Mittwoch, 27. November 2019

Tokio 2019

APA Hotel Gyoenmae
Im Oktober war ich zwei Wochen in Tokio. Ich berichte hier kurz über meine Erlebnisse und wie ich den Taifun Hagibis in Tokio erlebt habe.

Im Oktober war ich das zweite Mal in Japan, genauer gesagt war ich wieder in Tokio. Wie schon vor zwei Jahren, war ich wieder im Stadtteil Shinjuku. Allerdings war ich in einem anderem Hotel, als das letzte Mal und das Hotel war auch auf der anderen Seite der Bahnlinie die durch Shinjuku verläuft.

Anreise


Der Flug verlief reibungslos, so wie ich es von der Lufthansa erwartete. Der Flug dauerte etwas über 11 Stunden und ich konnte dieses Mal während des Fluges, dank Ohrstöpsel, sogar ein wenig schlafen. Die Einreiseformalitäten waren wie schon beim letzten Mal sehr unkompliziert und dauerten nicht lange. Für den Transfer vom Flughafen Haneda zum Bahnhof Shinjuku nutzte ich einen Bus. Diese Art des Transfers ist meiner Meinung nach die bequemste und billigste Variante. Die Fahrt durch die Stadt dauerte ca. 45 Minuten. In Shinjuku angekommen, nahm ich dann mein Gepäck und ging zu Fuß zum Hotel, was ca. 20 Minuten gedauert hat. Da die Sonne schien und es ziemlich warm war, bin ich dabei ein wenig ins Schwitzen geraten. Ich bin so gegen 14.30 Uhr im APA Hotel Gyoenmae angekommen, was bedeutete, dass ich eine halbe Stunde zu früh für den Check-in im Hotel war. Eigentlich hätte ich erst ab 15.00 Uhr einchecken können, aber die halbe Stunde zu früh, war kein Problem, denn ich konnte mein Zimmer sofort beziehen. Dort habe ich dann erst mal geduscht und mir was frisches angezogen, denn immerhin war ich jetzt über 24 Stunden auf den Beinen und dank des Spazierganges zum Hotel auch wieder munter.

Das Hotel


Hotelzimmer
Mein Zimmer war ähnlich groß, wie schon das Hotelzimmer vor zwei Jahren. Es hatte ein großes Bett, einen Fernseher, einen Schreibtisch sowie Dusche und WC. Es hatte keinen Schrank, so dass ich aus dem Koffer leben musste, was aber kein Problem war. Es hatte ein Fenster, das ich aber nur einen kleinen Spalt öffnen konnte. Aus dem Fenster konnte man nicht hinaus schauen, denn das Glas war aus geriffelten Milchglas, das mit feinen Drahtfäden verstärkt war. Das Bad sah genauso aus, wie in dem Hotel vor zwei Jahren, nur mit dem einen Unterschied, dass die Toilettenbrille nicht beheizbar war. Mein Zimmer lag im 9 Stock und es hatte insgesamt 14 Stockwerke. Das Hotel hatte ein eigenes Restaurant, in dem ich dann auch am ersten Abend etwas gegessen habe. Ich bin am ersten Abend früh ins Bett gegangen. Immerhin wurde es schon um 17 Uhr dunkel und ich hatte die Nacht zuvor nicht so viel geschlafen.

Der erste Tag


Senso-ji
Am nächsten Tag bin ich nach dem Frühstück zuerst zum Meiji-Schrein gegangen und habe mir dort einen neuen Glücksbringer (Omamori) gekauft. Vom Meiji-Schrein bin ich danach zum Yoyogi-Park gegangen, der direkt neben dem Meiji-Schrein liegt. Dort war ich nicht lange, ich habe mich nur ganz kurz umgeschaut und bin dann anschließend mit der U-Bahn weiter nach Asakusa gefahren und habe den Senso-ji aufgesucht. Dort habe ich mir noch ein paar Glücksbringer gekauft und habe eine Kleinigkeit gegessen. In Asakusa gibt es sehr viel zu entdecken, so habe ich unter anderem dort ein Eulencafe besucht, welches ich schon vor zwei Jahren in einer der Einkaufsstrassen entdeckt hatte.

Auf dem Rückweg ins Hotel, ist mir dann noch der Akku des W-Lan Routers ausgegangen, so dass ich unterwegs kein Internet mehr auf meinem iPhone hatte. Zum Glück war ich zu dem Zeitpunkt schon wieder in Shinjuku. Dummerweise, war ich auf der Seite des Bahnhofs, wo ich zuvor noch nie war, so dass ich ein wenig herumgeirrt bin, bis ich den Weg zurück ins Hotel gefunden habe. Dort angekommen, war ich für den ersten Tag ziemlich fertig. Der Jet-Lag hat mir dann doch noch etwas ausgemacht. Ich bin deshalb auch wieder recht früh ins Bett und habe die Nacht auch sehr gut geschlafen, wie ich alle Nächte in Tokio sehr gut geschlafen habe.

