Freitag, 26. Februar 2010

Gastbeitrag von Farah: Werde ich jemals glücklich?

Farah transidente Reporterin
Farah Moderatorin
und Reporterin

Ursprünglich hochgeladen
von Michaela-W
Als transidente Frau ist das Leben oft einfach nur ein Kampf, der nie endet. Ich muss mir immer wieder Diskriminierung gefallen lassen. Ich muss erklären, warum ich so bin und was Transidentität überhaupt bedeutet usw. Manchmal wünschte ich mir ich wäre einfach ein ganz "normales" Mädchen geworden.
Wenn ich Frauen und Mädchen beobachte wie sie unbeschwert lachen und keine Angst vor Jungs oder Männern haben, bilde ich mir ein zu wissen wie schön das Leben sein kann.
Mein Leben war immer von Zweifeln, Traurigkeit und auch Zurückweisung geprägt. Meine Seele ist dadurch stärker geworden, aber eben auch vernarbter. Ich glaube richtig glücklich werde ich nie werden. Aber dazu führe ich auch ein zu reflektiertes Leben und stelle mich und mein Handeln zu sehr in Frage. Das unbeschwerte Sein, einfach den Moment genießen fehlt mir in meinem Leben.
Dennoch gibt es auch in meinem Leben fröhliche Stunden und manchmal habe ich sogar den Eindruck, dass ich dadurch dass ich die Traurigkeit als Teil meines Lebens akzeptiert habe ein Stück ausgeglichener bin als andere Menschen.

In diesem Sinne, vergesst nicht: Die Würde des Menschen
ist unantastbar !

Gruß Farah

Kommentare:

  1. Ja,das ist sehr sehr richtig...Ich bin völlig mit Dir einverstanden!!!Ich verstehe sehr gut.. ;(

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Farah, diese Phase geht vorüber, aber du darfst dir auch nicht selbst im Weg stehen. Die Menschenwürde ist unantastbar? Ja schon, aber das bedeutet auch, das ganz große Pferd zu streicheln.
    Meide die Menschen, die dir nicht gut tun und suche die Nähe derer, die gut zu dir sind.
    Ich hab mir manches Mal wehtun lassen, indem ich immer wieder zu denen gelaufen bin, die mich immer als Mann in Frauenkleidern sehen werden. Das ist aber deren Problem, nicht meines.
    Bleib einfach weg da, wo sie doof zu dir sind und versuch doch, ein wenig Freude am schönen neuen Leben in Frauenland zu empfinden. Du gehörst jetzt dazu, du musst dich nur noch richtig einleben :-)
    Liebe Grüße, Svenja

    AntwortenLöschen
  3. Das kenne ich es geht mir genau wir dir. Ich habe oft die gleichen Gedanken.
    Ich glaube es hat unter anderem mit dem Alter zu tun. Wenn die erste Zahl eine vier wird,kommen solche Gedanken.

    AntwortenLöschen
  4. Entschuldigt bitte, wenn ich mich jetzt etwas krass ausdrücke, aber der Hinweis auf die "Vier vorne" ist natürlich Unsinn. Bei mir wird im nächsten Jahr eine Sieben vorne stehen. Deshalb werde ich den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern mein Leben weiterhin genießen. Und das kann ich Allen nur empfehlen: GENIESST EUER LEBEN. Das ist auch ein Menschenrecht!

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Farah, du schreibst, du wärst gerne ein "normales Mädchen" geworden und dass dich andere vielleicht nicht akzeptieren, weil du TS/TI bist. Du bist doch schon ein normales Mädchen! Das, was in deinem Kopf bzw. in deiner Identität ist, kannst du sowieso nicht mehr ändern, es bist du, deine Seele bleibt immer gleich! Und wenn sie weiblich ist, perfekt!

    Ich denke, je mehr du erklärst und nachdenkst, desto schwieriger wird es auch für andere. Wenn du dich selbst akzeptieren kann, dann werden dich andere auch leichter akzeptieren. Dass dich zuerst andere akzeptieren und dann erst du dich selbst, geht eigentlich nicht.

    Ich bin selbst auch TS, aber ich schreibe nicht mehr darüber und denke auch nicht mehr darüber nach. Es ist alles schon sehr lange her (2001-2003). Es kommen nun auch keine neuen Probleme mehr dazu.

    Ich hoffe und wünsche Dir, dass die Zeit die Wunden heilt und du vielleicht eines Tages ein wenig inneren Abstand zur Thematik bekommst.

    Glaub mir, der Tag kommt eines Tages und dann bist du frei.

    Innerlich frei.

    Viele Grüße,
    Julia

    AntwortenLöschen
  6. Hm, mit solchen Gedanken stehst Du Dir selbst im Weg und steckst zu allem Übel auch noch in der Rechtfertigungsfalle. Glaub mir, niemand nimmt das Leben leicht, aber andere öffnen, heißt selbst offen sein und bleiben.

    Ich persönlich habe mit keinerlei sexuellen Ausrichtungen Probleme, mich interessiert sowas. Aber auch ich würde wahrscheinlich mit irgendetwas anecken, einfach weil ich es nicht besser weiß. Und wenn ich jetzt auch noch lese, dass es Dich in Selbstzweifel stürzt, könnte eine gewisse Hemmschwelle auch bei mir entstehen und schon ist der Teufelskreis da.

    Ich sehs auch so, umgib Dich mit Leuten, die Dir gut tun-bezweifel nie Deinen Weg. LG Kaddi

    AntwortenLöschen
  7. Niemand ist voll und ganz und jederzeit glücklich und gerade wir haben nunmal ein nicht gerade einfaches Leben.

    Anderseits erkämpfen wir uns eine Form von Selbstentfaltung, die wohl vielen fremd ist. Unsere Transsexualität zwingt uns, uns nicht mehr von aussem bestimmen zu lassen, das kann zu grösserer Freiheit führen als wenn man sogenant normal ist.

    Meine Grossmutter hatte eine lahme Hand, das sah nicht grad schön aus und hat sie ein Leben lang eingeschränkt. Aber sie lernte damit umzugehen.

    Auch wir haben ein Handicap, so wie meine Grossmutter. Das beeinträchtigt in gewisser Weise, bei uns beispielsweise bei der Stellen- oder Partnersuche, aber es ist kein Hindernis um glücklich zu sein.

    Glücklich sein bedingt keine Perfektion, glücklich sein bedeutet, das Beste aus seinem Leben zu holen - im Rahmen der Möglichkeiten die man hat.

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Farah,

    mit interesse verfolge ich Deinen und Michaelas Weg. Ich bin entsetzte, erschüttert, finde nicht gerade die richtigen Worte. ich leb ganz in der Nähe bei Euch aber mir geht es fast gut. Bei der Arbeit, in der Kirchengeminde habe ich mein Platz gefunden und werde als Frau angesprochen und akzeptiert. Ich habe nur eine Bekannte die sich bei Transgender aus kennt und di eund nur die sagt, ich sei noch meilenweit von einer "Frau" entfernt. Aber daran arbeite ich. Last Euch zwei nicht unterkriegen Lg.Martina

    AntwortenLöschen
  9. @Kaddi Ich möchte dich darauf hinweisen, daß Transidentität keine sexuelle Ausrichtung darstellt. Es geht dabei um das gefühlte Geschlecht. Farah hat das recht gut in ihrem Beitrag Transidentität ganz gut erklärt.

    AntwortenLöschen