Dienstag, 9. Mai 2006

Ein Samstag im Mai als Frau

Im Cafe Walker in Überlingen

Ausgehen in Überlingen



Es ist Samstag Nachmittag und es wird langsam Zeit mich zu richten, damit ich mich rechtzeitig mit Angelika und Mary-Loo in Überlingen treffen kann. Also erst mal schminken und dann passende Klamotten aussuchen. Zum Glück ist es sonnig und auch angenehm warm, so daß ich meine neue erworbene Tunika und weiße Hosen anziehen kann. Als ich dann soweit bin, daß ich ausgehen kann, kommt der Moment, daß ich meine Wohunung verlassen muß und zur Tiefgarage zu meinem Auto. Ich bin sehr aufgeregt und mein Herz pocht wie wild, aber egal, ich muß los. Erst mal an der Haustür hören, ob es im Haus ruhig ist und ich ungesehen durch das Treppenhaus komme. Also schnell raus, die Türe abschliessen und los geht es. Vor der Tür der Tiefgarage angekommen, noch einmal kurz Luft holen, da ich ja nicht weiß und auch nicht abschätzen kann, ob jemand da ist. Tatsächlich kommt mir ein junger Mann mit einem großen Koffer entgegen. Zum Glück kann ich mich in der Tür an ihm so vorbei schlängeln, daß er mich wohl nicht so richtig gesehen hat. Schnell ins Auto und los. Im Auto werde ich wieder ruhiger, da ich mich hier sehr sicher fühle. Ich komme auch ohne Probleme nach Überlingen und finde einen Parkplatz im Parkhaus Post. So, jetzt heißt es erst einmal wieder Mut fassen und sich auf die Strasse wagen. Ich merke dabei sehr schnell, daß ich mit meinen Sandaletten nicht sehr schnell gehen kann und mir Zeit nehmen muß. Die ersten Passanten, die mir entgegen kommen, zeigen keine Reaktion auf mich, was mich in meiner Selbstsicherheit doch etwas bestärkt. Also weiter zu Uferpromenade. Dort angekommen, sehe ich auch schon Mary-Loo, ihre Frau und deren Tochter entgegen kommen. Wir Begrüssen uns und gehen in Richtung des Lokals, wo wir uns mit Angelika treffen wollten. Nach wenigen Metern sind wir dort angekommen und Angelika winkt uns zu. Wir gehen zu ihr und begrüssen sie und setzten uns zu ihr. Die Sonne scheint und es wird ein sehr angenehmer Aufenthalt am See. Gegen Später kommen leider ein paar Wolken auf und es sieht so aus, als ob ein Gewitter los brechen will. Wir beschliessen, zu zahlen und noch ein paar Meter zu gehen. Da ich nicht gerade naß werden möchte, verabschiede ich mich und gehe wieder zu meinem Auto und fahre nach Hause. Der Nachhauseweg ist völlig ruhig. Ich wurde erst wieder nervös, als ich in die Tiefgarage fahre. Zum Glück ist niemand da und auch auf dem Weg in meine Wohnung treffe ich auch niemanden und komme dort wohl behalten an. Ich bin sehr froh, daß ich mich raus getraut habe und das alles so gut lief. Darauf hin beschliesse ich, daß ich am Abend zusammen mit einem guten Freund und einer Freundin nach Lindau mit gehen, natürlich auch en femme.

