Mittwoch, 26. Juni 2013

Psychotherapietermin in München

Ich bin heute mal wieder nach München zu meiner Psychotherapeutin gefahren. Ich hatte den Termin heute um 11.30 Uhr und ich war gute 20 Minuten zuvor in Bogenhausen, in der Strasse, in der die Praxis ist. Erfahrungsgemäß, muß man dort immer recht lange nach einem Parkplatz suchen, aber ich hatte heute richtig Glück. Direkt vor dem dem Eingang des Hauses, war ein Platz frei., in dem die Praxis ist. Da ich etwas zu früh dran war, habe ich noch im Auto gewartet und weiter Podcasts gehört. 

Die Therapiesitzung heute war mir sehr wichtig, denn ich war das letzte Mal vor 4 Monaten bei der Psychotherapeutin. Zur Zeit fühle ich mich oft sehr traurig und niedergeschlagen. Ich kann mich nur sehr schlecht motivieren und ich habe das Gefühl, daß das Leben einfach so an mir vorbei geht, ohne daß ich etwas schaffe. Ich fühle mich oft einsam und hilflos und das sind alles Gefühle, die mir in letzter Zeit sehr zu schaffen machen. Meine Therapeutin, hat mir ein paar Möglichkeiten aufgezeigt, wie ich einen Teil meiner Gefühle besser in den Griff bekomme und was ich tun kann, um nicht mehr so schnell in diese Traurigkeit und Motivationslosigkeit zu versinken. Am Ende der Therapiesitzung, hat sie mich noch Hypnotisiert, was ich als sehr entspannend und hilfreich empfunden habe. Mir hat zum einen, das Gespräch mit ihr sehr gut geholfen und natürlich auch die Hypnose, wobei ich glaube, daß die Hypnose eher einen Langzeiteffekt hat und eher eine langsame Veränderung bewirkt. 

Nach der Therapiesitzung bin ich zu Neuen Pinakothek gefahren, auch hier hatte ich Glück bei der Parkplatzsuche und habe mir dort die ausgestellten Bilder angeschaut. Die letzten paar Mal, als ich in München war, war ich eher in der Pinakothek der Moderne, aber die ist zur Zeit gerade geschlossen. Ich weiß gar nicht wieso sie geschlossen ist, aber ein paar der sonst dort ausgestellten Bilder sind jetzt in der Neuen Pinakothek ausgestellt. Mir hat es sehr gut gefallen, zwischen den Bildern der Neuzeit einige moderne Bilder zu sehen, denn ich finde, daß gerade die Impressionisten und manche der moderne Maler sehr gut zusammen passen. Immerhin setzen die Künstler der Moderne nur fort, was ihre Vorgänger angefangen haben. Mir hat der Besuch des Museums jedenfalls sehr gut getan. All die vielen schönen Bilder zu sehen, sie auf mich wirken zu lassen, ihre Atmosphäre zu spüren und eine Welt zu erleben, die mir im Alltag ein Erlebnis bietet, das ich sonst so nicht kenne.

Die Fahrt nach Hause verlief dann ohne große Probleme, es gab keine Staus oder sonstige Vorkommnisse. Ich habe noch kurz vor Wangen auf einem Parkplatz für ein paar Minuten angehalten, da ich gemerkt habe, daß ich müde wurde und ich habe dort kurz die Augen zugemacht und versucht zu schlafen, bevor ich dann wieder erholt und munter weiter gefahren bin. Der heutige Tag war schön und hat mir sehr gut getan, hoffentlich hält dieses Gefühl jetzt wieder eine Weile.

Montag, 24. Juni 2013

Die Verleihung des Grimme Online Award

Am Freitagabend ist der Grimme Online Award vergeben worden und von den Preisträgern fallen mir zwei ganz besonders auf, da sie sich von den bisherigen Preisträgerinnen abheben, wie ich finde. Das ist zum einen, die Verleihung des Preises an den Twitter-Hashtag #Aufschrei und zum anderen an den Podcast Soziopod. Warum heben sich diese beiden Preisträgerinnen nun von den bisherigen Preisträgerinnen ab?


