Donnerstag, 24. Oktober 2013

My Fair Lady in Schaffhausen

Herrlichstes Wetter mit sehr warmen und angenehmen Temperaturen hatten wir am Samstag den 19. Okltober. Henriette, eine gute Freundin aus der Nähe des Schwarzwaldes hatte schon vor ein paar Wochen mich und einige andere Bekannte gefragt, ob wir nicht Lust hätten, mal ein Musical in Schaffhausen anzuschauen. Die Wahl fiel auf "My Fair Lady", das im Stadttheater von Schaffhausen von der Kammeroper Köln gespielt wurde. Es ist schon wieder ziemlich lange her, daß ich das letzte Mal in Schaffhausen war (April 2009). Wir wollten uns am Rheinfall treffen und dort, bevor wir in das Theater gehen wollten, noch einen Kaffee trinken. Leider ist es dazu nicht gekommen, da auf der Fahrt nach Schaffhausen, bzw. in Schaffhausen selbst ein Feuerwehreinsatz dazu geführt hat, daß der Verkehr durch die Stadt umgeleitet wurde und sich dadurch ein handfester Stau bildete. Wir kamen alle später am vereinbarten Treffpunkt an und so hatten wir nur noch Zeit, um an der Uferpromenade des Rheinfalls ein kurzes Stück spazieren zu gehen, bevor wir uns schon in Richtung des Theaters aufmachen mußten.

Das Stadttheater in Schaffhausen ist schon ein älteres Theater, aber es hat auf mich einen sehr schönen Eindruck gemacht. Das Musical "My Fair Lady" war mir schon vor dem Besuch bekannt. Es ist eines der wenigen Musicals die ich kenne und dessen Verfilmung ich schon mal im Fernsehen gesehen habe. Die berühmte Szene "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen" ist glaube ich den meisten bekannt und die Geschichte bietet jetzt auch keine Überraschungen mehr. Dennoch hat mir die Vorführung sehr gut gefallen. Ich fand es spannend von meinem Sitz aus in den Orchestergraben schauen zu können und so ein wenig von der Arbeit des Orchesters mitzubekommen. Aber auch das Stück an sich hat mir sehr gut gefallen. Die Musik und auch der Gesang wurde sehr gut vorgetragen. Die Schauspieler auf der Bühne haben mit sehr viel Herz und Einsatz gespielt. 

Nach dem Musical sind wir sieben Damen wieder nach Deutschland gefahren und sind in ein Restaurant gefahren, daß unsere Bekannte Henriette vorgeschlagen hatte. Es heißt Bibermühle und liegt kurz hinter der Grenze zwischen Schaffhausen und Donaueschingen in Blumenfeld. Das Restaurant ist, wie der Name vermuten läßt, in einer alten umgebauten Mühle, mit viel Fachwerk und Holz. Es ist sehr schön hergerichtet und hat einen sehr gehobenen Eindruck gemacht. Wir wurden sehr freundlich und zuvorkommend bedient, obwohl wir doch recht spät in das Lokal gekommen sind und die Küche eigentlich nur bis halb Neun geöffnet gewesen wäre. Wir haben uns in der Bibermühle alle sehr wohl gefühlt und wir haben hier einen sehr schönen Ausklang eines sehr schönen Tages gefunden.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Ein paar Neuerungen im Blog

Wer regelmässig hier auf meinem Blog vorbei schaut, wird vielleicht bemerkt haben, daß ich hier im Blog ein paar kleine Änderungen eingebaut habe. Das Auffälligste sind vielleicht die Plug-Ins von AddThis, die sich am linken Rand und ganz oben rechts zeigen. Wenn man im Blog nach unten scrollt taucht dann irgendwann mal unten links ein Seitenelement auf und ganz unten, sozusagen auf der letzten Seite gibt es ein paar Empfehlungen von AddThis.

