Mittwoch, 16. Juni 2021

Gaming gegen depressive Verstimmung

Seit Ende letzten Jahres sitze ich die meiste Zeit zu Hause. Mir macht dies nicht so viel aus, da ich doch eher eine Person bin, die sich zu Hause sehr wohl fühlt und die den sozialen Rückzug durchaus genießen kann. Aber nach so einer langen Zeit der verordneten Selbstisolation, wird es sogar mir zu viel. 

Letzte Woche habe ich gemerkt, wie meine Stimmung immer mehr in Richtung Traurigkeit und Antriebslosigkeit abgeglitten ist. Wenn ich nicht noch jeden 2. Tag ins Büro hätte fahren müssen, wäre diese Stimmungslage wahrscheinlich noch schlimmer ausgefallen. Wobei es im Büro ja auch nicht so ist, dass ich dort vielen Menschen begegne. Ich sitze alleine im Büro und nur auf dem Gang begegne ich ab und zu mal einer Kollegin oder einen Kollegen.

Jedenfalls habe ich mich am Samstag total traurig gefühlt und ich war durchaus des Lebens überdrüssig. Zum Glück bin ich auf die Idee gekommen, ich könnte doch endlich mal wieder ein Spiel spielen, genauer gesagt ein Videospiel. Meine Wahl viel dieses mal auf das Spiel "Immortals Fenix Rising" und es handelt sich um ein Rollenspiel, bei dem man mit seinem Avatar die Welt der griechischen Götter erkunden muss und die Götter von einem riesigen Ungeheuer befreien muss. 

Obwohl ich bei dem Spiel einige frustrierende Momente hatte, ging es mir nach der ersten Spielrunde gefühlmäßig besser. Ich hatte während des Spiels ein paar Erfolgserlebnisse und allein das hat, glaube ich, meine Stimmung verbessert. Am Sonntag und am Dienstag habe ich das Spiel weiter gespielt und ich bin davon sehr begeistert. Das Spiel soll so ähnlich sein wie "The Legend of Zelda - Breath of the Wild", aber dazu kann ich nichts sagen, da ich das Nintendo Spiel noch nicht gespielt habe. 

Bei "Immortals Fenix Raising" geht es darum Rätsel zu lösen, Dinge einzusammeln, die Welt zu erkunden und ab und zu mal ein paar Gegner zu bekämpfen. Dabei gefällt mir das Ganze besser als bei "The Elder Scrolls", denn im Gegensatz zu ESO ist das Spiel ein Einzelspieler Game und die Gegner, denen ich bis jetzt begegnet bin waren nicht so schwer zu bekämpfen, als das ich sie nicht hätte besiegen können. Das macht das Ganze sehr Anfängerfreundlich, denn ich bin ja keine versierte Gamerin. 

Ich werde das Spiel erst mal weiter spielen. Ich bin gespannt ob mein Interesse daran bestehen bleibt und ob ich es schaffe, das Spiel bis zum Ende durch zu spielen.

Wie ist eure Erfahrung in Bezug auf Gaming und depressiven Verstimmungen?

Ich möchte mit dem Artikel nicht behaupten, dass Gaming bei Depressionen helfen könnte. Es handelt sich hier um einen rein persönlichen Erfahrungsbericht und stellt auf keinen Fall eine Ratschlag dar, es mir nach zu machen.

Sonntag, 6. Juni 2021

Nach 6 Monaten Lockdown, erstmals wieder ausgehen

Ich war gestern nach über 6 Monaten Lockdown das erste Mal wieder aus und konnte mich mit Freundinnen in Konstanz treffen und Essen gehen.

Im Lago
Im November war ich das letzte Mal in Konstanz, bzw. in Kreuzlingen. Damals habe ich mich mit zwei guten Freundinnen getroffen. Seit dem war ich nicht mehr in Konstanz und habe auch meine  Freundinnen nicht mehr getroffen. Ab Dezember kam dann noch dazu, dass bei mir im Büro jeden 2. Tag Home Office bzw. genauer gesagt, mobiles Arbeiten von zu Hause aus ermöglicht wurde. 