Der Hashtag #Aufschrei


#Aufschrei erhielt einen Preis in der Kategorie Spezial unter anderem mit der Begründung, das eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über Alltagssexismus begonnen wurde und sämtliche Mediengrenzen übersprungen hat.

Ich finde die Aktion #Aufschrei hat es verdient, diesen Preis zu bekommen, denn wenn ich mir die Kommentare so unter dem Artikel der Süddeutschen Zeitung dazu mit dem Titel "Eine Aktion an der Trolle verzweifeln" anschaue, wird klar, daß diese Aktion sehr notwendig ist und hoffentlich noch lange anhalten wird. Denn sind wir mal ehrlich, durch diese Aktion wird nur auf Missstände hingewiesen, die schon seit sehr langer Zeit bestehen und die inzwischen für viele Menschen so normal geworden zu sein scheinen, daß man sie als ganz natürlich aufnimmt. Genau das ist ja das perfide an diesem Alltagssexismus, daß er im Alltag ganz normal passiert und sich niemand traut, etwas dagegen zu sagen, denn etwas dagegen zu sagen bedeutet auch jedesmal, die vermeintlich bestehenden Machtverhältnisse in Frage zu stellen. Bei Alltagssexismus geht es meiner Meinung nach meistens um Macht. Deshalb reagieren glaube ich auch ganz viele auf diese Aktion so beleidigt, da sie unbewußt merken, daß durch das öffentlich machen von Sexismus, ihre Position in der Gesellschaft angegriffen wird und meistens sind es die Männer, die sexistisch handeln und Frauen dadurch respektlos gegenüber treten. Ja es gibt sicher auch Sexismus von Frauen und ja, auch dies ist nicht in Ordnung, aber die meisten Übergriffe, wenn ich das so aus meinem Umfeld beobachte, kommen von Männern. Ich finde, es ist nicht in Ordnung, jemanden auf diese Art und Weise gegenüber zu treten, egal um welche Person es sich dabei handelt. 


Der Soziopod Podcast


Der Soziopod Podcast widmet sich in einem lockeren Zwiegespräch philosophischen und soziologischen Themen und führt in verständlicher Form in die Themen ein, so ein Teil der Begründung zur Verleihung an die Beiden Macher des Podcasts.

Ich habe bis jetzt, glaube ich jede Folge des Podcasts gehört und ich bin jedesmal wieder aufs neue Begeistert über die Themen, die Patrick Breitenbach und Nils Köbel besprechen. Man merkt den beiden an, daß sich die Themen, die sie angehen, interessieren und das sie auch eine Ahnung haben, von dem, was sie sagen. Ich habe durch die beiden bis jetzt einiges neues lernen können, gerade was Philosophie angeht, was mich zwar interesiert, aber ich noch nie auf ernsthafte Art und Weise angegangen bin. Das Nils Köbel an einer Universität lehrt und forscht, merkt man zwar, wie ich finde, aber dennoch muß man kein Soziologiestudium oder Philosophiestudium absolviert haben um den Gespräch der beiden Protagonisten folgen zu können. Mich hat es jedenfalls sehr gefreut, daß der Soziopod den Grimme Online Award erhalten hat und das er es ist, der als erster Podcast in der Liste der Preisträger aufgenommen wurde.


Dieser Blog beim Grimme Online Award


Die aufmerksame Beobachterin wird vielleicht festgestellt haben, daß mein Blog hier auf der Vorschlagsliste zum Grimme Online Award 2013 stand. Leider hat es mein Blog nicht geschafft nominiert zu werden und somit auch nicht den Preis gewinnen können. Ich weiß, daß persönliche Blogs bei dem Preis wenig Chancen haben, aber ich hoffe, daß mein Blog auch nächstes Jahr wieder auf der Vorschlagsliste stehen wird und vielleicht schafft es mein Blog ja auch einmal nominiert zu werden, es würde mich jedenfalls sehr freuen.


