht, diese Untersuchungsmöglichkeiten wie heute. Es gab kein Ultraschall, keine Darmspiegelung, geschweige denn ein MRT und meine Eltern haben es auch nicht als so ernst erachtet, dass sie mich zum Arzt geschickt hätten. Irgendwann waren die Schmerzen weg. Gelegentlich hatte ich dann zwar immer wieder mal Durchfall, aber so starke Schmerzen, wie die, der letzten Wochen, kenne ich sonst nur von den Gallenkoliken her. Natürlich war die Gallenkolik von den Scherzen sehr viel heftiger. Wenn die Gallenkolik eine 10 auf der Schmerzskala ist, dann waren die Schmerzen, die ich letztens hatte eine 7 oder eine 8. Ich stand mindestens 2x kurz davor, den Notarzt zu rufen. Zum Glück sind die Schmerzen dann immer wieder zurück gegangen. Immerhin weiß ich was ich tun kann, damit die Schmerzen nachlassen und ich habe auch entsprechende Medikamente zu Hause, die ich in so einem Fall nehmen kann. Manchmal hilft auch einfach nur eine Wärmflasche.

Der Supergau ist natürlich, wenn ich solche Scherzen im Büro bekomme, was mir auch schon ein paar mal passiert ist. Da hilft mir dann meistens nur noch eins, ein Medikament nehmen, das den Darm entspannt und hoffen, dass es schnell wirkt und viel trinken. Notfalls muss ich dann schnell nach Hause fahren und mich hin legen und eine Wärmflasche auf meinen Bauch legen. Bis jetzt hat dies dann immer geholfen.

Alles in Allem, hoffe ich, das sich das alles beruhigt, denn mit den Bauchschmerzen, ist es mir fast nicht möglich ein normales Leben zu führen. Die letzten Wochen, habe ich mich schon gar nicht  mehr getraut, etwas zu unternehmen (als das noch möglich war). Von daher, ist die jetzige Situation für mich, gar nicht so schlecht, denn ich muss mich nicht dafür entschuldigen, dass ich zu Hause bleibe. Natürlich hoffe ich auch, dass die Corona-Krise, bald vorüber ist und ich dann auch wieder mehr unternehmen kann und ich keine Schmerzen mehr bekomme, denn die ganze Zeit zu Hause zu verbringen, geht mir mit der Zeit doch auf den Geist.

Montag, 27. Januar 2020

Wenn die eigenen Eltern alt werden

Meine Eltern sind inzwischen beide über 90 Jahre alt und in den letzten Jahren, konnte ich mit ansehen, wie sich ihr Gesundheitszustand langsam verschlechterte. Der tiefgreifendste Einschnitt im Leben meiner Eltern war vor vier Jahren, als meine Mutter über so starke Rückenschmerzen klagte, so das sie sich ins Krankenhaus hat einweisen lassen. Das meine Mutter, diesen Schritt gewagt hat, zeugt davon, dass die Schmerzen die sie hatte, außerordentlich stark gewesen sein müssen.

Als sie im Krankenhaus war, wurde damals ein Wirbelbruch wegen Osteoporose diagnostiziert. Meine Mutter war damals über drei Monate im Krankenhaus und anschließend auch noch in einer Reha und damals sah es so aus, als ob meine Mutter in Zukunft komplett auf fremde Hilfe angewiesen sei. Zum Glück war es dann doch nicht so schlimm, aber sie ist seit dem doch auf Hilfe angewiesen. Diese hat seit damals mein Vater größten Teils geleistet, sowie die katholische Sozialstation und teilweise ich und meine Nichte.

Mein Vater konnte damals vor vier Jahren noch ohne Rolator gehen. Er hat zwar einen Stock benötigt, aber er war doch sehr viel beweglicher als meine Mutter. Dies hat sich dann aber die letzten vier Jahre ganz langsam dahin gehend geändert, dass meine Mutter zum Schluss fast besser zu Fuß war, als mein Vater. Gerade die letzten Wochen vor Weihnachten, konnte man sehen, dass mein Vater am Limit war und er dringend auch Hilfe benötigte. Ich habe damals begonnen, für meinen Vater, Pflege zu beantragen. die auch bewilligt wurde.