Neben diesem Plug-In habe ich auch das Kommentarsystem auf Disqus umgestellt. Keine Angst, die alten Kommentare sind nicht verloren. Im Augenblick (17.10.2013 / 21.00 Uhr) sind die alten Kommentare noch dabei bei Disqus importiert zu werden. Wenn alles klappt, sollten die alten Kommentare innerhalb von 24 Stunden verfügbar sein. Ich finde das Kommentarsystem von Disqus besser als das von Blogger/Google und da ich das System schon bei einem meiner anderen Blogs einsetze und es schätzen gelernt habe, habe ich dieses System jetzt auch auf meinem Hauptblog installiert.


Nachtrag:
Inzwischen (18.10.2013) sind die alten Kommentare nach Disqus migriert.

Montag, 14. Oktober 2013

8. Historisches Markttreiben zu Meersburg (Mittelaltermarkt)

Es ist schon eine ganze Weile her, daß ich das letzte Mal den jährlichen Mittelaltermarkt in Meersburg besucht habe. Das letzte Mal war ich glaube ich 2008 dort. Der mittelalterliche Markt in Meersburg findet immer im Herbst statt, was mir sehr gut gefällt, denn es ist dann nicht so warm. Das Markttreiben findet auf dem Marktplatz von Meersburg vor dem neuen Schloß statt und in ein paar Seitengassen, die vom Marktplatz abzweigen. Wer die Örtlichkeiten kennt, weiß, daß der Marktplatz jetzt nicht so groß ist, aber dennoch groß genug, um einige Stände und eine Bühne aufzubauen.  An den Ständen wurde entweder deftiges Essen feil geboten, oder es wurden Schmuck und mittelalterliche Kleidung angeboten. Auf der Bühne traten mehrere Gaugler und Spielleute auf, die für Unterhaltung sorgten. Eine der Höhepunkte des Markttreibens war sicherlich der Zug der mittelalterlich gewandeten Darsteller aus der Partnerstadt Meersburg aus San Gimigniano aus Italien. Der Verein "I Cavalliera de Santa Fina" trat mit einem Trommlern, Fanenschwingern, Rittern und Tänzern auf, wobei die Kunst des Fanenschwingens vielleicht das beeindruckenste Schauspiel war. Mir hat das Markttreiben sehr gut gefallen und ich hätte am liebsten bei dem ganzen Schauspiel in einem hübschen mittelalterlichen Kleid daran teilgenommen, wenn ich so etwas besitzen würde.


8. Mittelalterliches Markttreiben zu Meersburg auf dem YouTube-Kanal Michaelas Welt

Sonntag, 13. Oktober 2013

Transgender Euregio Treff im Oktober 2013

Eine kleine Runde traf sich gestern zum Transgender Euregio Treff, wir waren insgesamt zu sechst, wobei eine Teilnehmerin nicht mit auf das Bild wollte und deshalb hier bei dem Foto so freundlich war, auf den Auslöser zu drücken. Es waren alles Stammgäste, die schon einige Male zum TET gekommen sind, aber eher unregelmässig zum Treff kommen, weshalb die Wiedersehensfreude um so größer war. Einige kannten sich noch nicht und so wurden neue Bekanntschaften geschlossen.  Wir sassen bis kurz vor zwei Uhr im Wirtshaus am Gehrenberg zusammen und haben lagen noch miteinander geredet und wahrscheinlich hätten wir uns noch länger unterhalten, wenn wir nicht wieder mal die letzten Besucherinnen gewesen wären und wir die Geduld des Teams des Wirtshauses nicht länger strapazieren wollten. 

Es war ein unheimlich schöner und ausgelassener Abend, in dem wir uns über viele Dinge unterhalten konnten, die man so nur in einem persönlichen Gespräch angemessen darlegen kann. Es waren dies zwar teilweise Themen, die immer wieder mal hoch kommen, wie z.B. ob ein Coming-Out bei einzelnen sinnvoll ist und wie denn die Umgebung darauf reagieren würde. Hier lassen sich natürlich keine Patentrezepte geben, da dies immer auf die Lebenssituatiuon darauf ankommt, aber es tut gut, wenn man sich hier den Rat anderer einholen kann, die sich diese Fragen auch schon gestellt haben und ihr Coming-Out geschafft haben. Es waren aber auch Themen, die eher selten angesprochen werden. Zum Glück unterhalten wir uns nicht nur über schwere Themen, sondern lassen auch Raum für unbeschwertes und leichtes, das das Leben doch erst lebenswert macht.

