Sonntag, 26. Juni 2011

Doppelinterview bei Freiburg



Drei Damen mit Hund
Drei Damen mit Hund
Ursprünglich hochgeladen von Michaela-W
Am Samstag haben Farah und ich zwei neue Interviews führen können. Monika Strub aus Vörstetten hatte uns am Freitag über Facebook angeschrieben und so haben wir ganz kurzfristig ein Interviewtermin mit ihr ausgemacht. Monika hat uns darauf hin angeboten, ihre Cousine zu fragen, ob sie uns auch ein Interview geben würde. Monikas Cousine, Ricarda ist ebenfalls transident und wohnt ebenfalls in der Nähe von Freiburg.

Monika berichtet in dem Gespräch mit Farah über ihre Gefühle, die sie dazu bewogen hat, den Geschlechtsrollenwechsel durchzuführen. Monika hat sich während ihrer Ausbildung als Gesundheits- und Krankepflegerin geoutet und konnte auf Grund ihres Leidensdrucks ihre Ausbildung nicht mit Erfolg zu Ende führen. Sie hat damals nach ihrem Outing Ablehnung und Mobbing erfahren müssen, ganz besonders von den festangestellten Pflegekräften auf Station.
Sie berichtet auch über ihre Erfahrungen, die sie in Discos hatte, als sie noch nicht so weiblich aussah, wie jetzt und welche Reaktionen sie bei ihrem Gegenüber auslöste. Durch die Hormontherapie, die sie seit einigen Jahren durchführt, ist ihr Erscheinungsbild sehr viel weiblicher geworden, so daß sie jetzt nur noch durch ihre Größe und ihre Stimme von dem "normalen" weiblichen Rollenklischee abweicht. Ihre Stimme ist zwar etwas dunkel, aber meinem Empfinden nach wirkt ihre Stimme nicht unweiblich, wie empfindet ihr das?
Monika berichtet auch über ihren politischen Gesinnungswechsel, sie war früher mal Mitglied bei der NPD und hat diese Partei dann verlassen, weil ihr unter anderem die homophoben Tendenzen und die Intoleranz nicht passten. Ein paar Jahre später als sie schon als Frau lebte, ist sie in die Partei "Die Linke" eingetreten. Sie hat in ihrem Leben also schon zwei extreme Wendungen vollzogen, einmal politisch gesehen von Rechts nach Links und geschlechtsspezifisch vom "Mann" zur "Frau, wobei letzteres ja eigentlich kein Wechsel darstellt, denn Monika war schon immer eine Frau, nur daß sie eben lange Zeit versucht hat, in der Geschlechtsrolle aufzutreten, die man ihr durch ihre ursprünglichen körperlichen Merkmale zuschrieb. Monika ist sehr offen und möchte mit den Mitmenschen ins Gespräch kommen und diese Offenheit zeigt sich auch in ihrem Wechsel ihrer politischen Aktivitäten. Monika war bei der letzten Landtagswahl Kandidatin für die Partei "Die Linke" und engagiert sich in der Sozialpolitik. Sie möchte, daß alle Menschen gleiche Bildungschancen haben und menschenwürdig behandelt werden. Sie ist in der Landesarbeitsgemeinschaft Queer tätig, eine Arbeitsgemeinschaft der Linkspartei, die u.a. bei der Organisation von CSDs mitwirkt, Aufklärung für mehr Toleranz und gegen Homophobie betreibt und sich für die Rechte von Frauen einsetzt.
Partnerschaft ist für transidente Menschen oft schwierig und dies berichtet auch Monika. Sie hofft natürlich, wie die meisten Menschen die alleine leben darauf, einmal den oder die passende Partner(in) zu finden.
Monika hat einen eigenen Blog und sie kann über diesen Blog auch angeschrieben werden. Die Adresse zu dem Blog lautet: monikastrub.wordpress.com.

Monika hat schon mehrfach Medienerfahrungen machen können und wurde schon mehrmals interviewt. Sie hat Farah nach dem Interview erzählt, daß sie sich bei diesem sehr wohl gefühlt hat, weil sie sich erstmals mit einer ebenfalls transidenten Moderatorin unterhalten konnte und sich auch verstanden gefühlt hat.


Farah im Gespräch mit Monika Strub, 26.06.2011
auf dem YouTube-Kanal von Menschen dieser Erde


Nach dem Interview mit Monika sind wir in ein Lokal gefahren, um dort Ricarda Strack interviewen zu können. Ricarda ist die Cousine von Monika und hat erst einen Tag zuvor Geburtstag gehabt. Ricarda Strack ist, wie der Name vermuten läßt, weitläufig mit dem berühmten Schauspieler Günter Strack verwandt. Sie hat ein bis jetzt sehr bewegtes Leben hinter sich in dem sie immer wieder versucht hat, ihre Weiblichkeit zu leben, auch wenn es ihr die Gesellschaft nicht erlaubte bzw. die Arbeitsplatzsituation nicht ermöglichte. Sie berichtet, z.B. über ihre Tätigkeit als Schweisserin in einem grossen Stahlwerk im Ruhrgebiet, wo sie als transidente Frau, in einer 100 Mann Dusche zusammen mit anderen Männern duschen musste, weil es keine Duschen für Frauen gab. Sie hatte damals bereits Brustimplantate und wurde von ihren Arbeitskollegen derartig sexuell angegangen und gemobbt, daß sie sich die Implantete wieder heraus nehmen lies, damit sie von ihren Kollegen nicht mehr angemacht wird. Ricarda hat noch mehr solcher Erlebnisse in ihrem Leben machen müssen, denn sie hat oft in typischen Männerberufen gearbeitet. Sie hat immer ihre Weiblichkeit gefühlt und zu sich gestanden und versucht, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Sie ist eine sehr offene und natürliche Person. Ricarda ist vor ein paar Jahren wieder in die Nähe von Freiburg gezogen, wo sie sich jetzt auf einem Reiterhof um Pferde kümmert.