Ich hatte auch immer mehr Angst vor einer Ansteckung vor Corona, weshalb ich natürlich auch immer weniger meine Wohnung verlassen habe. Ich bin, wenn möglich nur noch einmal pro Woche zum Einkaufen gegangen. Ins Kieser Training konnte ich auch nicht mehr gehen, denn alle Fitnessstudios waren geschlossen. All dies hat dazu geführt, dass meine mentale Verfassung doch ein wenig gelitten hat. Dazu kam dann noch der Tod meiner 94 jährigen Mutter im Februar. Weil meine Mutter durch Corona gestorben ist und ich miterleben musste, wie sie über mehrere Tage langsam erstickt ist, bin ich noch vorsichtiger geworden. Ausser der Familie meiner Nichte und ein paar Arbeitskollegen und meinem Arzt habe ich in den letzten Monaten niemanden getroffen.

Ich war deshalb um so erfreuter endlich wieder Personen treffen zu können, die mir neben meiner Familie am Herzen liegen. Wir hatte uns schon zwei Wochen zuvor verabredet und ich hatte gleich vor zwei Wochen einen Schnelltest, bei dem Schnelltestzentrum bei einer Apotheke gleich um die Ecke vereinbart. Ich bin also am Samstag den 5. Juni morgens zum Schnelltestzentrum gegangen und habe mich testen lassen. Natürlich, war der Test negativ. So mit einem negativen Testergebnis ausgestattet, bin dann nach Konstanz gefahren und haben ich dort, mit Sabine getroffen. Sabine war so freundlich und hatte schon ein paar Tage zuvor, zwei Plätze im Il Boccone reserviert. Farah, war zwar auch eingeladen, aber sie wollte nicht mit kommen. Sie hatte Angst, dass es zu voll sein könnte. Tatsächlich, war es sogar ziemlich leer. Das Wetter war an dem Tag nicht so schön, wie die Tage zuvor. Deshalb hatten wir einen Platz im Innenraum. Sabine ist inzwischen vollständig geimpft und ich hatte ja einen negativen Testnachweis.

Für mich, war es, wie gesagt, dass erste Mal, seit November, dass ich wieder mal zum Essen ausging. Ich bestellte einen Salat als Vorspeise und eine Pizza Bianca. Diese Art von Pizza kannte ich noch nicht und ich war dann doch ein wenig über die Pizza überrascht, denn es war eine recht trockene Art von Pizza, aber sie hat mir sehr gut geschmeckt, abgesehen vom Ruccola, den ich nicht so gerne mag, aber ich habe ihn dann doch gegessen.

Als wir schon fast fertig waren mit Essen, kam dann doch noch Farah dazu und nachdem wir dann gezahlt hatten, gingen Farah, Sabine und ich noch ein klein wenig Spazieren. Wir waren kurz im Lago und sind auch noch in der Konstanzer Innenstadt ein wenig herum geschlendert. Die Stadt war voller Leute und es war, als ob, es kein Corona geben würde. Natürlich, haben viele Leute eine Maske getragen und ich habe auch gelegentlich eine aufgesetzt, wenn ich das Gefühl hatte, dass es zu viele Leute sind, die mir entgegen kommen.

Ich habe den Tag genossen und ich hoffe, wir können so etwas bald wieder machen. Dann vielleicht nicht gerade an einem Samstag, an dem so viele Leute in Konstanz unterwegs sind. Es fühlte sich jedenfalls etwas mehr nach Normalität an, als die letzten Monate. Ich hoffe sehr, dass der Abwärtstrend der Corona-Fallzahlen jetzt dauerhaft unten bleiben wird. 

In gut 5 Wochen werde ich meine 2. Impfung bekommen und ich werde dann Ende Juli endlich vollständig geimpft sein. Bis dahin hoffe ich, dass sich vieles in unserem Leben wieder normalisieren wird und natürlich hoffe ich, dass es bald auch wieder möglich sein wird, dass man nach Japan reisen kann. Ich befürchte aber, dass dies noch länger auf sich warten lassen wird, als mir lieb ist. Aber wie die Japaner in solchen fällen sagen: 仕様い (shou ga nai), auf gut Deutsch "Da kann man nichts machen".

Montag, 15. Februar 2021

Meine Mutter ist an Corona gestorben

 Am 2. Februar 2021 ist meine Mutter auf Grund einer Corona Infektion gestorben. Sie war 94 Jahre alt und sie hatte sich im Pflegeheim mit dem Virus angesteckt. 