Über die Weihnachtsfeiertage passierte es dann, dass mein Vater stürzte und sich dabei am Hinterkopf verletzte. Im Nachhinein, war wahrscheinlich nicht die Verletzung der Grund, weshalb er am nächsten Tag nicht mehr auf die Beine kam, sondern es stellte sich im laufe der nächsten Woche heraus, dass er einen Harnwegsinfekt und ein Magengeschwür hatte. Beides zusammen, so meine Vermutung, war wohl der Grund für seine allgemeine Schwäche, die dann zu dem Sturz geführt hat. Allerdings bedeutete dies einen weiteren Wendepunkt im Leben meiner Eltern. Mein Vater konnte nicht mehr zu Hause gepflegt werden, denn er kann nicht mehr gehen und hat noch einige weitere Beeinträchtigungen, die dazu führten, dass diese Hilfe nur fachgerecht geleistet werden kann, wenn er in einem Pflegeheim betreut wird. So war es dann meine Aufgabe, erst mal für meinen Vater einen entsprechenden Pflegeplatz zu finden. Dies stellte sich allerdings als äußerst schwierig heraus, denn in der Nähe sind keine Plätze frei. Ich war schon froh, dass ich übergangsweise einen Platz zur Kurzzeitpflege gefunden hatte. Meine Nichte, die in der Nähe von Bielefeld lebt, meinte irgendwann einmal, dass bei ihr in der Nähe ein Pflegeheim ganz neu aufgemacht hätte und ob sie dort nicht mal fragen solle ob ein Platz frei sei. Das tat sie dann auch und es waren sogar so viele Plätze frei, dass auch ein Platz für meine Mutter möglich wäre.

Ab dem Zeitpunkt, als das mit meinem Vater passierte, habe ich meine Mutter täglich betreut. Zum Glück war gerade Weihnachtsurlaub, denn normalerweise muss ich arbeiten gehen. Meine Nichte, meine Mutter und ich, haben uns dann kurzfristig dazu entschlossen, die Möglichkeit, dass meine Eltern zusammen in ein Pflegeheim, in der Nähe meiner Nichte ziehen können, wahrzunehmen. So stand dann am 10. Januar der Umzug meiner Eltern an, allerdings musste vorher noch einiges erledigt werden und es ist auch jetzt noch einiges zu tun.

Für mich war diese Zeit sehr schwierig, da ich doch sehr an meinen Eltern hänge. Ich bin sehr froh, dass sie noch leben und das sie beide noch einigermaßen gesund sind. Mir wäre es zwar schon lieber gewesen, wenn sie in der Nähe von Friedrichshafen einen Pflegeplatz gefunden hätten, aber hier in der Nähe ist, wie schon geschrieben, alles belegt und man hätte sie nur auf eine Warteliste setzen lassen können. Das Pflegeheim, wo sie jetzt sind, ist sehr schön. Es ist sehr geräumig, sehr hell und es hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht. Ich hoffe, meine Eltern können dort noch einige schöne Jahre verbringen, denn so wie es davor war, konnte es nicht weiter gehen. Allerdings hatte sich mein Vater immer gegen ein Pflegeheim ausgesprochen. Ich kann seine Angst auf der einen Seite verstehen, bedeutet, der Gang in ein Pflegeheim doch, dass man einen Großteil seiner Freiheiten aufgibt. Aber andererseits waren meine Eltern zum Schluss so eingeschränkt, dass ich der Ansicht bin, dass sie jetzt im Pflegeheim sehr viel mehr Freiheit haben als zu Hause und vor allem Lebensqualität gewonnen haben.