Farah im Gespräch mit Ricarda Strack, 25.06.2011
auf dem YouTube-Kanal von Menschen dieser Erde

Samstag, 25. Juni 2011

Warten auf mein Chromebook



In meinem Beitrag "Ist die Cloud die Zukunft?" hatte ich ja erwähnt, daß ich mir ein Chromebook bei Amazon bestellt hatte. Als ich damals die Bestellung aufgab, hat Amazon als Lieferdatum den 27. Juni genannt. Seit Freitag ist das Chromebook nun offiziell auf dem Markt, aber es scheint wohl Lieferschwierigkeiten zu geben, denn ich habe gerade von Amazon die Nachricht erhalten, daß das wahrscheinliche Lieferdatum jetzt der 13. Juli sei. Ich weiß nicht, wieso man überhaupt ein Lieferdatum benennt, wenn man es dann nicht einhalten kann. Die Händler könnten doch einfach schreiben, daß sie in den nächsten Wochen damit rechnen, daß sie die Ware bekommen und das die Nachfrage so groß ist, daß es zu Lieferengpässen kommt. Ich weiß jetzt natürlich nicht ob die Nachfrage so groß ist oder es von vornherein Lieferschwierigkeiten sind, die diese Verzögerung bei meiner Bestellung verursachen. Letztendlich ist mir das auch egal, denn ich empfinde es als sehr unangenehm und ärgerlich, wenn einem etwas versprochen wird und dann nicht eingehalten wird, zudem in den Medien darüber berichtet wird, daß das Chromebook jetzt erhältlich ist. Immerhin ist Amazon so ehrlich und informiert seine Kunden so schnell wie möglich über entsprechende Lieferverzögerungen. Trotzdem fühle ich mich bei dieser Vorgehensweise der Händler und Hersteller irgendwie, als wenn ich betrogen worden wäre.

Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich die Bestellung aufrecht erhalten soll oder die Bestellung stornieren soll. Ich kann mir das ja die nächsten 3 Wochen noch überlegen. Vielleicht ist mein Zorn bis dahin verraucht. Jedenfalls wird es erst mal so schnell keinen Testbereicht über das Chromebook (Samsung) von Google geben, schade.

Dienstag, 21. Juni 2011

Mein Blog hat jetzt eine eigene Domäne



Ich freue mich, euch mitteilen zu können, daß mein Blog jetzt eine eigene Domäne hat und unter folgender Adresse zu erreichen ist:

michaela bodensee blog blogspot

Die bisherigen Adressen sind natürlich weiterhin gültig. Es ist nur eine Weiterleitung von der hier vorgestellten URL auf die URL des Blogs bei Blogspot ( http://michaela-bodensee.blogspot.com ) eingerichtet.

Ich habe mir diesen Luxus geleistet, weil ich denke, daß es einfacher ist, diese URL in einem Gespräch anzugeben oder in einem Video zu zeigen und diese Adresse auch einfacher zu merken ist, als die URL bei Blogspot. Jedenfalls geht es mir so und ich habe schon mehrfach bei anderen beobachtet, daß für sie eine Internetadresse grundsätzlich mit www beginnt. Ich glaube einfach, daß diese Adresse eingängiger und den Erwartungen der meisten Internetbenutzer eher entsprich, als die Blogspotadresse. Was haltet ihr von dieser Idee? Mich würde es sehr interessieren, was ihr für eine Meinung dazu habt.

Montag, 20. Juni 2011

Gastbeitrag von Farah: That´s what friends are for...


Farah Moderatorin und Reporterin
Liebe Leserinnen und Leser von Michaelas Blog,

ich melde mich heute mit einem hoffentlich nicht zu langen :-) Text zurück. Meine Kolumne bzw. meine Gastbeiträge in diesem Forum werden einige von euch ja noch kennen.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen, die hier regelmäßig einen Beitrag leisten, u. a. durch anregende Kritik, liebevolle Wertschätzung oder das Schauen der zahlreichen Videos auf Michaelas YouTube – Kanal.

Unser Engagement ist durch eure Unterstützung bzw. eure Hilfe so erfolgreich geworden.
Mehrere Videos haben die 10000-Zuschauer-Marke überschritten. Das am häufigsten angeschaute Video hat es bis jetzt auf über 34000 Klicks geschafft. Ich finde diese Zahlen spiegeln eine unglaubliche Erfolgsgeschichte wieder:
Wer hätte gedacht, dass Michaela und ich mit unserer Aufklärungsarbeit bzw. unserem Einsatz für die Menschenrechte von transidenten Mitbürgern und Mitbürgerinnen so viel bewegen und so viele Menschen auf der ganzen Welt erreichen ?
Die Antwort: Vor drei Jahren wohl kaum jemand.
Außer unseren Freunden, die immer an uns geglaubt haben, die uns beraten, unterstützt oder auch einfach mal den Kopf gewaschen haben wenn eine Frau namens Farah, auch bekannt als Deutschlands erste transidente Moderatorin und Reporterin ;-) in den „Starhimmel“ abgehoben ist und Michaela vor lauter Sorgen und Ängsten einfach mal Zuspruch nötig hatte.