Es ist Freitagnachmittag der 30.01.2021 und ich bin zu Hause im Home Office, als mein privates Telefon klingelt. Als ich sah, dass meine Nichte anruft, habe ich mir gleich gedacht, dass etwas mit meiner Mutter sein würde. Man hatte bei ihr vor über zwei Wochen festgestellt, dass sie sich mit Corona angesteckt hatte und sie war bereits seit fast einer Woche im Krankenhaus Bünde auf der Corona Isolierstation.

Meine Nichte berichtete mir, dass es meiner Mutter sehr schlecht gehen würde und das sie wahrscheinlich in den nächsten Tagen sterben würde. Sie durfte meine Mutter besuchen, obwohl sie auf der Corona Isolierstation war, was ein Zeichen ist, dass es langsam zu Ende gehen würde. Sie fragte mich, ob ich sie vielleicht nicht noch besuchen möchte und ob ich zu ihr fahren möchte. Meine Nichte lebt im Landkreis Herford, was über 600 Km von mir entfernt liegt. Ich habe mich darauf hin kurz entschlossen, am nächsten Tag dort hin zu fahren. Vorher musste ich allerdings noch Urlaub im Büro beantragen, was zum Glück kein Problem darstellte. Ich beantragte erst mal Urlaub bis zum Mittwoch der darauf folgenden Woche.

Am Samstag Morgen bin ich früh aufgestanden, habe meinen Koffer gepackt und bin auch sehr früh los gefahren. Die Fahrt nach Norddeutschland verlief sehr gut. Es war nicht viel Verkehr, auch der LKW-Verkehr war weniger als unter der Woche und so bin ich nach ca. 6 Stunden Fahrt bei meiner Nichte angekommen. Nach einer kurzen Ruhepause und einer Kleinigkeit zu Essen, sind wir beide dann am Nachmittag gegen 15 Uhr zu meiner Mutter ins Krankenhaus gefahren. Ich hatte ziemlich gemischte Gefühle dabei. Wie würde sie aussehen? Würde sie uns noch erkennen? 

Als wir im Krankenhaus ankamen, musste man sich erst einmal registrieren. Man musste einen Fragebogen ausfüllen und nur wenn man selbst gesund war, durfte man auf die Station. Meine Nichte war am Vortag  das erste Mal bei meiner Mutter gewesen und sie kannte deshalb das Prozedere. Vor der Coronastation, musste man klingeln, um die Station betreten zu können. Nach ein paar Minuten des Wartens wurde uns geöffnet und wir gingen vor das Zimmer, in dem meine Mutter lag. Wir mussten, bevor wir das Zimmer betreten durften, eine FFP3 Maske (ohne Ventil) aufsetzen, dann ein paar Handschuhe, dann einen Schutzkittel, dann noch ein paar Handschuhe, die über die Bündchen an den Ärmeln des Schutzkittel gehen sollten, dann ein Häubchen zum Schutz der Haare und über das Häubchen ein Gesichtsvisier. So geschützt betraten wir in das Zimmer.

Meine Mutter war alleine im Zimmer. Ihr Bett stand am Fenster und als ich das Zimmer betrat, hörte ich sie jammern. Sie hatte wohl Schmerzen und man sah und hörte es, dass sie sehr schlecht Luft bekam. Man hatte bei ihr, nachdem sie ins Krankenhaus gekommen war eine Lungenentzündung diagnostiziert und man hatte die Tage zuvor versucht, diese mit Antibiotika und Cortison zu behandeln. Nachdem die Behandlung leider keinen Erfolgt zeigte, hatte man die Behandlung abgebrochen. Meine Mutter wollte keine lebensverlängernde Maßnahmen, als sie ins Krankenhaus gekommen war. Damals, war sie noch klar und konnte ihren Willen klar äußern. Deshalb kam sie auch nicht auf die Intensivstation und wurde nicht künstlich beatmet. Zudem hatte ich das Gefühl, dass seit dem sie die Rückenschmerzen hatte, den Willen zu Leben verloren hatte. Sie hatte ein Leben lang Rückenschmerzen, weil sie als Kind einmal beim Rutschen auf Eis, ausgerutsch war und sich auf den Steiß gesetzt hatte. Dabei hatte sich ein Wirbel verschoben, der dazu führte, dass sie seit dem immer mehr oder weniger Schmerzen hatte. Diese sind erst besser geworden, als sie 2016 schon einmal einen Wirbelbruch hatte und dieser dann operiert wurde. Nach der Op, waren die Rückenschmerzen größtenteils weg und sie konnte ein paar schmerzfreie Jahre erleben. Vor ein paar Wochen begann sie über starke Rückenschmerzen zu klagen und ich merkte, bei den Telefongesprächen mit ihr, dass sie dem Leben überdrüssig war, obwohl sie gut in der Familie meiner Nichte eingebunden war und sie, sich sehr fürsorglich um sie gekümmert hat. Vielleicht lag es auch daran, dass schon seit ein paar Wochen kein Besuch mehr möglich war, die Schmerzen und der Tod meines Vaters im Sommer 2020, alles zusammen zu dem Verlust des Lebenswillen geführt hat.