Ich glaube, allen Teilnehmerinnen des Transgender Euregio Treffs hat der gestrige Abend sehr gut gefallen, jedenfalls hat es auf mich den Eindruck gemacht. Mir hat er auch sehr gut gefallen und ich hoffe, daß beim nächsten Treff im November wieder so eine nette Runde zusammen kommt.

Der nächste Transgender Euregio Treff findet am 09. November 2013 ab 19.00 Uhr im Wirtshaus am Gehrenberg statt. Bitte melde dich vorher an, damit wir auch genügend Plätze reservieren können. Anmeldung bitte an anmeldung@transgender-euregio-treff.de oder auf der Anmeldeseite des TET.

Ursprüngliches Posting auf der Seite des Transgender-Euregio-Treffs -> http://bit.ly/17zjAn2

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Wieder mal wird eine Randgruppe zur Profilierung benutzt

In dem Artikel "Dieter Wiefelspütz will Waffenrecht auf Prüfstand stellen lassen" auf der Seite der deutschen Huffington Post, regt Herr Wiefelspütz die kritische Überprüfung des deutschen Waffenrechtes an. Da ich selbst seit vielen Jahren Sportschützin bin, bin ich was das Thema Waffen und Sportschiessen angeht, nicht ganz unbefangen und deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, hierzu etwas zu schreiben.

Ich habe oftmals das Gefühl, daß immer wenn die Politiker nicht mehr wissen, wie sie sich in den Medien profilieren können, solche Äußerungen kommen, wie in dem erwähnten Artikel. Entweder werden die bösen Sportschützen in die Pfanne gehauen oder es werden irgendwelche andere Randgruppen klischeehaft verteufelt. Für die Rechten sind es die Ausländer und für die Linken unter anderem die Sportschützen. Wahrscheinlich liegt das daran, daß viele Sportschützen eine eher konservative Haltung haben und somit nicht zu den Unterstützern des linken Spektrums gehören (Es gibt natürlich auch Sportschützen/Sportschützinnen, die das linke Spektrum unterstützen).

Ich finde diese Art der Auseinandersetzung mit dem Thema als unfair und demagogisch. Ja, ich bin Sportschützin und ich bin keine Psychopathin, so wie wahrscheinlich 99,9999999% aller meiner Schützenkolleginnen und -kollegen auch. Mir ist bewußt was eine Waffe anrichten kann, welche Energie hinter einem abgefeuerten Projektil steckt und deshalb finde ich, die Art, wie Waffen in Deutschland aufbewahrt werden müssen und  die Anforderungen um legal eine Waffe erwerben zu dürfen, als sinnvoll an.

Wenn man das Risiko ganz minimieren wollte, dann müßte man jegliche Art von Waffen verbieten. Das würde dann aber auch bedeuten, daß es keine deutschen Sportlerinnen und Sportler mehr gäbe, die beim Biatholon mitmachen könnten und keine deutsche Beteilung deutscher Sportlerinnen und Sportler bei anderen internationalen Sportwettkämpfen, wie z.B. den Olympischen Spielen in den unterschiedlichsten Schießsportdisziplinen. Es würde bedeuten, daß man in Deutschland eine international anerkannte Sportart mit einer langen Tradition komplett verbieten lassen müsste.

Auf der anderen Seite finde ich aber, daß das Leben ein gewisses Lebensrisiko beinhaltet und man nicht alles verbieten kann, was eine potentielle Gefahr beinhaltet. Wenn man das machen wollte, müsste man in letzter Konsequenz, auch das Autofahren verbieten, denn auch hier kommt es immer wieder vor, daß jemand ganz bewusst einen Unfall verursacht, um sich selbst das Leben zu nehmen und dabei es darauf anlegt eine unbeteiligte Person zu töten, aber nur weil es dieses Phänomen gibt, kommt niemand auf die Idee, das Autofahren einschränken zu wollen bzw. unter restriktiveren Vorgaben zu erlauben, als sie zur Zeit schon bestehen.