Unsere Freunde, die oft durch das Schicksal mehrfach herausgefordert wurden und selbst als (transidente) Frauen bzw. Männer ihren Alltag meistern haben uns immer beigestanden und dafür möchte ich euch an dieser Stelle DANKESCHÖN sagen.

Ich habe erkannt, dass ich längst ein reiches, glückliches, zufriedenes und erfülltes Leben leben darf, weil es euch gibt :-)

Herzliche Grüße sendet euch eure Freundin Farah

Anmerkung von mir (Michaela): Alle bisherigen Gastbeiträge von Farah könnt ihr über diesen Link hier erreichen -> Farahs Gastbeiträge

Sonntag, 19. Juni 2011

Hörbuchrezension: Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel von Alan Bradley



Mord ist kein Kinderspiel von Alan Bradley
Mord ist kein Kinderspiel von Alan Bradley ist das neueste Hörbuch, in dem Flavia de Luce ihre Ermittlungen aufnimmt. Flavia begegnet zufällig Nialla, der Gehilfin von Rupert Porson von Porsons Puppenbühne. Sie und Rupert sind in Bishop's Lacey gestrandet, weil ihr Gefährt einen Motorschaden hat. Es stellt sich heraus, das Rupert ein berühmter Puppenspieler ist und um die Reperatur ihres Transporters bezahlen zu können werden schnell unter Mitwirkung des Vikkars zwei Vorführungen der Puppenbühne im Gemeindesaal der Kirche vereinbart. Flavia ist bei den Vorbereitungen behilflich und freundet sich mit Nialla an. Flavia beobachtet bei den Vorbereitungen vor der Aufführung einige interessante Dinge, so z.B. daß Rupert Porson, Gordon Ingleby kennt, einen Bauer in der Nähe von Bishop's Lacey. Weiterhin beobachtet sie, daß Gordon Ingleby im Wald Hanf anbaut und Gordon einer der Abnehmer des Krautes zu sein scheint. Als am Abend er Vorführung Rupert Porson tot von der Bühne fällt, nimmt Flavia de Luce ihre Ermittlungen auf und kommt vielen Geheimnissen rund um den Tod des Puppenspielers auf die Spur. Auch wenn es in Bishop's Lacey friedlich aussieht, ist hinter der friedlichen Fassade nicht ganz so friedlich und harmonisch.

Das Hörbuch wird, wie schon die letzte Geschichte von Andrea Sawatzki gesprochen. Die Stimme von Andrea Sawatzki verleiht dem Hörbuch leben und erschafft eine Welt, in die man gerne eintaucht, jedenfalls geht es mir so. Ich habe dieses Hörbuch jetzt schon zum 2. Mal angehört und ich finde die Stimme paßt einfach zu der Geschichte um Flavia de Luce. Auch wenn Andrea Sawatzki die Stimmen von alten Männern versucht zu sprechen, so kann ich ihr das abnehmen und empfinde es als sehr gelungen. Wie gesagt, mir hat der 2. Fall von Flavia sehr gut gefallen und ich kann dieses Höhrbuch nur weiter empfehlen. Wie schon im ersten Buch von Alan Bradley wird hier wieder eine etwas morbide und altertümliche Atmosphäre erschaffen, die mir sehr gut gefällt. Auch das Flavia erst 10 Jahre alt ist, wird hier glaubhaft erzählt und auch die kleinen Nebenhandlungen, die sich entlang der Kriminalgeschichte entwickeln sind spannend und entwickeln die Charaktere des Buches weiter. Man muß nicht unbedingt den ersten Teil mit Flavia "Mord im Gurkenbeet" gelesen oder gehört haben, um diese Geschichte zu verstehen. Beide Kriminalstücke sind in sich abgeschlossen, aber natürlich werden gewisse Ereignisse und Begebnheiten hier im 2. Buch wieder aufgegriffen und erwähnt. Vor allem die Zwistigkeiten mit Flavias Schwestern werden hier weiter ausgetragen. Flavia hat sich eine sehr exquisite Möglichkeit ausgedacht sich an ihrer Schwester Feely zu rächen. Auch die finanziellen Probleme die ihr Vater zu haben scheint spielen wieder eine Rolle und werden erwähnt und ich bin schon sehr auf den nächsten Band mit Flavia de Luce gespannt, in dem hoffentlich geklärt wird, ob die Familie ihren Familiensitz auf Buckshaw halten kann oder ob sie ihn verkaufen muß.



Mir hat das Hörbuch wie gesagt sehr gut gefallen und ich gebe dem Hörbuch 5 von 5 möglichen Kopfhörern, auch wenn ich normalerweise bei gekürzten Hörbüchern immer einen Punkt abziehe kann ich es diesmal nicht tun, denn ich muß gestehen, ich bin ein Fan von Flavia und ich würde mich nicht wundern, wenn nicht eines Tages ihre Geschichten auch im Kino erscheinen würden. Selbstverständlich ist Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel* auch bei www.audible.de* als download erhältlich. Ich habe mir das Hörbuch dort herunter geladen und habe es über meinen iPod Touch angehört.