Jetzt als ich sie nach über einem halben Jahr das erste Mal wieder sah, war ich schockiert, wie schwer sie atmete und wie sie leiden musste. Ich musste mit den Tränen kämpfen. Meine Mutter so zu sehen, tat unheimlich weh und ich empfand es einfach nur frustrierend, daneben stehen zu müssen und Nichts für sie tun zu können, außer ihre Hand zu halten und ihr das Gefühl zu geben, dass da jemand ist, der sich um sie sorgt. Sie erkannte mich und meine Nichte und sagte ein paar Worte, bevor sie wieder jammernd hinwegdöste. Sie klagte bereits seit ein paar Monaten über starke Rückenschmerzen und man hat dann vor ein paar Wochen bei ihr einen Wirbelbruch auf Grund von Osteoporose diagnostiziert. Sie bekam deswegen auch schon vor dem Krankenhaus starke Schmerzmittel und jetzt bekam sie Morphium. Meine Nichte betätigte die Klingel und bat die darauf erscheinende Krankenpflegerin, ob man meiner Mutter vielleicht nicht noch eine weitere Morphiumspritze geben könnte. Einige Minuten später, kam dann auch die Pflegerin wieder und gab meiner Mutter eine Spritze.

Meine Nichte und ich blieben etwas über eine Stunde bei meiner Mutter. Vor dem Verlassen des Zimmers musste man den Kittel, zusammen mit dem ersten Paar Handschuhe ausziehen. Dann musste man die verbleibenden Handschuhe desinfizieren. Vor dem Zimmer konnte man dann das Visier und das Häubchen ablegen, danach noch die FFP3 Maske und zum Schluss die Handschuhe. Jetzt konnte ich wieder meine eigene FFP2 Maske aufsetzen und wir verließen das Krankenhaus wieder.

Wir besuchten meine Mutter am Sonntag, am Montag und am Dienstag. Ich konnte deutlich sehen, dass es meiner Mutter von Tag zu Tag schlechter ging. Am Sonntag hat sie uns das letzte Mal wahrgenommen. Am Montag war sie nicht mehr wach und am Dienstag sah man, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis es zu Ende gehen würde. So war es dann auch. Am Dienstagabend kam dann der Anruf vom Krankenhaus, dass sie es überstanden hatte. Als meine Nichte mir die Nachricht überbrachte, lag ich schon im Bett. Ich bin darauf hin noch mal aufgestanden und meine Nichte und ich haben uns darauf hin erst mal in die Arme genommen. Ich habe mir auf der einen Seite unheimlich traurig gefühlt und auf der anderen Seite, sehr erleichtert, aber auch irgendwie gefreut, dass das Leiden meiner Mutter endlich ein Ende gefunden hat. Nachdem wir uns ein paar Minuten in den Armen gehalten haben, haben wir uns noch eine Weile unterhalten, bevor ich wieder in mein Bett gegangen bin. 