Ich finde, hier wird mit zweierlei Maß gemessen und versucht Beifall und Zustimmung zu erhaschen. Auch wenn der Deutsche Schützenbund der viertgrößte Sportverband in Deutschland ist und 1,4 Mio. Mitglieder hat, hat man als Schütze bzw. Schützin jedesmal das Gefühl man sei ein Verbrecher_in bzw. ein Straftäter, wenn mal wieder gegen die (Achtung Ironie und Polemik) bösen Sportschützen und Jäger geschrieben wird. Nein schlimmer noch, ich habe oftmals das Gefühl, daß diejenigen die hier die Sportschützen_innen diffarmieren, diese alle als potentielle Psychopathen sehen und deren gesunden Geisteszustand anzweifeln. Natürlich sind die Sportschützen_innen alle in gleichen Maße gesund bzw. krank, wie der Rest der Bevölkerung auch und hier sind Sicherungsmaßnahmen in das deutsche Waffengesetz eingebaut, die dazu führen, daß die Anzahl derjenigen, die geistig gesund sind und eine Waffe als Sportgerät benutzen dürfen, wahrscheinlich sogar höher ist, als unter dem Rest der Bevölkerung. Auch wenn jemand, den Reiz einer Sportart nicht nachvollziehen kann, den diese Ausübt, so sollte man doch als aufgeklärte und gebildete Person, soweit sein, daß man es akzeptieren kann, daß diese Sportart jemanden gefällt und diese mit viel Engagement betreibt ohne an den Geisteszustand, der Person zu zweifeln, die diese Sportart mit viel Leidenschaft ausübt.

Es ist natürlich eine Abwägung von Freiheitsrechten und dem Bedürfnis nach Sicherheit, die diese Diskussion über das Waffenrecht prägt und ich finde, daß diese ausgewogen sind. Ich persönlich habe lieber das Gefühl etwas mehr Freiheit zu haben und gehe dafür ein etwas höheres Lebensrisiko ein. Andere haben hier sicher andere Prioritäten, was natürlich auch legitim ist. Um so mehr finde ich es sinnvoll, wenn man sich auf vernünftige Art und Weise über so ein Thema austauscht und es nicht als Mittel benutzt um Ängste zu schüren und sich dann als Heilsbringer darzustellen versucht.

Montag, 7. Oktober 2013

Vlog 06.Oktober 2013 - Waldspaziergang

Ich habe mir gedacht, ich versuche mal was anderes und ich nehme den Vlog nicht bei mir zu Hause in der Wohnung auf, sondern in freier Natur. So kann ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, ich komme zu einem Spaziergang und kann einen Vlog aufnehmen.

Ich berichte über meinen Urlaub, der leider schon zu Ende ist. Ich berichte kurz über den Ausflug nach Hamburg und darüber, daß ich in der zweiten Urlaubswoche, mir einen Harnwegsinfekt zugezogen hatte und ein paar Tage das Bett hüten mußte. Weiter berichte ich über ein paar Bücher, die ich gelesen habe, wie z.B. das Buch "Einfach liegen lassen: Das kleine Buch vom effektiven Arbeiten durch gezieltes Nichtstun (affiliate-Link)" worüber ich demnächst noch eine Rezension, vielleicht auch eine Videorezension schreiben bzw. aufnehmen möchte. Weiterhin erzähle ich etwas über Bücher, auf die ich mich freue und die demnächst erscheinen werden. Ganz besonders freue ich mich auf den neuen Roman mit Flavia de Luce "Schlussakkord für einen Mord"(affiliate-Link), der jetzt im November erscheinen wird. 

Was haltet ihr von dem Vlog und das ich ihn freilaufend aufgenommen habe? Soll ich das öfters machen oder soll ich lieber wieder von meinem Sofa aus oder meinem Küchentisch die Vlogs drehen? Bitte schreibt mir eure Meinung dazu.