Der nächste Band soll im Oktober 2011 erscheinen und trägt den Titel "Halunken, Tod und Teufel"* und kann bereits bei Amazon vorbestellt werden. Ich freue mich schon sehr auf das nächste Buch von Alan Bradley mit Flavia de Luce und ich werde mir das Buch sicher vorbestellen, damit es es dann auch gleich bekomme, wenn es heraus kommt und ich werde es dann wohl auch lesen und nicht als Hörbuch anhören.

Ich habe auch noch einen kurzen Podcast aufgenommen, in dem ich versuche meine Begeisterung für das Hörbuch zum Ausdruck zu bringen, ausserdem lese ich am Ende noch das Gedicht von Sir Walter Raleigh vor, das ganz am Anfang des Buches steht. Hört es euch an, es lohnt sich:

Hörbuchrezension: Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel von Alan Bradley (mp3)
Hörbuchrezension: Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel von Alan Bradley 
auf dem audioboo-Kanal von Michaela

Am besten meinen Podcast bequem in iTunes abonnieren, keine Folge verpassen und immer frisch dabei.

*Affiliate-Link, wenn du dort drauf klickst und auf der entsprechenden Web-Seite etwas bestellst, bekomme ich eine kleine Provision, die dich nichts extra kostet.

Samstag, 18. Juni 2011

Farah Covergirl



Farah Covergirl by Michaela-W
Farah Covergirl, a photo by Michaela-W on Flickr.

Farah und ich haben letztens ein kleines Fotoshooting gemacht und eines der Fotos, das dabei entstanden ist, ist das Foto, das ihr hier seht. Dieses Schwarzweißfoto ist meiner Meinung nach eines der besten Bilder aus der Serie. Uns hat das Fotoshooting sehr viel Spaß gemacht und Farah war dabei sehr kreativ. Sie hat sogar ein Motto dazu gefunden, "Farah gibt der Welt ein Herz". Schaut mal auf Farahs Facebookprofil, dann seht ihr, wieso dieses Motto passt. Solltest du noch nicht mit Farah auf facebook befreundet sein, so stelle doch eine Freundesanfrage, sie wird sich sicher sehr darüber freuen.

Farah hat sich die Tage mit diesem Porträtfoto bei der Zeitschrift Freundin als Covergirl beworben. Sollte Farah ausgewählt werden, wäre sie die erste transidente Frau, die auf einem Cover einer großen deutschen Zeitschrift erscheinen würde. Das wäre doch etwas revolutionäres . Ich hoffe es klappt, denn es würde zeigen, daß transidente Menschen in der Mitte der Gesellschaft leben und sich auch nicht zu verstecken brauchen. Die Berichterstattung über uns ist zwar in den letzten Jahren besser geworden, aber es ist noch einiges, das im allgemeinen Sprachgebrauch einfach unschön und manchmal auch verletzend ist. 

Farah ist ja schon seit einigen Jahren auf vielen Ebenen bemüht Aufklärungsarbeit zu leisten, aber sie bemüht sich auch ganz konkret einzelnen Betroffenen zu helfen. Ihre Ausbildung als Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin kommt ihr da sehr zu Gute. Erst diese Woche konnte sie mit viel Engagement einer transidenten Frau bei wichtigen Entscheidungen über ihr zukünftiges Leben helfen.

Auch unser Videoprojekt "Transgender Interviews", in dem Farah transidente Personen interviewt, ist ein Teil ihrer Bemühungen, bei dem ich auch einen kleinen Teil beitragen darf. Wir beide sind sehr stolz auf das, was wir bis jetzt erreicht haben und ich hoffe, daß wir noch einiges bewegen können. Leider ist unser Team chronisch unterbesetzt und unterfinanziert, weshalb wir uns über jedwede Unterstützung freuen würden. Solltes du dich also dich angesprochen fühlen und uns in irgendeiner Form helfen wollen, so schreibe mir einfach (lkosn@yahoo.de).

Donnerstag, 16. Juni 2011

Ist die Cloud die Zukunft ?


Vor etwas über 10 Jahren hatte schon einmal jemand die Idee des Netzcomputers. Es war, wenn ich mich richtig erinnere, der Chef von Oracle. Damals schien mir die Idee, daß ich alle meine Daten, irgendwo in einem Rechenzentrum speichern sollte und daß ich selbst nicht mehr physisch darauf zugriff habe vollkommne absurd. Damals dachte ich mir, daß das vielleicht für Unternehmen interessant ist. Wenn ich mir die Nutzung meines Firmenrechners anschaue, dann könnte ich dabei auf eine große Festplatte verzichten. Die Programme und die Nutzungsdaten liegen meistens sowieso im Firmennetzwerk oder auf irgendwelchen Servern, zumindest bei mir.