Freitag, 21. Juni 2013

Podcast #130: Eine unschöne Arbeitswoche liegt hinter mir

Diese Woch war es endlich sommerlich warm und ich habe mich die ganze Woche einfach nur schlecht gefühlt. Ich hatte die ganze Woche über das Gefühl, nicht richtig wach zu werden. Ich bin froh, daß diese Woche hinter mir liegt und hoffentlich fühle ich mich bald wieder wacher und energiereicher und das kommende Wochenende wird besser als die vergangene Arbeitswoche. Nächste Woche habe ich zwei Termine bei denen ich hoffentlich mehr Energie aufbringe.


Abonniere meinen Podcast und verpasse keine Folge, entweder über iTunes oder als RSS-Feed.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Das Waagnis wagen

Das Gewicht hatte ich mal
Die letzte Woche bin ich auf die Aktion #waagnis gestossen. Dabei sollen Waagen in der freien Wildbahn ausgesetzt werden und von den nicht mehr benötigten Waagen, soll ein Bild gemacht werden, die dann auf dem Tumblr-Blog #waagnis gesammelt werden. Die Idee hinter der Aktion, die auch unter dem Hashtag #waagnis auf Twitter Verbreitung findet, ist der, daß man sich nicht von einer Waage abhänging machen soll, ob man sich wohl fühlt oder sich schlecht fühlen soll. Ich glaube, ganz viele kennen die Situation, man steht morgens im Bad vor der Waage und hofft insgeheim, daß die Zahl, die gleich angezeigt werden wird, nicht höher liegt als am Vortag. Mir geht dies jedenfalls sehr oft und leider lag in den letzten Jahren, die Zahl oft über der des Vortages. Entsprechend fühle ich mich dann auch frustriert und nehme mir dann wieder vor, daß ich heute weniger essen werde, damit ich endlich wieder etwas abnehme. Das passiert mir leider fast jeden Morgen und genauso sind auch meine guten Vorsätze vom Morgen, am Abend wieder dahin. Ich kann also nicht sagen, daß ich mich von der Waage zu einem bestimmten Verhalten verleiten lassen würde, aber die Gewissensbisse, die ich mir morgens nach dem Wiegen sehr oft mache, kenne ich zur Genüge. Dabei brauche ich die Waage nicht, denn mein Körpergefühl sagt mir auch so, daß ich abnehmen sollte. Ich merke es an den Knien an meiner Beweglichkeit und wahrscheinlich wären die Probleme, die ich gerade an der Ferse habe nicht, wenn ich weniger auf die Waage bringen würde. Woher kommt es also, daß ich, obwohl, ich weiß daß ich übergewichtig bin und dies auch schon erste körperliche Auswirkungen hat und ich mich dabei auch nicht wohl fühle, dennoch nicht Motivation genug, daß ich abnehme?

Ich vermute mal, daß es hier sicher mehrere Gründe dafür gibt. Einmal nehme ich sehr schnell zu, was wohl mit meinem Stoffwechsel zu tun hat. Es ist also sicherlich auf einer gewissen Weise genetisch oder sonst wie biologisch bedingt. Das ist aber sicher nicht alles, denn ich möchte mich hier nicht aus der Verantwortung stehlen und alles auf die Biologie schieben, denn ich glaube auch an meine Eigenverantwortung, gerade was die Gesundheit angeht. Ein anderer Grund ist sicherlich, daß ich mich oftmals unausgeglichen, traurig und auch leer fühle und diese Leere, durch Essen kompensiere. Gerade Abends, wenn ich alleine vor dem Fernseher sitze, ist es fast schon ein Reflex, eine Gewohnheit, daß ich mir irgendwas zu Naschen hole und das dann auch zu mir nehme. Dies ist meiner Meinung nach auch der Grund, weshalb ich die letzten Jahre so viel zugenommen habe und mir fällt es ehrlich gesagt schwer, am Abend auf meine Schokolade oder meine Gummibären zu verzichten. Ich würde nicht sagen, daß ich an einer Essstörung leide, aber mir macht es einfach Spaß Süßes und Gelegentlich auch mal etwas Herzhaftes zu essen und mir fällt es sehr schwer, darauf zu verzichten. Am ehesten könnte ich sicher auf meine abendliche Schokolade verzichten, wenn ich etwas sinnvolles zu tun hätte und nicht nur leer vor der Glotze hängen würde oder am Rechner meine Zeit auf Facebook vergeuden würde. Die Waage ist dann am Ende nicht der Grund, weshalb ich mich schlecht fühle, sondern nur der Gradmesser, ein Messinstrument. Die Waage kann nichts dafür, daß ich inzwischen 110 Kg wiege. Nein, hier bin ich selbst verantwortlich und die Waage kann mir anzeigen, ob ich es geschafft habe mich selbst zu beschränken oder eben nicht.