Vlog 06.Oktober 2013 - Waldspaziergang auf dem YouTube-Kanal Michaelas Welt

Farah präsentiert die Hansestadt Hamburg

Während unseres Ausfluges nach Hamburg, habe ich natürlich auch ein paar Fotos und ein paar Videoclips aufgenommen. Leider hat es etwas gedauert, bis ich dazu gekommen bin, alles zu einem Video zu verarbeiten. In dem Video sind Clips von der Stadtrundfahrt, der Hafenrundfahrt, unserem Besuch in Hagenbecks Tierpark, auf der Reeperbahn und der Speicherstadt verarbeitet. Ich hoffe, das Video gefällt euch. Bitte gebt einen Daumen nach oben und abonniert unseren YouTube-Kanal www.menschen-dieser-erde.de


Moderatorin Farah Zeiner präsentiert die Hansestadt Hamburg 
ursprünglich hochgeladen auf dem YouTube-Kanal Menschen dieser Erde

Freitag, 4. Oktober 2013

Die kulturelle Konstruktion der Geschlechterrollen

In dem Beitrag bzw. Podcast In trockenen Büchern: Menschheitsgeschichte von Alexandra Tobor bespricht Alexandra, das Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" von Dr. Yuval Harari. Darüber möchte ich jetzt allerdings nichts schreiben, sondern über ihre Ausführungen gegen Ende ihres Podcasts, wie Männlichkeit und Weiblichkeit im kulturellen Zusammenhang entsteht (ab 25:20 bis 26:50).

Alexandra sagt es sehr gut und ganz klar, daß es nicht reicht, mit einem X und einem Y Chromosom geboren zu werden um ein Mann zu sein, bzw. mit zwei X Chromosomen um eine Frau zu sein. Viele Menschen versuchen, obwohl sie per Genetik eine Frau bzw. ein Mann sind, ihre Umwelt davon zu überzeugen, daß sie tatsächlich eine Frau bzw. ein Mann sind, in dem sie die kulturellen Regeln, die im Zusammenhang der Geschlechterrollen existieren penibelst befolgen. Mir fallen diese kulturellen Regeln wahrscheinlich eher auf, wie den meisten anderen Leuten, da ich lange versucht habe den Erwartungen der Umwelt gerecht zu werden und versucht habe, nach außen männlich zu erscheinen, obwohl ich mich selbst immer eher als weiblich empfunden habe. Auch jetzt, als ich in der weiblichen Rolle lebe, beobachte ich immer noch, wahrscheinlich mehr als andere, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Die Geschlechtsrolle ist kulturell geprägt, aber wo man sich selbst verortet, ob man sich selbst als männlich oder weiblich einsortiert, ist nicht durch die äußeren Geschlechtsmerkmale bestimmt, sondern durch das eigene Empfinden, durch das Empfinden, in welcher Gruppe man sich selbst sieht. Bei den meisten Menschen passen Empfinden und das Äußere zusammen und bei ein paar wenigen leider nicht. Diese wenigen, die es dann wagen, in den Augen der Normalbevölkerung, gegen die Natur zu verstossen und sich entgegen den ursprünglichen Erwartungen ihrer Umwelt verhalten, verunsichern dann oftmals die Leute, da sie durch ihre Existens, den Menschen erahnen lassen, daß diese ganze Geschlechtersache nur eine kulturelle Übereinkunft ist und nichts feststehendes natürliches ist. Es ist nicht Gott gewollt, in welcher Rolle ich lebe, aber es ist vielleicht biologisch determiniert, ob man sich selbst als weiblich oder männlich einsortiert, aber damit hat es sich schon. Wie ich mich dann verhalte, ist dann nur noch der Versuch, möglichst den Erwartungen der Umwelt gerecht zu werden, um auch von meinen Mitmenschen als weiblich oder männlich gelesen zu werden und anerkannt zu werden. Das ist, finde ich fast wichtiger, als die körperlichen Merkmale, die die Mitmenschen im Normalfall nicht zu Gesicht bekommen.