Was mir damals als völlig widersinnig erschien, sieht für mich heute ganz anders aus. Damals hatte ich noch einen Internetzugang über Modem bzw. ISDN. Heute bin ich praktisch immer Online, egal ob ich zu Hause bin oder im Büro sitze. Damals war es praktisch nicht möglich grössere Datenmengen auf einen Server zu laden, ohne daß man selbst bei kleinen Fotos oder Musikstücken gleich eine halbe Stund hätte warten müssen. Es war damals auch unvorstellbar, daß ich Videos mit mehreren 100 MB größe auf eine Videoplattform hochladen könnte. Alleine die Datendurchsatzrate war ein limitierender Faktor für so etwas wie Cloud-Computing (was es de-facto heute ja auch noch ist). Inzwischen sieht die Sache ganz anders aus (solange man nicht auf dem Land wohnt). Die Möglichkeiten sind da so stark gewachsen, daß es mir inzwischen als durchaus praktikabel erscheint, für gewisse Anwendungen nicht auf meinen gewohnten Rechner zu setzen und vielleicht einen Rechner wie das Chromebook von Google zu nutzen. Nicht nur daß ich mich in den letzten Jahren an die bereits bestehenden Netzanwendungen gewöhnt habe, sondern auch deren Komfort, hat dazu beigetragen, bei mir einen Umdenkprozess einzuleiten.

Was sind denn nun die Vorteile, die ich am Cloud-Computing so reizvoll finde:
  • Die meiste Zeit nutze ich meinen Computer für Internetsachen
  • Die meisten Anwendungen im Internet erfordern keine große Ausstattung an Rechenenleistung
  • Rechenleistung, die ich eventuell einmal brauche, muß ich nicht auf Verdacht kaufen und nutze sie dann meistens aber doch nicht.
  • Ich muß mir keine Sorgen machen, daß meine Daten durch einen Virus oder einen Hardwareschaden verloren gehen.
  • Ich kann von überall auf der Welt, auf meine Daten zugreifen, sofern ich einen Internetanschluss habe.
  • Ich kann meine Daten eventuell auch mit anderen Personen Teilen und mit ihnen zusammen an einem Projekt über große räumliche Entfernung zusammenarbeiten.
  • Der Administrationsaufwand bezüglich meines Computers verringert sich.
  • Meine Energiekosten sinken eventuell für den Betrieb eines Computers bzw. Notebooks.
Diese Nachteile sehe ich im Cloud-Computing:
  • Ohne Internetanschluss komme ich nicht an meine Daten.
  • Manche Anwendungen sind zur Zeit noch nicht zufriedenstellend in der Wolke realisiert.
  • Das Arbeiten mit Anwendungen, die ein großes Datenvolumen mit sich ziehen, wie Videoschnitt, lassen sich ohne eine sehr sehr schnelle Internetanbindung nicht zufriedenstellend durchführen.
  • Es besteht die Gefahr, daß Unbefugte auf meine Daten zugreifen können. Ich muß mich auf die Sicherheitsmaßnahmen des Cloud-Betreibers verlassen, ebenso auf dessen Back-Up Lösungen.
  • Ich bin darauf angewiesen, daß der Cloud-Betreiber zu jeder Zeit verfügbar ist und seine Ausfallsicherheit  sehr hoch ist.
  • Je mehr Benutzer auf Cloud-Computing setzen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß die Datenrate meines Internetproviders in die Knie gehen kann und ich auf meine Anwendung warten muß.
  • Die Energiekosten steigen für den Betrieb der Serverfarmen und der Internetleitungen.
Wenn ich hier von Daten rede, dann meine ich natürlich alle Arten von Daten. Es kann sich dabei um Musik, Videos, Textdateien, Fotos, Datenbanken, Geschäftsanwendungen usw. handeln., auch überschneiden sich so manche Vor- und Nachteile natürlich. Diese Aufzählung ist sicher nicht vollständig und ich würde mich auch interessieren, was ihr von Cloud-Computing haltet. Mein Fazit jedenfalls lautet, daß ich dem Ganzen eher positiv gegenüber stehe. Mir macht es nichts aus, daß manche meiner Daten, auf Servern von Goolge, Flickr oder Apple liegen. Man kann mich vielleicht etwas zu vertrauensseelig bezeichnen, wenn ich sage, daß ich diesen Firmen vertraue und ich davon ausgehe, daß sie meine Daten auch so behandeln, daß ausser mir sonst niemand darauf zugreift. Mir ist schon klar, daß rein theoretisch jeder Adminstrator meine Sachen einsehen könnte, aber ich denke, daß das so wie mit den Postkarten ist. Postkarten können zwar auch rein theoretisch von einem Postboten oder Briefverteile gelesen werden, aber er macht es normalerweise nicht, weil er gar keine Zeit dazu hat und in seinem Leben schon so viele Postkarten in Händen gehalten hat, daß ihm das auch nicht mehr interessiert (Ich spreche aus Erfahrung, ich habe vor einigen Jahren mehrmals als Briefzustellerin in den Semseterferien gearbeitet). Für mich überwiegen die Vorteile den Nachteilen. Da ich erfahrunggemäss die meiste Zeit des Tages sowieso in irgendeiner Weise online bin und auch bis jetzt, mit sehr wenigen Ausnahmen, keine Ausfälle erlebt habe, gehe ich mal davon aus, daß dies auch in Zukunft so sein wird und hoffe, daß auch meine Daten zu den Zeiten erreichbar sind, an denn ich sie benötige.
Wie ich oben geschrieben habe, sehe ich natürlich Anwendungen, die ich auch weiterhin mit meinem MacBook Pro ausführen werde. Vor allem den Videoschnitt oder Bildbearbeitung kann ich mir ohne eine rasend schnelle Internetanbindung nicht als Webapplication vorstellen. Andererseits, sollte dieser limitierende Faktor einmal behoben sein, wäre es natürlich sehr praktisch, den Rechenknecht im Netz zu bemühen und nicht für die paar Mal, wo ich die Rechenleistung dann wirklich brauche in Vorleistung gehen zu müssen.

