Montag, 16. Juli 2007

CSD-Konstanz 2007


CSD-Konstanz
Originally uploaded by lkosn.
Es ist Samstagmorgen um 6.00 Uhr und mein Wecker klingelt. Ich habe recht gut geschlafen und würde zwar jetzt noch gerne etwas liegen bleiben, aber ich muß aufstehen. Ich möchte heute Vormittag nach Konstanz fahren, da dort heute der CSD stattfindet, möchte ich dort auch früh genug sein, damit ich noch einen guten Parkplatz bekomme. Nach dem Frühstück, das ich natürlich ganz gemütlich zu mir nehme, beginne ich mich zu richten. Das ganze auch wieder ohne Hektik, immerhin ist heute Samstag. Bis ich soweit bin, daß ich los fahren kann, ist es doch tatsächlich 9.00 Uhr geworden und ich bin froh, daß ich schon so früh aufgestanden bin.

Ich fahre los, die Sonne scheint und der Wetterbericht scheint recht zu haben, daß es heute ein sehr schöner und warmer Tag werden soll. In Erwartung der hohen Temperaturen habe ich auch nur einen Sandfarbenen Rock angezogen und ein Mikrofaser Shirt. Für alle Fälle nehme ich zwar noch eine Jacke mit, aber ich denke, die werde ich heute nicht brauchen. In Meersburg komme ich glücklicherweise gleich auf die Fähre und muß nicht warten und so bin ich tatsächlich kurz vor 10.00 Uhr in Konstanz auf dem Parkplatz. Zuerst löse ich einen Parkschein und dann gehe ich in die Fußgängerzone. Dort gehe ich zuerst mal zum Geldautomaten der Sparkasse um mich noch mit etwas Kleingeld zu versorgen und danach, bummle ich ein wenig und schaue mir die Schaufenster an. Ich gehe ins Karstadt und schau mich dort auch ein wenig um, aber ich finde nichts wofür ich mich erwärmen könnte. Gegen halb elf gehe ich dann in Richtung Stadtgarten, denn meine Bekannte Farah, hat dort noch Chorprobe und ich hoffe sie dort zu treffen. Kurz bevor ich vor dem Festgelände bin, klingelt mein Handy und Farah ist am anderen Ende. Sie fragt, ob ich zu ihr in den Stadgarten kommen kann und ich kann sie schon sehen. Wir begrüssen uns und ich bin froh, nicht mehr alleine in Konstanz zu sein. Ihre Chorprobe beginnt. Während dessen sehe ich einen Bekannten, der überraschender Weise beim Organisationsteam des CSD mit dabei ist. Ich winke ihm und wir unterhalten uns, während die Wehnüsse im Hintergrund singen.

Nach der Chorprobe gehen Farah und ich in Richtung Altstadt. Wir haben durst und so entschliessen wir uns was zu trinken. Wir gehen dazu in den Klimperkasten, der auch noch sehr günstig liegt, denn er ist nich weit vom Aufstellungsgelände der CSD-Parade entfernt, die um 12.00 Uhr losgehen soll. Kurz vor Mittag gehen wir zum Aufstellungsplatz und bewundern die Wägen und die Gruppen, die mitmachen. Ein paar davon sind richtig schräge Vögel, aber die meisten sind doch eher normal. Vorne an der Spitze der Demo treffen wir auf eine einsame Transsexuelle, die den "Freundeskreis Transidenter Menschen Ulm e.V." (TransUlm) representiert. Da sie ganz alleine ist, entschliessen wir uns, sie zu begleiten. Leider sind wir nicht mehr, und ich finde das wirklich schade. Denn die meisten Menschen denken bei Transsexuellen doch eh meistens an Rotlichtmileu oder an Männern die aufgetranst einfach nur schrill sind. Die Parade ist, denke ich eine gute Möglichkeit zu zeigen, daß wir ganz normal sind und nichts wovor sich Ottonormalbürger fürchten müsste. Aber das ist ja auch Sinn und Zweck der ganzen Veranstaltung. Die Parade geht kurz nach Mittag los und wird durch viele Pausen unterbrochen. Die Parade wird angeführt von einem Fanfarenzug, gefolgt von ein paar Motorradfahrerinnen. Hinter uns kommt dann noch eine Fußgruppe und dann ist auch schon der Paradewagen, auf dem die Prominenz mitfährt. Die Parade geht bis kurz nach ein Uhr und endet auf der Marktstätte mit dem Verlesen der Forderungen des CSD-Konstanz. Dabei werden auch wiederholt Transsexuelle und Transgender genannt, was mich natürlich sehr freut.Forderungskatalog CSD Südwest Konstanz vom 14.07.2007.