Aber gerade als transidente Person, die erst im fortgeschrittenen Lebensalter, den Rollenwechsel durchführt, geraten manche bei den vielen ungeschriebenen geschlechtsspezifischen Verhaltensnormen schnell an die Grenzen der Anpassungsfähigkeit. Viele dieser Regeln bekommen die Mädchen und Jungs im Spiel, im Zusammensein mit ihresgleichen in der Kindheit und Jugend mit. Man nennt das Sozialisation und diese Sozialisation lässt sich meinen Beobachtungen nach nur sehr schwer nachholen. Es reicht dann eben oft nicht aus, als Frau mit männlicher Vergangenheit, sich einen Rock und hochhackige Schuhe anzuziehen, sich die Haare wachsen zu lassen, lange manikürte Fingernägel zu haben, sich zu schminken und dann zu glauben, daß man dadurch für die Umwelt als Frau erscheint. Wenn das Auftreten, die Sprache (ich meine nicht die Stimmhöhe), die Gestik, der Umgang mit seinen Mitmenschen, nicht zu den Rollenerwartungen passt, dann kann es sehr schnell passieren, daß diese Person, trotz ihres möglicherweise perfekten äußeren weiblichen Erscheinungsbildes, nicht als Frau akzeptiert wird und abgelehnt wird. Mir selbst ist das zum Glück noch nicht passiert, aber mir ist bewusst, daß ich, was das Thema weibliche Sozialisation angeht, wahrscheinlich niemals das verpasste nachholen werde. Aber zum Glück findet hier auch in der Gesellschaft ein Wandel statt. Die Geschlechterrollen sind zum Glück nicht mehr ganz so starr, wie sie es noch vor 30 oder 40 Jahren waren und hier sind wir wieder bei dem Podcast, der der Grund ist, weshalb ich diesen Beitrag hier geschrieben habe. Die Geschlechterrollen sind nichts göttliches, naturgegebenes, das unwandelbar wäre. Nein, sie sind kulturellen Ursprungs und wandelbar und ich hoffe, daß sie sich noch mehr in Richtung eines Rollenverständnisses ändern, das sich die Menschen auf Grund ihres eigenen Empfindens für eine Rolle entscheiden können und auch zwischen den Rollen wechseln können, ohne deshalb mit Diskriminierung rechnen müssen.

Was wünscht ihr euch, im Bezug auf die Entwicklung der Geschlechterrollen? Was wünscht ihr euch, wohin die Reise gehen soll?

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Podcast MW #134: Urlaub und Hamburg



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Ich berichte kurz wie die Reise nach Hamburg und wie mein Urlaub verlaufen ist.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Wir waren in Hamburg - Teil 5 - (Es geht nach Hause)


Farah und ich hatten vor, daß der letzte Tag in Hamburg entspannt und etwas ruhiger verlaufen sollte, als die Tage davor. Wir wollten deshalb etwas unternehmen, das uns nicht so viel abverlangt. Uns erschien ein Besuch in der Speicherstadt als das Richtige. Hier begegnen sich alt und neu, auf der einen Seite, die alten Gebäude in Backsteingothik und auf der anderen Seite, die hoch modernen Gebäude, die erst in den letzten Jahren gebaut wurden. Wir haben die Speicherstadt schon während der Stadtrundfahrt und während der Hafenrundfahrt gesehen, aber sie dann selbst per Fuß zu erleben, ist dann doch ganz was anderes.

Unser erstes Ziel, nach dem wir unser Auto im Parkhaus abgestellt hatte, sollte das Speicherstadtmuseum werden. Als wir in dessen Richtung gingen, kamen wir an mehreren Tepichhändler vorbei, die den Verkauf ihrer Orientteppiche in den alten Speichern der Speicherstadt eingerichtet hatte. Sie hatten dabei die Tür zu den Lagerräumen weit aufgemacht und so konnte man sehr gut in das Geschäft und die schönen Teppiche sehen. Nach einigen Metern des Weges kamen wir dann an das Gewürzmuseum und wir haben uns dann ganz kurz entschlossen, dieses zu besichtigen. Hier wird alles über Gewürze, deren Handel und Verarbeitung gezeigt. Es befindet sich im Obergeschoß eines der Speicher und wird, wie es aussieht privat betrieben. Der Eintrittspreis war auch in Ordnung, wie ich finde und die Ausstellung ist sehr liebevoll und mit vielen Exponaten gestaltet. Direkt neben dem Museum bietet sich dann noch die Möglichkeit, bei einem Händler, Gewürze und einiges mehr zu kaufen. Wir haben uns auch hier umgeschaut und konnten der Versuchung nicht wiederstehen, etwas zu kaufen. 