Aus all diesen Gründen und weil ich den Ansatz  unheimlich spannenden und interessanten finde, habe ich mir heute das Chromebook von Samsung bzw. Google bei Amazon bestellt. Es kommt nächste Woche am Freitag (24.06.2011) auf den Markt und ich bin schon sehr gespannt darauf, denn für die von mir genutzten Webanwendungen ist meiner Meinung nach die Leistung des Chrombooks ausreichend und die Tests, die ich bis jetzt gelesen habe, haben meine Meinung bestärkt. Ich nutze auch jetzt den Browser von Google und er gefällt mir. Obwohl ich einen Apple nutze finde ich Chrome besser als Safari, ganz zu schweigen von Fire Fox. Mich würde sehr interessieren, wie ihr über das Chromebook von Google denkt. Hat es eurer Meinung nach eine Zukunft? Ist es vielleicht sogar die Zukunft oder ist es ein Irrweg? Bitte schreibt mir in den Kommentaren eure Meinung dazu, wie haltet ihr vom Cloud-Computing?

Mittwoch, 15. Juni 2011

Buchrezension: Die Kunst kein Egoist zu sein von Richard David Precht



Die Kunst kein Egoist zu sein
Ich habe in den letzten zwei Monaten, das Buch von Richard David Precht "Die Kunst kein Egoist zu sein" gelesen.  Es scheint so, daß ich eine gewisse Neigung zu Büchern mit philosophischen Inhalt, bzw. mit Gedanken zur Ethik habe. Immerhin ist es in recht kurzer Zeit schon das 2. Buch mit ähnlichem Thema, so habe ich vor gut 2 Monaten das Buch Moral von Rainer Erlinger gelesen und dazu auch eine Rezension auf YouTube eingestellt. Obwohl beide Bücher über das Moral handeln, scheint mir das hier vorliegende  Buch von der Intension und vom Aufbau anders zu sein als das von Rainer Erlinger. Richard David Precht erklärt zu aller erst einmal, welche Theorien es bezüglich eines ethischen Handelns gibt und welche Ideen, das Handeln der Menschen erklären. Er führt hier ähnlich wie Rainer Erlinger, verschiedene Moralphilosophische Ansätze an, aber ich hatte recht schnell das Gefühl, daß er die Idee, das der Mensch ein soziales Wesen ist, das auf den Austausch und auf Kooperation mit Seinesgleichen angewiesen ist, als die Theorie ansieht, die wohl der Wahrheit am nächsten kommt. Er untermauert diese Theorie auch mit den neuesten Erkenntnissen aus der Neurowissenschaft. Aus diesem Ansatz heraus sieht Richard David Precht, den Menschen als ein Wesen, daß ethisch korrekt handeln möchte, es aber auch immer wieder schafft, das Gegenteil dessen zu tun, was ethisch als richtig angesehen wird oder sogar gegen seine eigenen Überzeugungen zu Handeln. Er beschreibt, welche Gründe dafür verantwortlich sein können und welche Umstände Menschen dazu verleiten lassen, sich sozusagen auf die Seite des Bösen zu schlagen.

Vom Handeln des Einzelnen zum Verhalten von Staaten und Wirtschaftsunternehmen ist es ein weiter Weg, aber auch hier schafft es Richard David Precht, die Handlungen von Gruppen zu erklären und er geht sogar noch weiter, er übt in dem Buch auch Kritik an den zur Zeit bestehenden Verhältnisse. Der Neoliberalismus der letzten 20 Jahre, hat es geschafft eine Bankenkrise hervorzurufen, deren Auswirkungen wahrscheinlich noch nicht überstanden sind. Er weißt darauf hin, daß ordnungspolitische Vorgaben, für ein marktwirtschaftliches System notwendig sind, denn ohne diese - wenn man alles dem Markt überliese - führt dazu, daß die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Er stellt einige sehr interessante Fragen in dem Buch und ich finde, daß diese Fragen in die aktuelle Tagespolitik Eingang finden müssten. Richard David Precht plädiert u.a. für ein Mehr an Demokratie und ein Mehr an Verantwortung von oben und von unten.

Das Buch liest sich sehr gut. Richard David Precht bringt dem Leser dieses manchmal als öde und trocken angesehene Gebiet der Ethik in einer interessant und gar nicht so trocken Form rüber. Er schildert einige Beispiele aus der Praxis oder aus Untersuchungen und er beschreibt die Theorien und Ideen eher an konkreten Begenheiten, als das er großartige Theoriegebilde wiedergeben würde. Ich finde, daß das Buch sehr interessant und anregend ist und ich kann es nur Jedem empfehlen, der ein wenig mehr über die menschliche Natur wissen möchte und wieso wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält.

Ich gebe dem Buch 5 von 5 möglichen Sternen.