Ich hatte schon am Dienstag mit meinem Chef im Büro geklärt, dass ich bis Ende der Woche meinen Urlaub verlängern würde und so war es auch kein Problem, dass ich am nächsten Tag, zusammen mit meiner Nichte zum Bestatter fahren konnte. Es war der gleiche Bestatter wie schon im Juni bei meinem Vater. Am Donnerstag sind wir dann zusammen in Pflegeheim gefahren und haben dort das Zimmer meiner Mutter ausgeräumt. Was wir dort mitgenommen haben, war nicht mehr viel. Es waren hauptsächlich die Bilder meines Vater, die noch im Zimmer meiner Mutter hingen und ein paar persönliche Sachen. Die Kleidung haben wir dem Pflegeheim gespendet. Es war irgendwie traurig, aber es hat mich weniger emotional berührt, als die Tage zuvor, als wir an dem Pflegeheim vorbei gefahren sind und ich immer daran denken musste, dass dort  das Zimmer meiner Mutter war und das sie dort das letzte Jahr gelebt hat.

Am Freitag bin ich dann wieder nach Hause an den Bodensee gefahren, wo ich auch gut angekommen bin. Es war gut, dass ich die paar Tage vor ihrem Tod  bei meiner Mutter sein konnte, auch wenn ich gerne auf diese Erfahrung verzichtet hätte. Es hat mir geholfen  mich von ihr zu verabschieden und ich hoffe, dass sie in ihrer nächsten Existenz, gute Umstände findet und es ihr gut gehen mag (Ja, ich glaube an Wiedergeburt und an die Lehre Buddhas). Die Beerdigung wird erst gegen Ostern stattfinden und sie wird in dem Urnengrab in Friedrichshafen beigesetzt werden, wo auch schon mein Vater und mein Bruder beigesetzt wurden. Ich hoffe, dass es dann wieder möglich sein wird, dass man sich in einem gewissen Maß auch über die Grenzen der eigenen Familie hinweg treffen kann.

Das meine Mutter gestorben ist, empfinde ich als sehr traurig, aber das dies irgendwann passieren würde, war mir bewusst. Vor allem, wenn ich ihr Alter berücksichtige und ihre Vorerkrankungen, finde ich es eher ein Wunder, dass sie 94 Jahre alt geworden ist und sie und ich das Glück hatten, dass wir die letzten 57 Jahre gemeinsam in dieser Welt sein durften und das sie meine Mutter war.

Ich habe anlässlich des Todes meiner Mutter einen kurzen Vlog aufgenommen, den ihr euch hier anschauen könnt -> Vlog 14.02.2021 - Meine Mutter ist an Corona gestorben

Freitag, 1. Januar 2021

Alles Gute für 2021

 Ich wünsche allen Leserinnen meines Blogs, meinen Zuschauerinnen meines YouTube-Kanals und Abonnentinnen meines Podcasts ein gutes neues Jahr 2021. Ich wünsche euch das ihr gesund bleibt oder ihr eure Gesundheit wieder erlangen könnt. Möge es ein in allen Belangen gutes Jahr werden.

Eure Michaela

Montag, 20. April 2020

Vlog und Podcast zur Corona Krise

Am Samstag war ich ein wenig am See spazieren und ich habe dabei einen Vlog aufgenommen, in dem ich kurz darüber spreche, wie ich mich gerade in der Corona-Krise fühle und wie ich damit umgehe.



Am Sonntag habe ich eine neue Folge meines Podcasts aufgenommen, wo ich etwas ausführlicher über meinen Umgang mit der Corona-Krise spreche und wie ich mich dabei fühle.



Wie geht ihr mit der Krise um? Mich würde sehr interessieren, wie ihr das ganze verarbeitet und wie es euch dabei geht.

Dienstag, 24. März 2020

Probleme mit dem Darm

Letzte Woche war ich ein paar Tage krank, weil ich immer wieder mal sehr heftige Bauchschmerzen hatte. Als diese Bauchschmerzen begannen, fühlte es sich erst mal so an, als ob ich eine Gallenkolik hätte. Dabei habe ich ja schon die Gallenblase, mit Gallensteinen, vor ca. 1 1/2 Jahren entfernen lassen (siehe: "Die Gallensteine sind raus"). Seit dem hatte ich auch fast keine Bauchschmerzen mehr, außer letztes Jahr noch bevor ich nach Japan geflogen bin und dann im Dezember noch mal und dann jetzt seit Ende Januar immer wieder mal. Wie gesagt, es fühlte sich an als ob ich eine Gallenkolik hätte und ich habe gelesen, dass sich Gallensteine auch in den Gallengängen bilden können, auch wenn die Gallenblase entfernt wurde.