Weil Farah Hunger bekam und ich einem kleinen Imbiss auch nicht abgeneigt war, sind wir auf Empfehlung der netten jungen Frau an der Kasse des Gewürzmuseums zum Kesselhaus gegangen. Das Kesselhaus ist ein Infocenter der Stadt Hamburg, das über den Ausbau der Speicherstadt informiert und hier gibt es auch ein Cafè, wo es auch leckere Salate und auch Kuchen gibt. Farah hat sich dort einen Kuchen gegönnt und Farah einen Salat und während wir uns stärkten, war eine große Gruppe von Leuten in dem Raum, denen an Hand eines Modells der Speicherstadt erklärt wurde, wie sie einmal aussehen soll, die Speicherstadt.

Nach dem Imbiss, sind wir dann zum Speicherstadtmuseum gegangen, das nur wenige Meter neben dem Gewürzmuseum liegt. In diesem Museum, wird die Geschichte der Speicherstadt gezeigt. Sie war ja lange ein Freihafen, war also ausserhalb des Zollhoheitsgebietes Deutschlands gelegen. Der Grund, warum dies so eingerichtet wurde, lag an dem Beitritt Hamburgs nach 1871 zum Deutschen Reich und den speziellen Gegebenheiten Hamburgs. Ich möchte das hier jetzt nicht weiter ausführen, wen es interessiert kann hier bei Wikipedia schauen, wie sich das genau verhält https://de.wikipedia.org/wiki/Speicherstadt. Auch dieses Museum befindet sich auf einer Etage eines der Speicher und wird wohl auch privat betrieben. Es ist auch sehr schön gestaltet und es macht Spaß sich die Geschichte und die Geschichten rund um die Speicherstadt ins Leben zu rufen.

In einem der Museen, hatten wir einen Flyer des Cocoversums gefunden und dieses Chocoversum, also ein Schokoladenmuseum, war als nächstes unser Ziel. Es lag nicht in der Speicherstadt, aber an dessen Rande. Hier kommt man nur mit Führung hinein und wir hatten Glück. Wir kamen kurz vor 14.00 Uhr dort an und die nächste Führung begann um 14.00 Uhr. Die junge Frau, die uns durch die Ausstellung führte, strahlte eine frische und Quirlligkeit aus, wie ich sie sonst selten erlebt habe. Sie erzählte uns alles über die Ernte der Kakaobohnen, wie diese weiter verarbeitet werden und wie daraus zum Schluß Schokolade wird. Sie machte dies auf eine sehr verständliche Art und Weise und da sie uns Zuschauer immer wieder beteiligte, in dem wir von den verschiedenen Kakao- und Schokoladenzwischenprodukten kosten durften, verging die Führung wie im Fluge. Während der Führung hatten wir auch die Gelegenheit, selbst unsere eigene Schokolade zu kreieren. Wir durften aus drei verschiedenen Zutaten, wie Gummibären, Krokant und Nüssen wählen und diese in eine Schokoladenmasse einbetten, um dann selbst die Schokomasse in die Form zu rütteln. Am Ende der Führung, konnten wir unsere Schokolade dann in Empfang nehmen. Die Atmosphäre unter den Zuschauern war sehr locker und es hat den Besuchern der Show sichtlich Spaß gemacht. Immerhin waren wir alle Liebhaberinnen und Liebhaber von Schokolade. 