Taifun Hagibis


Am Morgen vor dem Taifun
Ich habe schon vor dem Abflug mitbekommen, dass ein Taifun angekündigt war. Dieser sollte am Samstag auf Tokio treffen. Im japanischen Fernsehen, wurde mit sehr ausführlichen Sendungen über die Gefahren des Taifuns berichtet. Das ganze hat mich natürlich sehr betrüblich gestimmt. Immerhin bedeutete dies, dass ich einen Tag meines Aufenthaltes abschreiben konnte und das Hotel nicht verlassen können würde. Ich habe also bevor der Taifun am Samstag kommen würde noch den Donnerstag und den Freitag gehabt, an denen ich mir etwas in der Stadt anschauen konnte. Am Samstag Morgen war es schon ziemlich windig und sehr regnerisch. Die ansonsten sehr belebte Strasse vor dem Hotel war ziemlich menschenleer, aber die drei Konbinis, die ich vom Hotel aus sehen konnte, waren alle noch geöffnet. Deshalb habe ich mir gedacht, dass das mit dem Taifun vielleicht doch nicht so schlimm kommen würde, wie vorhergesagt, also habe ich mir nach dem Frühstück einen Regenschirm geschnappt und wollte bis zum Starbucks  in der gleichen Strasse gehen. Ich bin aber nicht sehr weit gegangen, denn nach nur wenigen Metern, war meine Hose und meine Schuhe nass, also bin ich wieder umgedreht und habe darauf hin den Rest des Tages in meinem Zimmer verbracht. Ich bin zwar zu Mittag einmal mit dem Fahrstuhl nach unten gefahren und habe im Hotelrestaurant eine Kleinigkeit gegessen, aber sonst habe ich mich nicht getraut den Fahrstuhl zu benutzen. Das Hotel hat kein Treppenhaus, sondern nur Notfalltreppen im Freien. Wenn man also nach unten wollte, musste ich einen der drei Fahrstühle benutzen und mir war das Risiko, dass während des Taifuns ein Stromausfall passiert und ich darauf hin im Fahrstuhl stecken bleibe würde zu groß. Also bin ich im Zimmer geblieben.

Am Abend, bevor der Taifun seine größte Stärke erreichen würde, verspürte ich plötzlich ein leichtes Wanken des Hotels und ich hatte einen leichten Panikanfall. Vor dem Wanken hatte ich Jogginghosen und Sweatshirt an. Als ich das Wanken verspürte, wusste ich erst nicht, ob dies von einem der Windböen kam und das Hotel ins Wackeln versetzt hat, oder ob es ein leichtes Erdbeben war. Ich habe mich darauf vor lauter Panik erst mal richtig angezogen, für den Fall, dass das Hotel doch evakuiert werden sollte. Ich hatte mir auch die Tage vorher, einen kleinen Vorrat an Wasserflaschen zugelegt und im Kühlschrank hatte ich drei Onigiri, für den Fall, dass ich einen Tag nichts zu Essen bekommen würde. Ich war dann fast bis Mitternacht komplett angezogen auf meinem Bett und wartete, daß der Sturm nachlassen würde. Er hat dann gegen 22.30 Uhr nachgelassen und ich wusste erst nicht ob es nur das Auge des Taifuns ist oder ob wirklich alles vorbei sei. Es war dann zum Glück alles vorbei und ich wagte es dann mich im Nachtgewand zum Schlafen ins Bett zu legen.

Nach dem Taifun


Der Tag nach dem Taifun
Am nächsten Tag schien die Sonne und von den Verwüstungen war in Shinjuku zum Glück nichts zu sehen. Es hat keinen Stromausfall gegeben und das einzige, das anders war, war, dass die Strassen sehr ruhig waren. Ich bin am Morgen nach dem Taifun durch die Strassen von Shinjuku gewandert und es war alles erstaunlich ruhig. Ich habe nur ein paar kaputte Regenschirme in ein paar Ecken liegen sehen, die U-Bahn hatte noch ihren Dienst eingestellt und die Geschäfte hatten alle noch geschlossen. Die meisten Geschäfte machten jedoch gegen Mittag wieder auf. Auch der Park hinter dem Hotel hat erst um 14.00 Uhr geöffnet. Dies war auch der Tag, an dem ich am meisten zu Fuß  während meines Aufenthaltes in Tokio, gegangen bin. Nach dem Schrittzähler meiner Apple Watch, habe ich an diesem Tag 29.332 Schritte gemacht und bin 17,1 Kilometer gegangen. Ich bin am Nachmittag, durch den Gyoen Park zum Meiji-Schrein gegangen und von dort mit der U-Bahn nach Shibuja gefahren, habe dort im Starbucks meinen geliebten Matcha Frappuchino getrunken und bin dann wieder am frühen Abend zu meinem Hotel zurück gekommen. Da es sehr warm war und ich auch ziemlich ins Schwitzen gekommen bin, war das glaube ich dann auch Auslöser für die Erkältung, ich mir darauf hin eingefangen habe.