Andererseits zeigt die Waage an, ob man dem gängigen Schönheitsideal entspricht. Die alte Faustformel für das Idealgewicht, Körpergrösse in Zentimeter minus 100 und davon noch mal 10% abziehen, spukt da immer noch in den Köpfen herum, auch bei mir. Ich muß zugeben, daß ich schon sehr gerne schlank wäre und gerne all die Sachen tragen würde, die es in der Kleidergröße 34 oder 32 gibt, aber ich brauche mir nichts vormachen, ich würde es, glaube ich nie schaffen auf 74 Kg herunter zu kommen. Das niedrigste Gewicht, daß ich als Erwachsen einmal hatte waren 76 Kg (ist schon ewig her) und damals habe ich mich zwar schlank gefühlt, aber mir bekam das Gewicht nicht. Ich hatte Kreislaufprobleme, die wieder weg gegangen sind, als ich über 80 Kg gewogen habe. Aber die Waage kann mir letztendlich nicht sagen, wie ich auf andere Menschen wirke und das hängt teilweise zwar auch vom Aussehen ab, aber hier gibt es eben ganz viele verschiedene Menschen, die ganz unterschiedliche Körperformen an ihren Mitmenschen mögen oder weniger mögen. Ich sollte mich also nicht zu sehr von den vermeintlichen Präferenzen meiner Mitmenschen abhängig machen lassen. Einzig und allein, das eigene Gefühl sollte hier Maßstab sein und wenn ich mich mit meinem Gewicht wohl fühle, dann ist das Gewicht, daß ich habe ja in Ordnung und wenn ich mich nicht wohl fühle, dann sollte ich etwas tun, damit ich mich wieder wohl fühlen kann. Dies kann mir aber keine Waage sagen, wo dieses Wohlfühlen anfängt und wo es aufhört. Ich sollt versuchen mich selbst wahrzunehmen, mich selbst zu spüren und auf meine Bedürfnisse hören. Dies ist ja nicht nur beim eigenen Gewicht so, sondern bei ganz vielen Belangen im Leben und dennoch fällt es mir schwer, meine Erkenntnisse in die Tat umzusetzen, nicht nur beim Gewicht, aber ich werde es wagen, mich nicht mehr so häufig zu wiegen und ich werde versuchen, mehr auf mein Gefühl zu hören. Was mir sicher am schwersten fallen wird, ist das Gefühl zu spüren, wann ich genug gegessen habe und ich satt bin, um dann die Konsequenz zu ziehen, nicht mehr weiter zu essen. Denn ich mache mir hier nichts vor, ich esse normalerweise weiter, wenn ich merke, daß der erste Appetit weg ist. Mir schmeckt das Essen und ich fühle mich kurzfristig ja auch wohl, auch wenn es mir langfristig nicht gut tut.