Buchrezension: Die Kunst kein Egoist zu sein von Richard David Precht, 13.06.2011
auf dem YouTube-Kanal von Michaela

Sonntag, 12. Juni 2011

Transgender-Euregio-Treff im Juni 2011


Transgender-Euregio-Treff im Juni 2011
Transgender-Euregio-Treff im Juni 2011,
ein Foto von Michaela-W auf Flickr
Der Transgender-Euregio-Treff im Juni war diesmal leider etwas schwach besetzt. Das lag wahrscheinlich an den Pfingstferien, aber nichtsdestotrotz war der Treff sehr ausgelassen und wir hatten sehr viel Spaß. Leider hatten wir nicht nur lustige Monmente, sondern es ging auch um ganz konkrete Hilfe, denn eine unserer Teilnehmerinnen, sie ist hier auf dem Bild nicht zu sehen, denn sie kam erst später, hat uns von ihren Problemen berichtet. Ihr wurde vor drei Monaten ohne Angaben von Gründen die Arbeitsstelle gekündigt und hat in der Zwischenzeit auch einen Prozess vor dem Arbeitsgericht gewonnen. Trotzdem hat sie immer noch existenzbedrohende Probleme. Zum Glück war am Abend eine der Damen im Arbeitsrecht sehr versiert und hat ihre Hilfe angeboten. Ich hoffe sehr, daß sich ihre Situation bessert und sie bald wieder arbeiten gehen kann und auch Geld bekommt.

Kurz vor dem Ende des Treffs, kam eine junge Frau zu uns an den Tisch und hat uns ganz direkt gefragt, was wir denn sind. Sie hatte unseren Tisch schon eine ganze Weile beobachtet und ihr war nicht klar, ob wir denn nut Männer sind, die sich als Frauen verkleidet habe oder ob wir Transvestiten sind oder sonst irgend was? Wir haben sie dann versucht darüber aufzuklären, daß wir Frauen sind, die dummwerweise mit einem männlichen Körper zur Welt gekommen sind. Die junge Frau war sehr aufgeschlossen und es hat sich noch ein sehr interessantes Gespräch entwickelt, in dessem Verlauf noch ihr Freund und eine ihrer Bekannten mit an unseren Tisch kamen. Wir hatte sehr viel Spaß und so kam es, daß wir wieder mal die Letzten waren, die das Wirtshaus am Gehrenberg verliessen. Vielleicht sehen wir die junge Frau, bei einem der nächsten Treffen wieder. 

Diese Begegnung mit der jungen Frau und ihren Fragen hat mir wieder einmal klar gemacht, wie wichtig Aufklärung ist. Es hat mir auch gezeigt, daß es noch sehr viele Menschen gibt, die von Transidentität oder von Transgendern noch nie etwas gehört haben und so werden wir teilweise in Kategorien eingestuft, die mit unserer Lebenswirklichkeit nichts zu tun haben. Zum Glück, war unsere neue Bekannte sehr aufgeschlossen und offen, aber auf so eine Offenheit und Neugierde kann man leider nicht immer setzen und so bleiben die Vorurteile und Resentiments leider viel zu oft bestehen. Ich hoffe, daß ich zusammen mit Farah, noch ein paar Sachen in Richtung Aufklärung auf die Beine stellen können und ich würde mich sehr freuen, wenn wir auch noch mehr Unterstützung durch Andere bekommen könnten, denn diese Aufgabe erscheint im Angesicht der titanischen Aufgabe manchmal als ein Kampf gegen Windmühlen.

Freitag, 10. Juni 2011

Telefoninterview zum Transgender Day Kiel 2010


Ende letzten Jahres hat Michaela aus Kiel mit mir ein Telefoninterview geführt. Das Interview ist damals über den Offenen Kanal Kiel gesendet worden und dieses Interview ist jetzt auf YouTube zu sehen bzw. zu hören. Das Interview verlief in einer sehr guten und ruhigen Atmosphäre. Michaela hat mich über mein bisheriges Leben befragt und über meine Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft. Inzwischen ist ja doch etwas Zeit vergangen und so manches hat sich inzwischen auch realisiert, nämlich meine Vornamensänderung, sowie mein Coming-Out in meiner Firma. Nichtsdestotrotz ist das Interview immer noch sehr interessant, wie ich finde. Ihr könnt euch das Interview hier auf YouTube anschauen und anhören. In dem Video seht ihr Michaela aus Kiel, wie sie im Radiostudio des offenen Kanal Kiels vor dem Mikrofon steht und am Mischpult steht.


Telefon Interview mit Michaela aus Friedrichshafen zum Transgender Day 2010
auf dem YouTube-Kanal von QueerFunk Schleswig Holstein

Samstag, 4. Juni 2011

Buchrezension: Wenn Kinder anders fühlen - Identität im anderen Geschlecht


Was sollen Eltern tun, wenn ihr 6 jähriger Sohn darauf besteht ein Kleid zu tragen und so zur Schule gehen möchte oder ihre kleine Tochter behauptet, sie sei ein Junge? Sind diese Äusserungen nur eine Phase, die wieder vorüber geht oder ist das Kind transident? Diese und noch sehr viel mehr Fragen versucht dieses Buch zu beantworten. Viele Eltern, die so ein Verhalten ihrer Kinder beobachten oder davon betroffen sind, kommen das erste Mal in ihrem Leben mit dem Phänomen Transidentität bzw. Geschlechtsvarianz in Berührung. Das Buch versucht aufzuklären, was es bedeutet, ein transidentes bzw. geschlechtsvariantes Kind zu haben. Es zeigt an Hand von vielen Beispielen, was Eltern tun können, damit ihre Kinder mit ihrer Geschlechtsidentität, die von der auf Grund der äusseren Geschlechtsmerkmale zugewiesenen Geschlechtsrolle abweicht, ein glückliches und erfülltes Leben leben können. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei spielt die Liebe der Eltern gegenüber ihren Kindern, denn wenn Eltern ihre Kinder lieben, werden sie sie Unterstützen, auch wenn dies bedeutet, daß man zuerst einmal auf Unverständnis in der Umwelt stößt.