Der Abend als Frau

Es sind noch zwei Stunden, bis ich mich mit Elmar treffen möchte. Also genügend Zeit sich noch ein wenig zu relaxen und sich für den Abend vorzubereiten. Noch ein kleines Nickerchen, damit ich am Abend fit bin und das Make-Up noch ein wenig auffrischen und schon ist es soweit, daß ich los muß. Wieder wird es mir ein wenig flau im Magen, da es doch sehr ungewohnt ist für mich als Frau meine Wohnung zu verlassen. Ich habe mich entschieden die gleiche Tunika wie am Nachmittag anzuziehen, dazu einen beigen Jeansrock und dazu passende Mokkasins. Also bevor ich meine Wohnung verlasse, das gleiche Spiel wie schon am Nachmittag. Erst mal hören ob niemand im Haus ist und dann los. Es ist das erste Mal, daß ich bei strahlenden Sonnenschein, den Weg zu Elmar als Frau mache. Ich bin gespannt was er sagen wird. Ich gehe durchs Haus und ich begegne wie so oft, niemanden. Das ist eben der Vorteil eines Wohnblocks, wo man sehr annonym leben kann. Ich weiß von den meisten Mitbewohnern noch nicht mal deren Name, oder weiß ob der oder diejenige die ich manchmal im Treppenhaus begegne dort wohnen oder nur zu besuch sind. Ich gehe also die Strasse hinunter und biege dann unten an der Kreuzung ab. Ein Autofahrer schaut sich sogar nach mir um, liegt es vielleicht daran, daß er den Mann erkennt oder bin ich vielleicht doch sogar ein wenig attraktiv? Egal, ich komme gut bei Elmar an und seine Reaktion ist sehr positiv. Ich bin sehr gespannt, wie die Reaktion der Anett auf mich sein wird, da sie nicht weiß, daß ich mitkommen werde und natürlich nicht, daß ich als Frau mitkomme. Nach ein paar Minuten klingelt es und wir gehen runter zu ihr. Sie sieht uns beide und begrüßt Elmar, mich würdigt sie keines Blickes. Ich begrüsse sie, aber immer noch keine Reaktion, erst als Elmar ihr klar macht, wer ich bin und ich noch einmal ein paar Worte sage, wird ihr klar, wen sie vor sich hat. Klasse, denke ich, wenn mich jemand Bekanntes nicht erkennt, dann die vielen Aussenstehenden erst recht nicht und ich fühle mich plötzlich unheimlich sicher. Wir fahren also nach Lindau und quatschen ein wenig, nicht nur über mich sondern auch über anderes. In Lindau müssen wir ein paar Meter zu Fuß gehen und die Passanten die uns entgegen kommen, zeigen wieder keine Reaktion auf mich. Klar wir sind zu dritt, zwei Frauen und ein Kerl. In der Bar wo wir hin wollten, finden wir einen schönen schummrigen Platz und der Abend wird ein voller Erfolg. Gegen Später, kommt noch ein Bekannter von Elmar, der mich auch schon mal vor ein paar Jahren kennen gelernt hat, an den Tisch und er merkt auch nicht, daß sich unter der Schminke und der Auffmachung ein männlicher Körper befindet. Als wir es sagten, war er ganz ungläubig. Schön das ich anscheinend ein ganz passables Passing habe, denke ich. Gut es ist ziemlich dunkel, mal sehen wie es nachher im Bowlingcenter aussieht. Denn wir haben uns entschieden in Friedrichshafen ins Seaside Bowling zu gehen. Dort ist es einiges heller, als in Lindau und wir nehmen einen Platz ein, der nicht unbedingt von allen Seiten einsehbar ist, aber ich fühle mich sehr entspannt und wohl. Das mag vielleicht auch daran liegen, daß ich doch ein paar Pils getrunken hatte. Wir bestellen noch was zu trinken und ich denke mir, die Bedienung schaut so komisch, ob sie was ahnt? Egal, ich darf das und es ist nicht verboten. Langsam macht sich jedoch die Natur bemerkbar und ich müßte mal auf die Toillette. Zum Glück geht es Anett ähnlich und wir gehen zusammen dorthin. Im Bowling ist nicht sehr viel los und wir begegnen nur ein zwei anderen Besuchern auf dem Weg dorthin und die merken nichts. Wir gehen nach dem kleinen Geschäft wieder zurück zu unserem Platz. Es ist 01:30 Uhr und wir beschliessen nach Hause zu gehen. Anett fährt mich noch bis zu meiner Haustür und ich verabschiede mich und bedanke mich für den schönen Abend. Im Treppenhaus kommt mir auch niemand entgegen und ich komme überglücklich in meiner Wohnung an. Ich fühle mich Großartig. Mir ist klar, daß ich in Zukunft öfters als Frau ausgehen werde und das so oft wie möglich. Der Abend war einer der schönsten Abende, die ich jemals hatte.

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