Mein Verdacht war also, dass sich so ein kleiner Stein in den Gallengängen gebildet haben könnte, denn ich hatte nicht nur Koliken, sondern auch einen ganz unangenehmen Druck im rechten Oberbauch, so eben, wie damals mit den Gallensteinen. Mein Hausarzt hat mich deshalb zur Sonographie geschickt und hat mir Blut abgenommen. Zur Sonographie war ich letzte Woche. Dabei wurde letztendlich nichts gefunden, ebenso wie im Blut. Ich muss dazu sagen, dass ich seit Samstag vor der Sonographie, dieses Druckgefühl nicht mehr habe, aber immer noch Bauchschmerzen. Meine Vermutung: Sollte ein kleiner Stein im Gallengang gesteckt haben, ist er am Samstag abgegangen, denn ich habe einmal ein leichtes Stechen dort an der Stelle gespürt und danach wurde auch das Druckgefühl besser. Der Arzt der die Sonographie durchführte, hat mich dann zur MRCP geschickt, um ganz sicher zu gehen, dass wirklich kein Stein in den Gallengängen steckt.

Die MRT mit Kontrastmitteln hatte ich dann einen Tag später und dabei wurde zum Glück nichts gefunden. Da ich am Tag vor der Sonographie, wieder extreme Schmerzen hatte, hat mir der Arzt empfohlen, ich solle doch auch einen Gastroentherologen aufsuchen, was ich direkt im Anschluss zu der Untersuchung getan habe.

Den Termin beim Gastroentherologen hatte ich dann auch direkt vor der MRCP. Allerdings war dies erst mal ein Vorgespräch, denn die eigentliche Untersuchung, eine Darmspiegelung, war dann auf den Montag morgen die Woche darauf angesetzt. Vor der Koloskopie musste ich am Tag davor eine Darmreinigung durchführen, vor der ich ehrlich gesagt, mehr Angst als vor der Darmspiegelung selbst hatte. Ich bin da glaube ich, noch von der Darmreinigung vor meiner GaOP traumatisiert. Zum Glück war es dann doch nicht ganz so schlimm wie damals, aber dafür war mein Darm auch nicht ganz so sauber, wie damals.

Die Darmspiegelung verlief recht Problemlos. Ich bekam eine leichte Narkose mit Propofol und als ich wach geworden bin, war auch die Koloskopie zu Ende. Klar, ich durfte an dem Tag nicht Auto fahren, so das ich mit dem Taxi hin und zurück fahren musste. Die Koloskopie hat zum Glück nichts erbracht. Jedenfalls wurde kein Darmkrebs, kein Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa festgestellt. Es wurde ein Polyp entfernt und mehrere Proben entnommen. Auf die Auswertung der Hystologie warte ich noch.

Es freut mich, dass ich keine ernsthaften Probleme mit meinem Darm habe, aber anderseits ist es auch sehr frustrierend, wenn ich keinen Namen zu den Schmerzen habe. Es läuft wohl auf einen Reizdarm hinaus und ich werde jetzt die nächsten Wochen versuchen, herauszufinden, wie ich die Probleme wieder weg bekomme, bzw. sie sich bessern lassen. Es kann sein, dass die Tatsache, dass meine Eltern jetzt im Pflegeheim sind und die Zeit davor mich mehr psychisch belastet hat, als ich mir eingestehen wollte. Dazu kommt, dass es bei mir im Büro ein paar Umstrukturierungen gibt, die mich zwar nicht direkt betreffen, mich aber auch nicht ganz ungerührt lassen. Weiterhin kommt, die allgemeine Unsicherheit durch die Corona-Krise, die mich natürlich auch beschäftigt. Wahrscheinlich kommen einfach ein paar Dinge zusammen, die mich psychisch mehr belasten als sonst und die mir doch mehr aus machen, als ich anfangs eingestehen wollte.

Ich werde jetzt also erst mal versuchen, herauszufinden, ob ich irgendwelche Nahrungsmittel nicht vertrage. Außerdem werde ich mich jetzt wieder vermehrt versuchen mit Hilfe einiger Entspannungstechniken, zu entspannen und so den unbewussten Stress, los zu lassen.