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Mittwoch, 12. Juni 2013

Weshalb Webvideos erfolgreicher sind, als Podcasts - ein paar Gedanken

Christoph Krachten hat in der Session "YouTube macht die Stars von heute" auf der re:publica 2013 folgendes zum Podcasting gesagt:

"...also ich vergleiche das immer, ich kuck mir im Vergleich die Podcast Szene dazu an und das tolle auf YouTube ist, wir haben hier neue kreative, tolle, bunte, spannende Inhalte, die sind, die werden ermöglicht dadurch, daß man damit Geld verdienen kann. Wenn ich nämlich auf die Podcast Startseite bei iTunes kucke und es tut mir leid, ich muß es so formulieren, die öffentlich-rechtlichen haben da den bunten Wald platt gemacht. Gebührenfinanzierte Inhalte, haben alles andere nahezu verdrängt und das geht nicht und dafür muß man Geld verdienen und ohne das ist es nicht möglich und das finde ich wahnsinnig wichtig und da hat Podcast, die Podcast Szene hat da nie ein Instrument zu gefunden und auf YouTube ist es möglich und es ist nur so möglich und es wäre sehr schade, wenn es das nicht gäbe....Applaus" (http://youtu.be/n54c2LcIp9Q?t=42m10s)

Seinen Standpunkt, daß YouTuber deshalb so erfolgreich sind, im Gegensatz zu Podcastern, weil man auf YouTube Geld verdienen kann hat er in einem Interview des Medienmagazins "Was mit Medien" in der Folge 306, anlässlich des Verleihung des Webvideopreises 2013 wiederholt:

"....ich finds dann da erfreulicher, als bei den Podcasts, wo es da keine Refinanzierungsmöglichkeit gab und da gibt es nur noch Öffentlich-Rechtliches Programm in den Charts, einfach reinkucken, da sind kaum unabhängige drin und das ist das tolle auf YouTube, da haben ganz viel unabhängige die Möglichkeit zu produzieren und das wird immer professioneller, erreicht immer mehr..." (http://snd.sc/113i9yP ab 53:08)

Ich werde hier erörtern, ob Christoph Krachten mit seiner Meinung richtig liegen könnte oder ob die Wahrheit vielleicht doch ein wenig anders liegen könnte. Für alle die Christoph Krachten nicht kennen, er ist die wohl bekannteste Person des YouTube-Netzwerkes Mediakraft, in dem einige der bekanntesten YouTuber vereinigt sind. Er produziert auf dem YouTube-Kanal Clixoom selbst Videos, wo er Interviews führt.

Nach Meinung von Christoph Krachten, hat YouTube und deren Stars, deshalb so viel Erfolg, weil die Erfolgreichsten YouTuber über YouTube Geld verdienen können. Ich weiß jetzt leider nicht genau, wie er auf diese Schlußfolgerung kommt, aber ich versuche einfach mal diese These nachzuvollziehen. Die Argumentation könnte folgender massen laufen: 
Um auf YouTube erfolgreich sein zu können, muß man sich sehr stark engagieren, das bedeutet einen hohen zeitlichen und auch materiellen Aufwand, den man nur dann betreiben kann und ein Format zum Erfolg führen kann, wenn man diese Zeit hat und nicht noch nebenher seine Zeit mit einem anderen Job teilen muß. Es muß also irgendwann möglich sein, von seinem Format und seinem Content, den man produziert, leben zu können. Hier bietet Google/YouTube die Möglichkeit des AdSense-Programmes, wobei man an den Werbeeinnahmen von Google beteiligt wird, wenn man es gestattet, Werbung vor oder unter seinen Videos laufen zu lassen. Je höher die Klickzahlen der Videos sind, was man nur erreichen kann, wenn man den Geschmack seiner Zuschauer trifft, desto höher sind auch die Einnahmen, die man mit YouTube erzielen kann. AdSense gibt es jetzt nicht nur für Videos, sondern auch für Blogs, aber der Unterschied zwischen beiden Formaten ist der, daß man bei AdSense Werbung auf einem Blog nur dann Werbeeinnahmen erziele, wenn auf eine Werbeanzeige geklickt wird, bei YouTube bekomme man schon Geld, wenn ein Werbevideo, das als Vorspann vor meinen Video läuft, nicht nach 10 Sekunden weggeklickt wird, sondern ganz angeschaut wird. Ich vermute mal, daß es sicher viele Zuseher gibt, die die Pre-Roll Werbung bei einem Video wegklicken, aber wahrscheinlich sind auch ganz viele dabei, die dieses Werbevideo einfach laufen lassen. Alleine, dadurch das man hier nicht aktiv auf eine Werbeanzeige klicken muß um an den Werbeeinnahmen partizipieren zu können, besteht hier ein eklatantes Ungleichgewicht, in den Aufrufzahlen einer Seite und den Werbeeinnahmen, die man als Blogger bzw. als YouTuber erzielen kann. Ich glaube, daß es allein durch dieses Konstruk, als YouTube-Partner, sehr viel leichter ist, Geld zu verdienen. Dadurch ist meiner Meinung nach auch der Anreiz sehr viel größer, mit YouTube Geld verdienen zu wollen. 