Ich habe für mich jedenfalls beschlossen, dass ich, wenn ich in das entsprechende Alter komme, mich rechtzeitig nach einem Pflegeplatz umschauen werde und dann vielleicht auch die Möglichkeit habe, in das Heim gehen zu können, das ich mir ausgesucht habe, doch bis es soweit ist, hoffe ich noch einige interessante Dinge erleben zu dürfen. Außerdem werde ich mich weiter bemühen, so fit wie möglich zu werden und mich bemühen, dies so lange wie möglich auch zu bleiben, damit ich so lange, wie möglich ein selbst bestimmtes Leben führen kann.

Mittwoch, 27. November 2019

Tokio 2019

APA Hotel Gyoenmae
Im Oktober war ich zwei Wochen in Tokio. Ich berichte hier kurz über meine Erlebnisse und wie ich den Taifun Hagibis in Tokio erlebt habe.

Im Oktober war ich das zweite Mal in Japan, genauer gesagt war ich wieder in Tokio. Wie schon vor zwei Jahren, war ich wieder im Stadtteil Shinjuku. Allerdings war ich in einem anderem Hotel, als das letzte Mal und das Hotel war auch auf der anderen Seite der Bahnlinie die durch Shinjuku verläuft.

Anreise


Der Flug verlief reibungslos, so wie ich es von der Lufthansa erwartete. Der Flug dauerte etwas über 11 Stunden und ich konnte dieses Mal während des Fluges, dank Ohrstöpsel, sogar ein wenig schlafen. Die Einreiseformalitäten waren wie schon beim letzten Mal sehr unkompliziert und dauerten nicht lange. Für den Transfer vom Flughafen Haneda zum Bahnhof Shinjuku nutzte ich einen Bus. Diese Art des Transfers ist meiner Meinung nach die bequemste und billigste Variante. Die Fahrt durch die Stadt dauerte ca. 45 Minuten. In Shinjuku angekommen, nahm ich dann mein Gepäck und ging zu Fuß zum Hotel, was ca. 20 Minuten gedauert hat. Da die Sonne schien und es ziemlich warm war, bin ich dabei ein wenig ins Schwitzen geraten. Ich bin so gegen 14.30 Uhr im APA Hotel Gyoenmae angekommen, was bedeutete, dass ich eine halbe Stunde zu früh für den Check-in im Hotel war. Eigentlich hätte ich erst ab 15.00 Uhr einchecken können, aber die halbe Stunde zu früh, war kein Problem, denn ich konnte mein Zimmer sofort beziehen. Dort habe ich dann erst mal geduscht und mir was frisches angezogen, denn immerhin war ich jetzt über 24 Stunden auf den Beinen und dank des Spazierganges zum Hotel auch wieder munter.

Das Hotel


Hotelzimmer
Mein Zimmer war ähnlich groß, wie schon das Hotelzimmer vor zwei Jahren. Es hatte ein großes Bett, einen Fernseher, einen Schreibtisch sowie Dusche und WC. Es hatte keinen Schrank, so dass ich aus dem Koffer leben musste, was aber kein Problem war. Es hatte ein Fenster, das ich aber nur einen kleinen Spalt öffnen konnte. Aus dem Fenster konnte man nicht hinaus schauen, denn das Glas war aus geriffelten Milchglas, das mit feinen Drahtfäden verstärkt war. Das Bad sah genauso aus, wie in dem Hotel vor zwei Jahren, nur mit dem einen Unterschied, dass die Toilettenbrille nicht beheizbar war. Mein Zimmer lag im 9 Stock und es hatte insgesamt 14 Stockwerke. Das Hotel hatte ein eigenes Restaurant, in dem ich dann auch am ersten Abend etwas gegessen habe. Ich bin am ersten Abend früh ins Bett gegangen. Immerhin wurde es schon um 17 Uhr dunkel und ich hatte die Nacht zuvor nicht so viel geschlafen.