Das ich Durchfall und Bauchweh habe, kenne ich seit meiner Kindheit. Ich hatte damals oft, sehr heftige Bauchschmerzen, manchmal so schlimme, dass ich nicht stehen konnte. Allerdings bin ich damals nicht zum Arzt gegangen. Damals, vor über 40 Jahren, gab es auch noch nicht, diese Untersuchungsmöglichkeiten wie heute. Es gab kein Ultraschall, keine Darmspiegelung, geschweige denn ein MRT und meine Eltern haben es auch nicht als so ernst erachtet, dass sie mich zum Arzt geschickt hätten. Irgendwann waren die Schmerzen weg. Gelegentlich hatte ich dann zwar immer wieder mal Durchfall, aber so starke Schmerzen, wie die, der letzten Wochen, kenne ich sonst nur von den Gallenkoliken her. Natürlich war die Gallenkolik von den Scherzen sehr viel heftiger. Wenn die Gallenkolik eine 10 auf der Schmerzskala ist, dann waren die Schmerzen, die ich letztens hatte eine 7 oder eine 8. Ich stand mindestens 2x kurz davor, den Notarzt zu rufen. Zum Glück sind die Schmerzen dann immer wieder zurück gegangen. Immerhin weiß ich was ich tun kann, damit die Schmerzen nachlassen und ich habe auch entsprechende Medikamente zu Hause, die ich in so einem Fall nehmen kann. Manchmal hilft auch einfach nur eine Wärmflasche.

Der Supergau ist natürlich, wenn ich solche Scherzen im Büro bekomme, was mir auch schon ein paar mal passiert ist. Da hilft mir dann meistens nur noch eins, ein Medikament nehmen, das den Darm entspannt und hoffen, dass es schnell wirkt und viel trinken. Notfalls muss ich dann schnell nach Hause fahren und mich hin legen und eine Wärmflasche auf meinen Bauch legen. Bis jetzt hat dies dann immer geholfen.

Alles in Allem, hoffe ich, das sich das alles beruhigt, denn mit den Bauchschmerzen, ist es mir fast nicht möglich ein normales Leben zu führen. Die letzten Wochen, habe ich mich schon gar nicht  mehr getraut, etwas zu unternehmen (als das noch möglich war). Von daher, ist die jetzige Situation für mich, gar nicht so schlecht, denn ich muss mich nicht dafür entschuldigen, dass ich zu Hause bleibe. Natürlich hoffe ich auch, dass die Corona-Krise, bald vorüber ist und ich dann auch wieder mehr unternehmen kann und ich keine Schmerzen mehr bekomme, denn die ganze Zeit zu Hause zu verbringen, geht mir mit der Zeit doch auf den Geist.

Montag, 27. Januar 2020

Wenn die eigenen Eltern alt werden

Meine Eltern sind inzwischen beide über 90 Jahre alt und in den letzten Jahren, konnte ich mit ansehen, wie sich ihr Gesundheitszustand langsam verschlechterte. Der tiefgreifendste Einschnitt im Leben meiner Eltern war vor vier Jahren, als meine Mutter über so starke Rückenschmerzen klagte, so das sie sich ins Krankenhaus hat einweisen lassen. Das meine Mutter, diesen Schritt gewagt hat, zeugt davon, dass die Schmerzen die sie hatte, außerordentlich stark gewesen sein müssen.

Als sie im Krankenhaus war, wurde damals ein Wirbelbruch wegen Osteoporose diagnostiziert. Meine Mutter war damals über drei Monate im Krankenhaus und anschließend auch noch in einer Reha und damals sah es so aus, als ob meine Mutter in Zukunft komplett auf fremde Hilfe angewiesen sei. Zum Glück war es dann doch nicht so schlimm, aber sie ist seit dem doch auf Hilfe angewiesen. Diese hat seit damals mein Vater größten Teils geleistet, sowie die katholische Sozialstation und teilweise ich und meine Nichte.

Mein Vater konnte damals vor vier Jahren noch ohne Rolator gehen. Er hat zwar einen Stock benötigt, aber er war doch sehr viel beweglicher als meine Mutter. Dies hat sich dann aber die letzten vier Jahre ganz langsam dahin gehend geändert, dass meine Mutter zum Schluss fast besser zu Fuß war, als mein Vater. Gerade die letzten Wochen vor Weihnachten, konnte man sehen, dass mein Vater am Limit war und er dringend auch Hilfe benötigte. Ich habe damals begonnen, für meinen Vater, Pflege zu beantragen. die auch bewilligt wurde.

