Samstag, 11. November 2006

Film Ident-X

Vorgestern hat Angelika eine Mail geschickt und mich gefragt, ob ich mit nach Konstanz komme. Dort findet in dieser Woche eine Aktionswoche mit dem Thema "Ideen und Identität" und heute am Freitag findet in diesem Rahmen eine Filmvorführung statt. Es läuft der Film Ident-X . Ich werde mitgehen und mich entsprechend hübsch machen ;-)
Ich mache also zu Mittag Feierabend und fahre nach Hause, damit ich noch genügend Zeit habe um mich zu richten. Immerhin muß ich mich noch rasieren und schminken und tatsächlich war es sehr gut, daß ich rechtzeitig nach Hause bin. Ich werde gerade um 17:45 Uhr fertig und fahre nach Überlingen um mich mit Angelika zu treffen. Wir fahren zusammen nach Konstanz und treffen uns dort noch mit Liliane, die in Konstanz wohnt und von der Angelika auch den Hinweis auf die Aktionswoche erhalten hat. Da wir noch ein wenig Zeit haben, essen wir bei Ihr noch eine Kleinigkeit und fahren anschliessend los. Wir kommen gerade richtig dort an. Es sind schon Einige anwesend und wie es aussieht, sind Angelika und ich die einzigen Transgender, nein nicht ganz. Ein paar Studentinnen haben sich einen Bart ins Gesicht gemalt oder geklebt und laufen als Männer durch die Gegend. An der Kasse fällt es der Kassiererin nicht auf, daß wir keine richtigen Frauen sind und erst nach Hinweis von Liliane, die nicht en femme dabei ist, sieht sie es und wir kommen umsonst rein. Ja, auf der Homepage zu der Veranstalung steht, daß man in "Drag" keinen Eintritt zahlen muß. Gut ich bin zwar keine Drag, aber es ist ein schönes Erlebniss, daß ich als Frau angesehen werde, wenn ich mich entsprechend herrichte. Das hat mir wirklich gut getan und ich bin auch gerne bereit gewesen, die EUR 3,-- Eintritt zu zahlen. Der Film handelt hauptsächlich über Drag-Queens in der Berliner Gay-Scene und gibt mir nicht sehr viel, da das eine Ecke der Transgender Scene ist, mit der ich mich nicht im geringsten identifizieren kann. Ich möchte im Gegensatz zu den Darstellerinnen im Film, eben nicht auffallen und als ganz normale Frau angesehen werden, auch wenn ich das natürlich niemals sein werde. Auch die anschliessende Diskussion ist etwas schwach. Die darauf folgende Musik entspricht auch nicht ganz unseren Vorstellungen und auch die Lautstärke ist einer ungestörten Unterhaltung nicht zuträglich, so daß wir gegen 23:00 Uhr ins Teatercafe umziehen. Dort finden wir sofort einen Tisch und wir können uns ungestört unterhalten. Es gefällt mir sehr gut und ich fühle mich sehr wohl hier, mir wird mal wieder bewußt, daß ich einfach öfter als Frau die Zeit verbringen möchte. Ich werde also versuchen, dies öfter auszuleben und mich so zu geben, wie ich mich fühle. Gegen 1:00 Uhr fahren wir nach Hause und nachdem wir Liliane wieder zu Hause abgesetzt haben waren sind um 2:00 Uhr in Überlingen an meinem Auto. Um 2:30 Uhr gehe ich sehr müde und sehr glücklich ins Bett, nachdem ich mich natürlich abgeschminkt habe.

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