Der erste Tag


Senso-ji
Am nächsten Tag bin ich nach dem Frühstück zuerst zum Meiji-Schrein gegangen und habe mir dort einen neuen Glücksbringer (Omamori) gekauft. Vom Meiji-Schrein bin ich danach zum Yoyogi-Park gegangen, der direkt neben dem Meiji-Schrein liegt. Dort war ich nicht lange, ich habe mich nur ganz kurz umgeschaut und bin dann anschließend mit der U-Bahn weiter nach Asakusa gefahren und habe den Senso-ji aufgesucht. Dort habe ich mir noch ein paar Glücksbringer gekauft und habe eine Kleinigkeit gegessen. In Asakusa gibt es sehr viel zu entdecken, so habe ich unter anderem dort ein Eulencafe besucht, welches ich schon vor zwei Jahren in einer der Einkaufsstrassen entdeckt hatte.

Auf dem Rückweg ins Hotel, ist mir dann noch der Akku des W-Lan Routers ausgegangen, so dass ich unterwegs kein Internet mehr auf meinem iPhone hatte. Zum Glück war ich zu dem Zeitpunkt schon wieder in Shinjuku. Dummerweise, war ich auf der Seite des Bahnhofs, wo ich zuvor noch nie war, so dass ich ein wenig herumgeirrt bin, bis ich den Weg zurück ins Hotel gefunden habe. Dort angekommen, war ich für den ersten Tag ziemlich fertig. Der Jet-Lag hat mir dann doch noch etwas ausgemacht. Ich bin deshalb auch wieder recht früh ins Bett und habe die Nacht auch sehr gut geschlafen, wie ich alle Nächte in Tokio sehr gut geschlafen habe.

Taifun Hagibis


Am Morgen vor dem Taifun
Ich habe schon vor dem Abflug mitbekommen, dass ein Taifun angekündigt war. Dieser sollte am Samstag auf Tokio treffen. Im japanischen Fernsehen, wurde mit sehr ausführlichen Sendungen über die Gefahren des Taifuns berichtet. Das ganze hat mich natürlich sehr betrüblich gestimmt. Immerhin bedeutete dies, dass ich einen Tag meines Aufenthaltes abschreiben konnte und das Hotel nicht verlassen können würde. Ich habe also bevor der Taifun am Samstag kommen würde noch den Donnerstag und den Freitag gehabt, an denen ich mir etwas in der Stadt anschauen konnte. Am Samstag Morgen war es schon ziemlich windig und sehr regnerisch. Die ansonsten sehr belebte Strasse vor dem Hotel war ziemlich menschenleer, aber die drei Konbinis, die ich vom Hotel aus sehen konnte, waren alle noch geöffnet. Deshalb habe ich mir gedacht, dass das mit dem Taifun vielleicht doch nicht so schlimm kommen würde, wie vorhergesagt, also habe ich mir nach dem Frühstück einen Regenschirm geschnappt und wollte bis zum Starbucks  in der gleichen Strasse gehen. Ich bin aber nicht sehr weit gegangen, denn nach nur wenigen Metern, war meine Hose und meine Schuhe nass, also bin ich wieder umgedreht und habe darauf hin den Rest des Tages in meinem Zimmer verbracht. Ich bin zwar zu Mittag einmal mit dem Fahrstuhl nach unten gefahren und habe im Hotelrestaurant eine Kleinigkeit gegessen, aber sonst habe ich mich nicht getraut den Fahrstuhl zu benutzen. Das Hotel hat kein Treppenhaus, sondern nur Notfalltreppen im Freien. Wenn man also nach unten wollte, musste ich einen der drei Fahrstühle benutzen und mir war das Risiko, dass während des Taifuns ein Stromausfall passiert und ich darauf hin im Fahrstuhl stecken bleibe würde zu groß. Also bin ich im Zimmer geblieben.