Viele YouTuber fangen mit Videos an, weil es ihnen Spaß macht. Weil sie über ein Thema etwas zu sagen haben und weil es ihnen Freude bereitet Videos zu produzieren. Mit der Zeit merken sie dann, daß man mit dem was sie da machen eine ganze Menge Leute erreichen können, sie merken aber auch, daß sie an eine Grenze kommen, an der sie sich entscheiden müssen, ob sie ihre Aktivitäten professionallisieren sollen oder alles auf Hobby-Niveu weiter laufen lassen sollen. Beides ist meiner Meinung nach legitim. Entscheidet man sich allerdings dazu, sich mehr auf YouTube zu konzentrieren, dann muß diese Aktivität auch derart sein, daß man davon auch leben kann, denn über kurz oder lang kommt es zu einem Konflikt, zwischen dem jetzigen Job (falls man einen hat) und den Aktivitäten, um mit YouTube erfolgreich sein zu können.

Wenn ich also dieser Argumentation folge, dann hat wahrscheinlich Christoph Krachten mit seiner Aussage recht. Denn man kann es schaffen, mit YouTube Geld zu verdienen und zwar in einer Höhe, daß man  davon auch leben kann. Wie sieht jetzt die Situation beim Podcasten aus? Nun, prinzipiell sieht sie nicht anders aus, man muß auch hier, um ein beachtetes Format auf die Beine stellen zu können, sich professionallisieren und einiges an Zeit und Material aufwenden. Der Konflikt zwischen dem bestehenden Job (ich gehe einfach mal davon aus, daß man einen Job hat) und der Podcastproduktion ist ähnlich, wie bei YouTube, allerdings hat man nicht die Möglichkeit, auf so einfache Art und Weise, wie das Google AdSense bei YouTube bietet, Geld mit seinen Produktionen verdienen zu können. Viele Podcaster haben Flattr auf ihren Webseiten eingerichtet (jedenfalls in Deutschland) und anscheinend, ich kenne hier keine Zahlen, gibt es auch einige Podcaster, die recht ordentliche Flattr-Einnahmen haben, darunter unter anderem Holger Klein, mit seinem Podcast WRINT. So wie ich ihn in seinen Podcasts verstehe, würden aber diese Flattr-Einnahmen, noch nicht ausreichen, daß er ohne stärkere Einschnitte davon leben könnte. Ich finde Flattr wirklich klasse, eben weil es eine völlig freiwillige Sache ist. Aber gerade beim Podcasten, wo man die Folgen auf einem Gerät hört, das normalerweise nicht mit Flattr verbunden ist. Muß man nachdem man eine Folge gehört hat, daran denken, wenn man wieder an einem Rechner sitzt, daß man den Produzenten des Podcasts flattrn möchte. Ich vermute mal, daß es vielen so geht wie mir, ich vergesse das sehr oft, auch wenn ich die gehörte Folge für gut befinde und die Podcaster_in gerne unterstützen würde. 

Es gibt also festzuhalten, mit Podcasts seinen Lebensunterhalt zu verdienen ist etwas komplizierter und nicht so einfach als dies mit YouTube Videos und Google AdSense möglich ist.