Odaiba - Gundam


Am Montag nach dem Taifun, war das Wetter nicht mehr so schön wie noch am Sonntag und ich bin mit leichten Halsschmerzen aufgewacht. Da es regnete, dachte ich mir, es wäre ganz gut, wenn ich etwas unternehmen würde, wo ich nicht im Freien unterwegs sein muss. Ich bin also nach Odaiba gefahren und habe dort den riesigen Gundam vor dem "Diver City" Kaufhaus gesucht. Zuerst habe ich mich trotz Navi verlaufen und ich wollte schon unverrichteter Dinge, wieder zurück fahren, als ich dann doch den Kopf des Gundam sah und ich somit wusste, wo ich hin gehen musste. Der Gundam ist beeindruckend groß und auch die Gundam Base, die im obersten Stock des Kaufhauses liegt, vor dem die Statue steht, ist auch sehr beeindruckend groß. Hier finden glaube ich, die Fans dieser Animeserie, alles, was das Herz höher schlagen lässt. Ich bin jetzt nicht der Gundam Fan, aber ich glaube, man sollte die Statue einmal gesehen haben. Außerdem bietet das Kaufhaus noch mehr, als nur die Gundam Base, so dass man hier einen ganze Weile verbringen kann, wenn mal schlechtes Wetter ist. Viel mehr von Odaiba habe ich dann allerdings nicht besucht, denn mir hat Odaiba nicht gefallen. Es sieht sehr eintönig und sehr modern aus. Es erinnerte mich ein wenig an "Tatis herrliche Zeiten" und dementsprechend, könnte Odaiba auch ein Vorort von Paris oder Madrid oder einer anderen Stadt der Welt sein.

Sehenswürdigkeiten


Die nächsten Tage habe ich mir dann noch einige der Sehenswürdigkeiten angeschaut, so bin ich einmal durch die Einkaufsstrasse Ameyoko neben dem Bahnhof von Ueno gegangen und habe mir dort einen Rucksack gekauft; dann war ich im Hie-Schrein, war im Nezu Museum, bin nochmal durch die Takeshita-Street gegangen und habe ein Crepe gegessen, war nochmal in Akihabara, im Zojoji Tempel und dem daneben liegenden Tokyo Tower, war in Asakusa und habe eine Rikscha Tour gemacht und habe eine Flussrundfahrt auf dem Sumida gemacht. Nur an einem Tag musste ich leider im Hotelzimmer bleiben, denn die Erkältung, die ich mir eingefangen hatte, hat mich dann doch flach gelegt. Am letzten Tag war ich dann noch mal auf dem Tokio Metropolitan Goverment Building, von wo aus man einen sehr schönen Blick auf Shinjuku und die angrenzenden Stadtbezirke hat.

Fazit und Ausblick 

Mir hat der Urlaub sehr gut gefallen und ich hoffe, ich kann bald wieder nach Japan reisen. Leider war dieser Urlaub sehr teuer. Im Vergleich zu dem Urlaub von vor zwei Jahren, hat er mich gute EUR 1.000,-- mehr gekostet. Der Flug hat EUR 400,-- mehr und das Hotel hat gute EUR 500,-- mehr zu Buche geschlagen. Dabei war das Hotel kein Luxushotel, sondern ein ganz einfaches Hotel auf dem Niveau eines Ibis-Hotels. Sollte ich nächstes Jahr wieder nach Tokio reisen, würde ich wahrscheinlich versuchen, wieder in dem Ibis-Hotel in Shinjuku unterzukommen wo ich vor zwei Jahren schon einmal war, aber ich möchte, falls ich nächstes Jahr tatsächlich nach Japan reisen sollte, dann doch lieber erst mal nach Osaka reisen. Vielleicht ist es aber auch besser, nächstes Jahr nicht nach Japan zu reisen, denn 2020 finden in Tokio die Olympischen Sommerspiele statt und es ist, glaube ich, mit sehr vielen Touristen zu rechnen, was wahrscheinlich auch die Preise sehr stark in die Höhe treiben wird. Während meines Aufenthaltes fand gleichzeitig die Rugby Weltmeisterschaft in Japan statt und ich vermute mal, dass dies einer der Gründe war, weshalb alles ein wenig teurer war, als vor zwei Jahren. Ich habe jedenfalls noch ein wenig Zeit, bis ich mich entscheide, ob ich 2020 nach Japan reisen werde oder vielleicht doch wo anders hin gehen werde. Taiwan wäre auch noch ein interessantes Reiseziel, wie ich finde. Ob ich nächstes Jahr verreisen werde, kann ich also im Augenblick noch nicht sagen. Vielleicht ergibt sich ja auch noch eine andere Option, mal sehen.

Die Reise im Freischnauze Podcast


Wenn du mehr über meine Reise nach Tokio erfahren möchtest, so kann ich dir die 142. Folge des Freischnauze Podcasts empfehlen "FS-142: Michaelas Reise nach Tokio", in der ich mich mit meiner Freundin Jeanette über meinen Aufenthalt in Tokio unterhalte.


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