Am Abend, bevor der Taifun seine größte Stärke erreichen würde, verspürte ich plötzlich ein leichtes Wanken des Hotels und ich hatte einen leichten Panikanfall. Vor dem Wanken hatte ich Jogginghosen und Sweatshirt an. Als ich das Wanken verspürte, wusste ich erst nicht, ob dies von einem der Windböen kam und das Hotel ins Wackeln versetzt hat, oder ob es ein leichtes Erdbeben war. Ich habe mich darauf vor lauter Panik erst mal richtig angezogen, für den Fall, dass das Hotel doch evakuiert werden sollte. Ich hatte mir auch die Tage vorher, einen kleinen Vorrat an Wasserflaschen zugelegt und im Kühlschrank hatte ich drei Onigiri, für den Fall, dass ich einen Tag nichts zu Essen bekommen würde. Ich war dann fast bis Mitternacht komplett angezogen auf meinem Bett und wartete, daß der Sturm nachlassen würde. Er hat dann gegen 22.30 Uhr nachgelassen und ich wusste erst nicht ob es nur das Auge des Taifuns ist oder ob wirklich alles vorbei sei. Es war dann zum Glück alles vorbei und ich wagte es dann mich im Nachtgewand zum Schlafen ins Bett zu legen.

Nach dem Taifun


Der Tag nach dem Taifun
Am nächsten Tag schien die Sonne und von den Verwüstungen war in Shinjuku zum Glück nichts zu sehen. Es hat keinen Stromausfall gegeben und das einzige, das anders war, war, dass die Strassen sehr ruhig waren. Ich bin am Morgen nach dem Taifun durch die Strassen von Shinjuku gewandert und es war alles erstaunlich ruhig. Ich habe nur ein paar kaputte Regenschirme in ein paar Ecken liegen sehen, die U-Bahn hatte noch ihren Dienst eingestellt und die Geschäfte hatten alle noch geschlossen. Die meisten Geschäfte machten jedoch gegen Mittag wieder auf. Auch der Park hinter dem Hotel hat erst um 14.00 Uhr geöffnet. Dies war auch der Tag, an dem ich am meisten zu Fuß  während meines Aufenthaltes in Tokio, gegangen bin. Nach dem Schrittzähler meiner Apple Watch, habe ich an diesem Tag 29.332 Schritte gemacht und bin 17,1 Kilometer gegangen. Ich bin am Nachmittag, durch den Gyoen Park zum Meiji-Schrein gegangen und von dort mit der U-Bahn nach Shibuja gefahren, habe dort im Starbucks meinen geliebten Matcha Frappuchino getrunken und bin dann wieder am frühen Abend zu meinem Hotel zurück gekommen. Da es sehr warm war und ich auch ziemlich ins Schwitzen gekommen bin, war das glaube ich dann auch Auslöser für die Erkältung, ich mir darauf hin eingefangen habe.

Odaiba - Gundam


Am Montag nach dem Taifun, war das Wetter nicht mehr so schön wie noch am Sonntag und ich bin mit leichten Halsschmerzen aufgewacht. Da es regnete, dachte ich mir, es wäre ganz gut, wenn ich etwas unternehmen würde, wo ich nicht im Freien unterwegs sein muss. Ich bin also nach Odaiba gefahren und habe dort den riesigen Gundam vor dem "Diver City" Kaufhaus gesucht. Zuerst habe ich mich trotz Navi verlaufen und ich wollte schon unverrichteter Dinge, wieder zurück fahren, als ich dann doch den Kopf des Gundam sah und ich somit wusste, wo ich hin gehen musste. Der Gundam ist beeindruckend groß und auch die Gundam Base, die im obersten Stock des Kaufhauses liegt, vor dem die Statue steht, ist auch sehr beeindruckend groß. Hier finden glaube ich, die Fans dieser Animeserie, alles, was das Herz höher schlagen lässt. Ich bin jetzt nicht der Gundam Fan, aber ich glaube, man sollte die Statue einmal gesehen haben. Außerdem bietet das Kaufhaus noch mehr, als nur die Gundam Base, so dass man hier einen ganze Weile verbringen kann, wenn mal schlechtes Wetter ist. Viel mehr von Odaiba habe ich dann allerdings nicht besucht, denn mir hat Odaiba nicht gefallen. Es sieht sehr eintönig und sehr modern aus. Es erinnerte mich ein wenig an "Tatis herrliche Zeiten" und dementsprechend, könnte Odaiba auch ein Vorort von Paris oder Madrid oder einer anderen Stadt der Welt sein.