Nach dem Chocoversum, sind wir dann zum Hotel gefahren, um nochmal Kraft für den Abend zu sammeln. Wir hatten uns mit unserem Bekannten, Luca-Gunder, verabredet und zwar auf der Reeperbahn. Wir wollten die Amüsiermeile von Hamburg noch mal besuchen und dieses mal, wollten wir in die Olivia Jones Bar gehen, die am Montag noch geschlossen war. Es war tatsächlich sehr viel mehr los auf der Reeperbahn, als noch am Montag und auch die Bar, das Cabaret und die "Wilden Jungs" eine Bar, in die nur Frauen hinein dürfen, hatten Donnerstags auf. Alle drei Lokalitäten gehören zu Olivia Jones kleinem Imperium, wie wir dank unseres Hamburger Führers erfuhren. Wir sind natürlich in allen dreien drin gewesen, leider durfte unsere männliche Begleitung nicht mit zu den "Wilden Jungs" hinein und die Olivia Jones Bar war überfüllt, so daß wir schließlich in dem Cabaret gelandet sind. 

Farah war gespannt, ob wir Olivia Jones persönlich zu Gescicht bekommen würden. Die Kassiererin am Eingang sagte uns, daß Olivia Donnerstags nicht hier sei. Wahrscheinlich, weil wir schon recht früh unterwegs waren, haben wir auch ohne Probleme noch einen Sitzplatz gefunden. Leider haben wir erst gegen Später festgestellt, daß die Bar zum größten Teil und damit meine ich auch die Bühne, der Raucherbereich ist. Der Nichtraucherbereich ist ein kleines Kabuff mit Fenstern am Rande des Raumes. Zum Glück war die Belastung mit dem Rauch erträglich. Ich merkte allerdings, daß ich es als sehr ungewohnt empfand, daß hier fast überall geraucht wurde und wir vollgequalmt wurden. 
Plötzlich kam Olivia Jones in den Raum. Sie ist nicht zu übersehen und ich hätte nicht gedacht, daß sie so groß ist. Das sie etwas größer ist, als normale Menschen habe ich zwar geahnt, aber wenn
man sie dann sieht, ist man jedenfalls doch etwas überrascht, jedenfalls ging es mir so. Farah wollte sich unbedingt mit ihr zusammen fotografieren lassen und so sind wir schnurstracks zu ihr hin und haben sie gefragt, ob wir sie, zusammen mit Farah fotografieren dürfen. Sie war sofort damit einverstanden und wir gingen in den Vorraum, wo sich Farah neben sie stellte. Ich machte ein Foto und nachdem ich den Aulöser betätigt hatte, merkte ich, daß ich vergessen hatte den Blitz einzuschalten. Ich bat die beiden, noch stehen zu bleiben, damit ich noch ein Foto machen kann, was dann auch besser geworden ist, als das erste. Allerdings war danach der Akku alle, so daß es leider kein Foto von mir, zusammen mit Olivia Jones gibt, denn schon war die nächste Besucherin des Kabarets da und wollte sich zusammen mit Oliva fotografieren lassen und bis ich den Ersatzakku aus meiner Tasche geholt hatte, war sie auch schon wieder verschwunden. Nun gut, ist nicht so schlimm, ich bin ja kein so ein Fan von ihr.
Wir haben uns dann noch den ersten Teil der Show angeschaut, den wir allerdings nicht so toll fanden und sind dann danach gegangen. Ich habe noch unseren Bekannten nach Hause gefahren bevor wir wieder ins Hotel sind. Bis ich mich schlafen legen konnte war es halb eins. Am nächsten Tag sollte es wieder nach Hause gehen und ich war froh endlich im Bett zu sein.

Die Fahrt nach Hause verlief ziemlich ereignislos. Wir sind sehr gut vorwärts gekommen und wir hatten keinen Stau. Ich fand es schade, daß wir am Geburtstag von Farah im Auto auf der Autobahn unterwegs waren. Wenn wir in Berlin gewesen wären, hätten wir sicherlich ihren Geburtstag gebührend begehen können, aber wie heißt es so schön "Hätte, hätte, Fahrradkette". 

Das war also unsere Reise nach Hamburg. Mir hat die Reise soweit ganz gut gefallen und ich glaube, auch Farah hat es gefallen. Sie hat mehrfach gesagt, daß sie die Stadt und die Menschen dort mag. Die Menschen dort mag ich auch sehr, ihre lockere und unkomplizierte Art, aber die Stadt an sich mag ich nicht so sehr. Ich könnte mir jedenfalls nicht vorstellen dort zu leben.