Während der Parade ist noch Angelika zu uns gestossen und als alles vorbei ist, gehen wir in den Stadtgarten und schauen uns erst mal um was es alles gibt. Wir essen eine Kleinigkeit (Pizza) und versuchen was zu trinken zu finden. Leider finden wir keinen Stand, wo es was wirklich etwas durstlöschendes gibt, wie z.B. ein Apfelsaftschorle. Es gibt nur einen Stand, wo es etwas alkoholfreies gibt und dort gibt es nur so süsse Limonade, die uns im Moment nicht zusagt. Also verlassen wir das Fest und wollen zum Konzil gehen, um dort was zu trinken. Dabei kommen wir am Stand von TransUlm vorbei und ich sehe, daß eine Bekannte da ist, die ich letztes Jahr, daß letzte Mal gesehen habe. Es freut mich sehr, sie hier zu sehen und nachdem wir uns begrüßt haben und ich meine Begleiterinnen vorgestellt habe, gehen wir alle zusammen zum Konzil. Dort bestellen wir uns was zu trinken und plauschen erst mal ausgiebig. Kurz vor drei Uhr geht Farah zur Bühne, denn ihr Auftritt naht. Wir zahlen auch alle und weil die eine Bekannte weiter muß, verabschieden wir uns von ihr und ich hoffe, das ich sie bald wieder sehe.

Der Auftritt der Wehnüsse ist meiner Meinung nach sehr gut, nur könnte die Beschallung etwas besser sein, denn die Hintergrundgeräusche sind doch etwas lauter als heute Morgen. Nach der Aufführung gehen wir erst mal ins Lago. Angelika möchte gerne noch ein wenig shoppen gehen, wozu mir ehrlich gesagt inzwischen die Lust vergangen ist. Auch Farah hat nicht so wirklich Lust auf Shopping. Farah und ich verspeisen erst mal ein Eis und ich hoffe, daß das etwas meine Laune hebt. Aber leider ist das nicht der Fall. Angelika hat zwischendurch den Laden von "Bijou Brigitte" unsicher gemacht und ein paar neue Schmuckstücke erstanden. Wir gehen aus dem Lago raus und als wir vor dem Einkaufszentrum das Lokal "Seehase" entdecken, entschliessen wir uns, uns dort noch ein wenig auszuruhen und eine Kleinigkeit zu trinken. Nachdem unsere Getränke kommen, mache ich mal für ein paar Minuten die Augen zu, denn ich bin inzwischen ziemlich müde und ich merke, daß ich sehr früh aufgestanden bin. Während wir in dem Lokal sitzen, kommt die Idee auf, daß wir unseren Seehasentratsch ja mal dort abhalten könnten. Das würde vor allem vom Namen her sehr gut passen. Nachdem wir ausgetrunken und gezahlt haben, verabschiedet sich Angelika von uns, denn sie möchte sich noch für heute Abend umziehen und dann frisch bei unserem Stammtisch zurück zu kommen. Farah und ich gehen in den Stadtgarten zurück. Wir gehen Backstage, was zum Glück ohne Probleme geht, da Farah einige vom Organisationsteam kennt und ja auch selbst aufgetreten ist. Hier hinter der Bühne ist es sehr angenehm, schön schattig und man hört genug um alles mitzubekommen, was auf der Bühne vor sich geht. Eine der Höhepunkte ist als Didi auftritt. Ich finde er hat eine sehr gute Stimme und er interpretiert die Lieder, die er singt sehr gut. Nach seinem Auftritt, kommt er auch hinter die Bühne und ein paar Fans von ihm umlagern ihn auch gleich. Er hat eine sehr sympathische Ausstrahlung und leider komme ich nicht dazu, mich mit ihm mal kurz zu unterhalten. Aber ich will ja auch nicht aufdrinlich sein. Um 19.00 Uhr tritt Lilo Wanders auf. Kurz vorher, habe ich noch ganz kurz ein paar Worte mit ihr gewechselt, bevor sie zur Bühne geht. Als ihr Auftritt vorbei ist, gehen Farah und ich in Richtung Schmitts, damit wir auch rechtzeitig zum Seehasentratsch kommen. Bilder vom CSD

Kurz vor dem Schmitts sehen wir Angelika und Liliane vor uns gehen und wir betreten fast zeitgleich das Lokal. Ich bin froh, endlich hier zu sein, denn ich habe riesigen Hunger. Immerhin habe ich seit heute Morgen nur ein kleines stücken Pizza und einen kleinen Eisbecher gegessen. Wir sitzen drin und sind insgesamt zu fünft. Ich bestelle einen Bodenseefischteller, den ich das letzte Mal auch schon gegessen habe. Deshalb hoffe ich auch, daß er auch wieder so üppig ausfällt, wie letztens. Wir müssen eine ganze Weile auf das Essen warten, aber dafür kommt es auch fast Zeitgleich auf den Tisch. Das Essen ist, wie immer ganz hervoragend und nach dem Essen hebt sich meine Laune zusehens. Gegen Mitternacht, wollen dann meine Begleiterinnen den nächsten Programmpunt des Tages angehen und zum Partyschiff gehen. Ich habe schon heute Nachmittag gesagt, daß ich da nicht mitgehen werde. Da Farah noch ihre Schminktasche bei mir im Auto hat und das nicht so weit vom Schmitts entfernt steht, biete ich meinen Begleiterinnen an, daß ich sie zum Hafen mitnehme, was auf allgemeine Zustimmung trifft. Dort angekommen verabschieden wir uns und ich fahre nach Hause. Dort komme ich um 1.00 Uhr an und gehe auch gleich sehr müde ins Bett.

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