Sehenswürdigkeiten


Die nächsten Tage habe ich mir dann noch einige der Sehenswürdigkeiten angeschaut, so bin ich einmal durch die Einkaufsstrasse Ameyoko neben dem Bahnhof von Ueno gegangen und habe mir dort einen Rucksack gekauft; dann war ich im Hie-Schrein, war im Nezu Museum, bin nochmal durch die Takeshita-Street gegangen und habe ein Crepe gegessen, war nochmal in Akihabara, im Zojoji Tempel und dem daneben liegenden Tokyo Tower, war in Asakusa und habe eine Rikscha Tour gemacht und habe eine Flussrundfahrt auf dem Sumida gemacht. Nur an einem Tag musste ich leider im Hotelzimmer bleiben, denn die Erkältung, die ich mir eingefangen hatte, hat mich dann doch flach gelegt. Am letzten Tag war ich dann noch mal auf dem Tokio Metropolitan Goverment Building, von wo aus man einen sehr schönen Blick auf Shinjuku und die angrenzenden Stadtbezirke hat.

Fazit und Ausblick 

Mir hat der Urlaub sehr gut gefallen und ich hoffe, ich kann bald wieder nach Japan reisen. Leider war dieser Urlaub sehr teuer. Im Vergleich zu dem Urlaub von vor zwei Jahren, hat er mich gute EUR 1.000,-- mehr gekostet. Der Flug hat EUR 400,-- mehr und das Hotel hat gute EUR 500,-- mehr zu Buche geschlagen. Dabei war das Hotel kein Luxushotel, sondern ein ganz einfaches Hotel auf dem Niveau eines Ibis-Hotels. Sollte ich nächstes Jahr wieder nach Tokio reisen, würde ich wahrscheinlich versuchen, wieder in dem Ibis-Hotel in Shinjuku unterzukommen wo ich vor zwei Jahren schon einmal war, aber ich möchte, falls ich nächstes Jahr tatsächlich nach Japan reisen sollte, dann doch lieber erst mal nach Osaka reisen. Vielleicht ist es aber auch besser, nächstes Jahr nicht nach Japan zu reisen, denn 2020 finden in Tokio die Olympischen Sommerspiele statt und es ist, glaube ich, mit sehr vielen Touristen zu rechnen, was wahrscheinlich auch die Preise sehr stark in die Höhe treiben wird. Während meines Aufenthaltes fand gleichzeitig die Rugby Weltmeisterschaft in Japan statt und ich vermute mal, dass dies einer der Gründe war, weshalb alles ein wenig teurer war, als vor zwei Jahren. Ich habe jedenfalls noch ein wenig Zeit, bis ich mich entscheide, ob ich 2020 nach Japan reisen werde oder vielleicht doch wo anders hin gehen werde. Taiwan wäre auch noch ein interessantes Reiseziel, wie ich finde. Ob ich nächstes Jahr verreisen werde, kann ich also im Augenblick noch nicht sagen. Vielleicht ergibt sich ja auch noch eine andere Option, mal sehen.

Die Reise im Freischnauze Podcast


Wenn du mehr über meine Reise nach Tokio erfahren möchtest, so kann ich dir die 142. Folge des Freischnauze Podcasts empfehlen "FS-142: Michaelas Reise nach Tokio", in der ich mich mit meiner Freundin Jeanette über meinen Aufenthalt in Tokio unterhalte.



Nachtrag (17.02.2020): Inzwischen habe ich auch ein kurzes YouTube-Video über meinen Aufenthalt in Tokio produziert.