Wenn ich dieser Argumentation folge, hat wahrscheinlich Christoph Krachten mit seiner These recht, aber ich sehe noch einige Punkte, die den Erfolg von YouTube mit verusachen. Man sieht es alleine schon am Namen. Ich habe hier bisher  nur von YouTube und nicht von Webvideos gesprochen. YouTube ist hier synonym zu Webvideos geworden, obwohl es noch andere Videoplattformen gibt, hat YouTube eine absolut marktbeherrschende Stellung, was diesen Bereich angeht. Niemand redet von DailyMotion oder MyVideo oder Vimeo, die es ja auch noch gibt. Hier muß also YouTube einen Attraktivität besitzen, die einmalig ist. Meiner Meinung nach, ist der wichtigste Punkt, daß YouTube die größte Videoplattform ist, die weltweit existiert für den Erfolg von YouTube-Videos mit verantwortlich. Aber wieso ist YouTube so erfolgreich geworden? Nun, ich kann hier nur Vermutungen anstellen, aber eine der Gründe, die ich sehe, ist einmal, daß es sich bei YouTube eben nicht nur um eine Hosting-Plattform für Videos handelt, sondern eben auch um ein soziales Netzwerk, in dem die User, sich austauschen und zwar über und vornehmlich mit Videos. Zumindest war es früher so. Inzwischen hat YouTube einiges von dem, was früher die soziale Interaktion möglich gemacht hat, ziemlich stark beschnitten und Google versucht hier wahrscheinlich, über kurz oder lang YouTube in Google+ zu integrieren. Wie es hier in Sachen sozialer Vernetzung innerhalb von YouTube weiter gehen wird, weiß ich nicht, aber ich vermute mal, daß YouTube auch eine Größe und marktbeherrschende Stellung erreicht hat, daß man als Videoproduzent und als Videokonsument an YouTube gar nicht vorbei kommen kann. YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine, das ist auch eine Umstand, den man bei der Betrachtung berücksichtigen muß.

Wenn ich mir jetzt also die Situation beim Podcasting anschaue, dann merkt man schon bei der Benennung, daß es kein Portal für Podcasts gibt, das eine ähnliche Stellung wie YouTube bei Webvideos hätte. Es gibt einige Podcasthoster, die aber wiederum keine soziale Vernetzung anbieten, mit Ausnahmen, wie Audioboo.fm, Shoutio, Spreaker und Soundcloud, die aber von der Größe her nicht ins Gewicht fallen. Podcasts werden zu einem großen Teil von den Produzenten selbst auf Servern gehostet oder bei entsprechenden Anbietern abgelegt. Es gibt kein zentrales Portal, das hier eine ähnliche Funktion hätte, wie dies YouTube bei Webvideos hat. Die einzige mir bekannte Seite, die einen entsprechenden Ansatz zeigt ist Soundcloud. Leider haben alle diese Hoster und Anbieter einen ganz großen Nachteil, sie verlangen alle Geld, um auf ihnen den eigenen Podcast hosten zu können. Weiterhin muß man sich teilweise mit WordPress, RSS-Feeds und Blogging auskennen, um seinen Podcast auch mit Erfolg verbreiten zu können. All dies ist bei YouTube nicht notwendig und der Speicherplatz kostet mich kein Geld. YouTube bietet ein Rundumsorglos Paket an, daß ich so beim Podcasting nicht sehe. Die Einstiegshürden sind für das Podcasting einiges höher, um es einfach mal auszuprobieren zu können. Bei YouTube, reicht eine einfache Registrierung und ich habe einen Kanal. Ich setze mich mit vor die Webcam meines Rechners und ich kann das erste Video schon produzieren. Das ist als Einstieg sehr einfach und deshalb glaube ich, gibt es so viele Leute, die es mit YouTube einmal versuche, ihren Gefallen daran finden und sich dann langsam professionalisieren. Wie gesagt, die einzige Plattform, die ich sehe, die hier in etwa das bieten könnte, was YouTube für Webvideos bietet, ist Soundcloud und vielleicht noch Audioboo, aber beide haben auch ihre Beschränkungen, die letztendlich den Erfolg in der Podcastszene verhindern. Würden diese Beschränkungen wegfallen und könnte man hier auch noch auf irgendeiner Weise Geld verdienen, könnte es möglich sein, daß Podcasts vielleicht einmal ähnlich erfolgreich werden könnten, wie Webvideos bei YouTube, denn es gibt auch hier genügend spannende und interessante Formate, die sicher ihre Zuhörer finden würden.