Über die Weihnachtsfeiertage passierte es dann, dass mein Vater stürzte und sich dabei am Hinterkopf verletzte. Im Nachhinein, war wahrscheinlich nicht die Verletzung der Grund, weshalb er am nächsten Tag nicht mehr auf die Beine kam, sondern es stellte sich im laufe der nächsten Woche heraus, dass er einen Harnwegsinfekt und ein Magengeschwür hatte. Beides zusammen, so meine Vermutung, war wohl der Grund für seine allgemeine Schwäche, die dann zu dem Sturz geführt hat. Allerdings bedeutete dies einen weiteren Wendepunkt im Leben meiner Eltern. Mein Vater konnte nicht mehr zu Hause gepflegt werden, denn er kann nicht mehr gehen und hat noch einige weitere Beeinträchtigungen, die dazu führten, dass diese Hilfe nur fachgerecht geleistet werden kann, wenn er in einem Pflegeheim betreut wird. So war es dann meine Aufgabe, erst mal für meinen Vater einen entsprechenden Pflegeplatz zu finden. Dies stellte sich allerdings als äußerst schwierig heraus, denn in der Nähe sind keine Plätze frei. Ich war schon froh, dass ich übergangsweise einen Platz zur Kurzzeitpflege gefunden hatte. Meine Nichte, die in der Nähe von Bielefeld lebt, meinte irgendwann einmal, dass bei ihr in der Nähe ein Pflegeheim ganz neu aufgemacht hätte und ob sie dort nicht mal fragen solle ob ein Platz frei sei. Das tat sie dann auch und es waren sogar so viele Plätze frei, dass auch ein Platz für meine Mutter möglich wäre.

Ab dem Zeitpunkt, als das mit meinem Vater passierte, habe ich meine Mutter täglich betreut. Zum Glück war gerade Weihnachtsurlaub, denn normalerweise muss ich arbeiten gehen. Meine Nichte, meine Mutter und ich, haben uns dann kurzfristig dazu entschlossen, die Möglichkeit, dass meine Eltern zusammen in ein Pflegeheim, in der Nähe meiner Nichte ziehen können, wahrzunehmen. So stand dann am 10. Januar der Umzug meiner Eltern an, allerdings musste vorher noch einiges erledigt werden und es ist auch jetzt noch einiges zu tun.

Für mich war diese Zeit sehr schwierig, da ich doch sehr an meinen Eltern hänge. Ich bin sehr froh, dass sie noch leben und das sie beide noch einigermaßen gesund sind. Mir wäre es zwar schon lieber gewesen, wenn sie in der Nähe von Friedrichshafen einen Pflegeplatz gefunden hätten, aber hier in der Nähe ist, wie schon geschrieben, alles belegt und man hätte sie nur auf eine Warteliste setzen lassen können. Das Pflegeheim, wo sie jetzt sind, ist sehr schön. Es ist sehr geräumig, sehr hell und es hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht. Ich hoffe, meine Eltern können dort noch einige schöne Jahre verbringen, denn so wie es davor war, konnte es nicht weiter gehen. Allerdings hatte sich mein Vater immer gegen ein Pflegeheim ausgesprochen. Ich kann seine Angst auf der einen Seite verstehen, bedeutet, der Gang in ein Pflegeheim doch, dass man einen Großteil seiner Freiheiten aufgibt. Aber andererseits waren meine Eltern zum Schluss so eingeschränkt, dass ich der Ansicht bin, dass sie jetzt im Pflegeheim sehr viel mehr Freiheit haben als zu Hause und vor allem Lebensqualität gewonnen haben.

Ich habe für mich jedenfalls beschlossen, dass ich, wenn ich in das entsprechende Alter komme, mich rechtzeitig nach einem Pflegeplatz umschauen werde und dann vielleicht auch die Möglichkeit habe, in das Heim gehen zu können, das ich mir ausgesucht habe, doch bis es soweit ist, hoffe ich noch einige interessante Dinge erleben zu dürfen. Außerdem werde ich mich weiter bemühen, so fit wie möglich zu werden und mich bemühen, dies so lange wie möglich auch zu bleiben, damit ich so lange, wie möglich ein selbst bestimmtes Leben führen kann.