Das Buch ist eine Übersetzung aus dem Amerikanischen. Manche der Schilderungen aus dem Buch beschreiben zwar US-Amerikanische Gegebenheite, aber sie lassen sich sicher auch auf die deutschen Umstände übertragen. Vor allem was das Schulsystem angeht, ansonsten stehen in den USA, wie in Deutschland die Eltern vor ähnlichen Problemen, wenn sich abzeichnet, daß eines ihrer Kinder, sich nicht geschlechtskonform verhält. Hier wie dort fühlen sich viele Eltern erst einmal verunsichert und haben Angst, was denn aus ihrem Kind werden soll und welche Auswirkungen dies alles auch auf sie haben kann. Die beiden Autorinnen Brill und Pepper versuchen in dem Buch, den Eltern ihre Ängste zu nehmen und ihnen klar zu machen, daß die Liebe zu ihren Kindern, alle Hürden überwinden lassen wird.
Ich gebe dem Buch 4 von 5 möchglichen Sternen und kann es allen ratsuchenden Eltern, aber auch Lehrern, Erziehern oder Sozialarbeitern, die in ihrem beruflichen Alltag auf ein transidentes bzw. geschlechtsvariantes Kind treffen und nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen, sehr empfehlen.

Das Wort Geschlechtsvarianz war mir, bis ich das Buch gelesen habe, neu und ich vermute, daß es den meisten meiner Lesern ähnlich geht. Ich möchte deshalb, die Definition aus dem Buch zitieren (Brill/Pepper; Wenn Kinder anders fühlen, S. 18f.):
"Geschlechtsvariantes Verhalten / nicht konformes Geschlechtsverhalten:
Die beiden Begriffe werden synonym verwendet. Der Begriff "geschlechtsvariantes Verhalten" bezieht sich auf Verhaltensweisen und Neigungen, die aus dem Rahmen dessen fallen, was mit dem bei der Geburt zugewiesenen, biologischen Geschlecht allgemein als "normal" bezeichnet wird. Das geschlechtsvariante Verhalten kann sich durch eine bestimmte Wahl von Spielzeug, Kleidung und Spiegefährten bemerkbar machen und durch den wiederholten Wunsch des Kindes, das andere Geschlecht annehmen zu wollen. Zum Beispiel: Ein Mädchen, das beharrlich darauf besteht, ihr Haar kurz zu tragen und mit den Jungen Fußball zu spielen oder ein Junge, der Frauenkleider anziehen und sein Haar lang tragen möchte. Geschlechtsvariantes Verhalten trifft allerdings nur dann wirklich zu, wenn es sich dabei nicht nur um eine kurze Phase der Neugierde bei Kindern handelt, diese Verhaltensweise auszuprobieren".
Hier ein paar Links zu anderen Seiten, die Eltern und sonstigen Ratschuchenden eventuell weiter helfen können:

Deutsche Gesellschaft für Transidentiät und Intersexualität e.V.
VIVA TS - Münchner Selbsthifegruppe
Eine Karte mit Selbsthilfegruppen in Deutschland (VIVA TS)

Oder vielleicht ist die Interviewreihe mit geschlechtsvarianten Menschen interessant ->
Transgender Interviews

Zum Schluß noch meine Videorezension über das Buch, schaut sie euch an, es lohnt sich.


Buchrezension: Wenn Kinder anders fühlen - Identität im anderen Geschlecht
auf dem YouTube-Kanal von Michaela


Ich danke dem reinhardt Verlag für die Überlassung des Buches.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Klassikwelt Bodensee 2011


Die Klassikwelt Bodensee, die Verkaufs- und Eventmesse für Klassiker zu Lande, zu Wasser und in der Luft, war heute mein Ziel. Ich bin heute Morgen schon um 10.00 Uhr dort gewesen und dank des Feiertages war auch schon ziemlich was los. Ich war auch die letzten Jahre auf dieser Messe und mir gefällt sie immer noch sehr gut, auch wenn sich so manches wiederholt. Wo sonst als hier auf der Klassikwelt Bodensee, kann man so viele alte Autos, Flugzeuge, Schiffe, Traktore und Motorräder bestaunen. Für mich ist diese Messe ein Highlight jedes Jahr und ich hoffe, daß sie noch lange und mit viel Erfolg hier in Friedrichshafen abgehalten wird. Ich habe dieses Jahr nur ein paar Fotos gemacht, wovon ich von den besten eine kommentierte Diaschau produziert habe, die ihr euch auf YouTube anschauen könnt:


Klassikwelt Bodensee 2011, 02.06.2011
auf dem YouTube-Kanal von Michaela


Das Video, das Farah und ich letztes Jahr produziert haben erreicht ihr hier über diesen Link: Klassikwelt Bodensee, 04.06.2011. Wie gesagt es wiederholt sich so manches und so ist das Video aus dem letzten Jahr durchaus noch aktuell.