Dienstag, 17. September 2019

Barcamp Stuttgart 2019

Letztes Wochenende (13.09.2019 - 15.09.2019) war das Barcamp Stuttgart. Es war das dritte Mal, dass ich bei diesem Barcamp teilgenommen habe. Das letzte Mal war ich 2016 dort. Es sind also drei Jahre vergangen, seit ich das letzte Mal im Hospitalhof in Stuttgart war und ich kann mich noch sehr gut an dieses Barcamp erinnern (siehe "Barcamp Stuttgart 2016"). Ich hatte mich zwar letztes Jahr auch angemeldet, aber mir ging es letztes Jahr zu dem Zeitpunkt nicht sonderlich gut, so das ich meine Anmeldung habe verfallen lassen. Dieses Jahr geht es mir wesentlich besser und so konnte ich mit Freuden zu dem Barcamp fahren.

Anreise


Ich bin dieses Jahr, das erste Mal, nach langer Zeit mal wieder mit dem Zug gefahren. Meine Überlegung dazu war, dass ich, falls ich mit dem Auto fahren würde, ich nicht nur das Benzin zu den Fahrtkosten rechne, sondern auch noch die Parkgebühren, die Fahrt mit der Bahn sehr viel billiger ist, als wenn ich selbst mit dem Auto nach Stuttgart gefahren wäre. Außerdem war die Fahrt nicht so anstrengend, als wenn ich selbst gefahren wäre.
Die Rückfahrt fand ich ein wenig unbequem, denn ich habe den Fehler gemacht, dass ich mir einen Sitz in einen der Sitzreihen ausgesucht hatte und ich musste feststellen, dass die Sitze sehr sehr eng sind. Da waren selbst die Sitze im Flixbus besser und ich hätte mehr Beinfreiheit gehabt, als bei der Bahn, genauer gesagt, mit der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH, die auf der Südbahn, doppelstöckige Waggons einsetzt. Wie gesagt, ich hatte keine Beinfreiheit und ich kann die Fahrt, dort nur empfehlen, wenn man sich nicht in eine der normalen Sitzreihen des Großraumabteils setzt oder man ist etwas kleiner, als ich es bin. Ansonsten verlief die Hin- und Rückfahrt sehr entspannt und ich bin gut nach Stuttgart und auch wieder nach Hause nach Friedrichshafen gekommen.

Vorabendtreffen


Das Barcamp beginnt, wie schon die letzten Male, bereits am Freitagabend, mit dem Vorabendtreffen. Hier gibt es noch keine Sessions, sondern, das Treffen dient einfach nur dazu, sich ein wenig kennen zu lernen und vielleicht diejenigen Personen wieder zu treffen, die man schon von anderen ähnlichen Events her kennt. Dieses Mal war das Vorabendtreffen im Hospitalhof und wir haben von Jan, dem Organisator des Barcamps, einen Gutschein über EUR 10,-- bekommen, mit dem wir uns etwas zu Essen in der Yuícery holen konnten. Mir hat das Essen sehr gut geschmeckt und ich war auch sehr von dem Erdnußeis begeistert, das ich mir etwas später noch gegönnt habe. Auch die anderen Eissorten, die dort angeboten wurden waren sehr lecker, jedenfalls diejenigen, die ich neben dem Erdnusseis ausprobiert habe. Alle Sachen in der Yuícery sind übrigens vegan.

1. Tag


Der erste Tag des Barcamps begann, wie gewohnt mit einem Frühstück. Anschließend kam die Vorstellungsrunde und im Anschluss daran, die Sessionvorstellung. Die erste Session startete dann um 11.30 Uhr und direkt nach der ersten Session war dann auch schon das Mittagessen.

Eine der ersten Sessions, an der ich teilgenommen habe, ging der Frage nach, ob Religion noch notwendig sei und ob sie in der heutigen Zeit nicht überholt ist. Die Diskussionsrunde fand ich sehr interessant, vor allem, weil es neben einigen AtheisteInnen und AgnostikerInnen auch einige gläubige Menschen gab, darunter sogar einen evangelischen Pfarrer. Dementsprechend, war die Diskussion sehr lebhaft. Natürlich war es nicht möglich, in einer 3/4 Stunde, alle Aspekte dieses Themas abzuhandeln, aber mir hat die Diskussionsrunde sehr gut gefallen und es war eine gute Möglichkeit, einige neue Aspekte für mich mitnehmen zu können.