Mein Fazit, weshalb Webvideos so erfolgreich sind im Gegensatz zu Podcasts, sind folgende Punkte:
  • Man kann mit Webvideos bei YouTube Geld verdienen.
  • Es gibt Portale, für Webvideos, das einen leichten und niederschwelligen Einstieg in die Videoproduktion gestatten.
Was sind eurer Meinung nach die Punkte, weshalb Podcasts nicht so erfolgreich sind? Bitte schreibt mir eure Meinung als Kommentar unter diesem Blogpost.

Montag, 10. Juni 2013

Podcast MW #129: Frei Schnauze Podcast, eine Empfehlung

Zusammen mit Jeanette aus Stuttgart produzieren wir seit neuestem einen Podcast, in dem wir über alles reden, was uns am Herzen liegt. Der Podcast ist über die URL www.freischnauze-podcast.de zu erreichen. Wir haben schon zwei Folgen produziert und ich lege euch ans Herz den Podcast zu abonnieren und ihn euch anzuhören. In der dieser Folge meines Podcastes spreche ich über unser Projekt und berichte, wie wir dazu gekommen sind, den Podcast zu produzieren und worüber wir alles reden.


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Sonntag, 9. Juni 2013

Der Transgender-Euregio-Treff im Juni 2013

Eigentlich gibt es zum gestrigen Transgender-Euregio-Treff nicht viel zu sagen, denn es war der Treff mit der schwächsten Beteiligung, seit Bestehen des Treffs vor beinahe 3 Jahren. Ich kann verstehen, daß viele der Teilnehmerinnen, die früher regelmässig gekommen sind, jetzt nicht mehr kommen, denn viele von Ihnen haben ihre Transition hinter sich und möchten sich nicht mehr mit anderen transidenten Menschen treffen. Jedenfalls ist dies mein Eindruck. Ich hatte wie immer einen Tisch reserviert und weil das Wetter so gut war, hatten wir auch einen Tisch im Biergarten mit Blick auf den Bodensee. Die Temperatur war klasse, der Biergarten war sehr gut besucht und wenn ich keinen Tisch reserviert hätte, dann hätten wir keinen Platz mehr im Biergarten bekommen. Ich saß glaube ich über eine Stunde alleine an dem Tisch. Ich hatte jetzt kein komisches Gefühl dabei, aber ich kam mir doch etwas seltsam vor, so ganz alleine an einem Tisch zu sitzen, wo rings um mich herum, Leute nach einem Platz suchten. Zum Glück kam dann doch noch Farah, so daß ich nicht mehr ganz alleine war. Kurz nachdem Farah gekommen war, kam noch eine weitere Person, die ich vor zwei Monaten in der Selbsthilfegruppe in Ravensburg kennengelernt habe. Der Abend entwickelte sich dann doch noch, trotz der schwachen Beteiligung zu einem sehr angenehmen und unterhaltsamen Abend. Unterhaltsam im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir haben uns sehr angeregt über viele unterschiedliche Themen unterhalten und so kam es, daß die Zeit wie im Fluge verging und wir gegen halb ein Uhr bezahlten und ich mich wieder auf dem Heimweg machte.

Ich hoffe, daß der nächste Transgender-Euregio-Treff besser besucht sein wird, als der gestrige. Nächsten Monat, wird der TET ausfallen, da an dem Termin, auf den ich den TET wegen des CSDs in Konstanz vorziehen wollte, das Wirtshaus am Gehrenberg wegen einer Veranstaltung geschlossen ist.

Deshalb bitte beachten: Der nächste Transgender-Euregio-Treff findet am 10.08.2013 ab 19.00 Uhr im Wirtshaus am Gehrenberg in Markdorf statt. Bitte meldet euch rechtzeitig bei mir per Mail an: anmeldung@michaela-bodensee.de