Eine weitere Session, die mir gut in Erinnerung geblieben ist, war eine Session, die sich mit dem Thema Rassismus und Diskriminierung auseinander setzte. Die Session hieß glaube ich "Alte weiße Männer" und hat mir einige neue Sichtweisen vermitteln können. Ich habe dabei gemerkt, dass ich leider nicht ganz frei vom Alltagsrassismus bin  und ich mich noch ein wenig besser über das Thema informieren muss. Gerade diskriminierende Ausdrücke und Äußerungen, merkt man glaube ich erst dann, dass sie diskriminierend sind, wenn man selbst betroffen ist. Da ich selbst einer Minderheit angehöre, die oft und gerne diskriminiert wird, möchte ich natürlich niemanden anderen selbst diskriminieren. Das ist manchmal nicht einfach, denn es erfordert, gewohnte Denkmuster zu verlassen und die Sprache und Ansichten, die man verinnerlicht hat zu hinterfragen und diese zu ändern.

2. Tag


Der zweite Tag begann wieder mit einem Frühstück und dann wieder mit einer Sessionvorstellungsrunde. Eine der Sessions, an der ich teilgenommen habe, vermittelte ein paar Tipps, wie man ganz legal an günstige Fahrten mit der Bahn kommt. Der Vortragende hat seine Erkenntnisse auch als eBook veröffentlicht. Das Buch heißt "Günstig Bahn fahren" (amazon-affiliate Link) und vermittelt einige Erkenntnisse, die der Autor und Vortragende, selbst im Umgang mit den unterschiedlichen Buchungsportalen der Bahn, gemacht hat. So erfährt man z.B., dass die Buchung einer Sitzplatzreservierung auf dem Portal der Tschechischen Staatsbahn bzw. der ÖBB, billiger sein kann, als wenn man das auf dem Portal der DB macht.

Das Thema Elektromobilität, war natürlich auch auf dem Barcamp ein Thema. So hat der Hauptsponsor des Barcamps über seine Erfahrungen mit Elektromobilität gesprochen. Er besitzt seit ein paar Jahren einen Tesla und ich fand, seine Schilderungen sehr aufschlussreich. Ich bin schon seit einiger Zeit am überlegen, ob ich mir als nächstes Auto, nicht doch ein Elektroauto zulegen soll. Leider ist dies zur Zeit für mich keine wirkliche Option, da ich zur Zeit noch keine Möglichkeit habe, ein Elektroauto in meiner Tiefgarage laden zu lassen. Ich hoffe aber, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern wird, entweder weil die Eigentümerversammlung sich dem Thema annimmt und die notwendige Infrastruktur aufbauen lässt oder sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen ändern und die Eigentümer der Wohnanlage, in der ich wohne gezwungen werden die Infrastruktur bereit stellen zu lassen. Da ich selbst eine der Eigentümerinnen bin, werde ich dieses Thema bei der nächsten Eigentümerversammlung auf die Tagesordnung bringen und mal schauen, wie die Reaktionen darauf sind.

Fazit


Das Barcamp Stuttgart war wieder mal eine schöne und inspirierende Abwechslung vom Alltag. Es hat mir sehr gut getan, nette Menschen zu treffen, bei dem ich meistens das Gefühl hatte, dass wir auf der selben Wellenlänge liegen. Neben den Sessions, finde ich diesen Austausch als sehr wichtig und gibt mir Kraft den Alltag zu bestehen. Ich möchte gerne noch mehr Barcamps oder ähnliche Veranstaltungen besuchen. Ich werde mal schauen, was sich demnächst anbietet und was ich mir leisten kann.

Warst du auch schon einmal auf einem Barcamp? Wenn ja auf welchen und wie hat es dir gefallen? Welche Barcamps kannst du mir empfehlen? Ich kenne bis jetzt nur das Barcamp Bodensee und Stuttgart. Ähnliche Veranstaltungen mit sehr viel mehr TeilnehmerInnen wären noch die re:publica und der Chaos Communication Congress, die ich beide kenne.