Dienstag, 1. Mai 2007

In Konstanz

Es ist kurz vor zwei Uhr und ich muß los, damit ich rechtzeitig in Konstanz ankomme. Ich bin mit Farah verabredet, die ich bis jetzt noch nicht kennen gelernt habe. Wir haben letzte Woche mal kurz miteinander telefoniert und sie macht einen sehr sympathischen Eindruck. Ich bin gespannt auf unsere erste Begegnung und auch ein wenig aufgeregt. Als ich so auf dem Weg nach Meersburg bin, denn ich werde mit der Fähre nach Konstanz fahren, merke ich, daß heute am Brückentag sehr viele Leute frei haben und ich nicht so schnell vorwärts komme wie ich mir das vorgestellt habe. In Meersburg an der Fähranlegestelle sind dann auch noch ungefähr 2 bis 3 Reihen wartender Autos vor mir, aber aus Erfahrung weiß ich, daß es eventuell ganz knapp reichen könnte, um noch auf der nächsten Fähre mit fahren zu können. Heute ist schönes Wetter, die Sonne strahlt und die Temperaturen sind auch sehr angenehm. Eine Reihe weiter, sind inzwischen so ungefähr 10 bis 15 Quadfahrer vor gefahren und als unsere Reihe dran bekomme ich ein etwas ungutes Gefühl, bei dem Gedanken, ich müßte eventuell bis zur nächsten Fähre warten und das neben all den Typen mit den Quads. Zum Glück reicht es aber doch und ich kann auf der Fähre mitfahren. Mein Auto ist zwar eines der letzten, aber das macht ja nichts. In Konstanz kommen wir so kurz vor drei Uhr an und auf der Fahrt habe ich Farah schon eine SMS geschickt, daß ich wohl erst kurz mach drei Uhr vor dem Karstadt erscheinen werde.

In Konstanz merke ich dann aber, daß hier noch mehr los ist, als auf der anderen Seite des Sees und ich brauche sehr lange, bis ich endlich einen Parkplatz gefunden habe. Ich parke wieder am Döbele und in Ermangelung eines freien Platzes, wage ich es mein Auto auf einer Sperrfläche abzustellen. Ich behindere keinen, da mein Auto doch etwas kürzer ist, als die meisten anderen. Hoffentlich bekomme ich keinen Strafzettel. Am Karstadt treffe ich Farah mit Hilfe des Telefons. Zu was solche Handys nicht alles gut sind. Wir beschliesen, erst einmal was zu trinken und gehen dazu zum Schmitts, wo noch heute Abend eine Party stattfinden wird. Wir sitzen draussen vor dem Lokal und trinken ein Apfelsaftschorle. Wir lernen uns hier erst einmal kennen und ich fasse sehr schnell vertrauen zu ihr. Farah ist sehr kommunikativ und sehr offen und ich mag sie sehr. Nach einer ganzen Weile, wo wir so reden, zahlen wir und machen uns auf, einen kleinen Einkaufsbummel zu unternehmen. Unser Ziel ist es ins Karstadt zu gehen. Farah sucht ein paar Söcken und ich möchte auch mal schauen, was die Damenabteilung hier so zu bieten hat. Immerhin bin ich fast jede Woche einmal hier drin, bevor ich zu meinem wöchentlichen Epilationstermin in Konstanz gehe. Dabei dann aber immer als Mann, da ich von der Arbeit komme und einen entsprechenden Stoppelbart habe. Deshalb traue ich mich dann auch nicht so recht in die Damenabteilung rein, um dort mal ungestört zu schauen. Aber heute geht das ja. Farah möchte, gerne noch ins Lago, einem Einkaufscenter und mir ist das recht, da ich dort noch nie drin war. Also gehen wir los. Auf dem Weg dorthin, beklagt sie sich, daß ihre Schuhe ihr ein wenig Schmerzen bereiten. Ja das kenne ich, da hat man schöne Schuhe, die auch anscheinend gut passsen, aber wenn man einige Kilometer zu Fuß mit ihnen unterwegs ist, dann bringen sie einen um. Im Lago sehe ich gleich, daß es hier viele schöne Sachen gibt, aber leider faßt nur Edelboutiquen, für sehr junge und schlanke Mädchen. Also nichts für mich. Im H&M entdeckt Farah ein schönes Sommerkleid, daß sie zuerst in Größe 38 probiert und dann noch in 36. Das in 36 paßt ihr und ich muß eingestehen, da kommt doch ein wenig Neid hoch. Ich bin froh wenn mir 44 paßt. Aber sie ist ja auch gute 15 Jahre jünger als ich und ich wünsche ihr, daß ihr immer die Kleider in 36 passen werden. Das Kleid ist sogar recht günstig und so kauft sie es auch, zusammen mit einem Pack Söcken. Nach dem wir um Lago ein wenig geschaut haben, gehen wir nochmal ins Karstadt zurück und ich finde hier einen netten dunkelblauen Pullover mit kurzen Ärmeln.

Nach unserem Einkaufsbummel, möchten wir uns noch mal ein wenig ausruhen und Farah, möchte mir gerne den "Klimperkasten" zeigen. Also gehen wir dort hin und zu meinem Erstaunen ist das Lokal sogar recht leer. Wir setzen uns an einem Platz, neben einem Fenster (man kann von der Strasse durch das Fenster herein schauen) und holen uns was zu trinken. Die Zeit vergeht auch hier fast wie im Fluge. Das liegt wohl auch an der Art von Farah, die sehr viel von sich erzählt und auch viele Fragen stellt. Mir gefällt es sehr, zusammen mit ihr und ich hoffe, daß dieses Treffen nicht das letzte war. Inzwischen ist es kurz nach sieben Uhr und wir gehen zu meinem Auto zum Döbele. Angelika wollte auch noch um die Uhrzeit kommen und so rufe ich sie an und wie der Zufall so will, ist sie gerade auch auf dem Parkplatz und wir treffen sie dann auch gleich. Mein Auto hat tatsächlich einen Strafzettel bekommmen und zwar weil es auf einer Sperrfläche steht. So ein Mist, ich muß EUR 25,-- zahlen. Das ist reine Abzocke, aber ich bin ja selbst schuld. Wir gehen noch mal in die Stadt um ein Eis zu essen und danach gehen wir wieder zu unseren Autos zurück. Angelika fährt Farah zu ihrem Auto, daß doch etwas weiter weg abgestellt ist und da Farah immer mehr Probleme mit ihren Schuhen hat, ist sie ihr sehr dankbar dafür. Wir verabreden uns für 21 Uhr im Schmitts.

Angelika und ich gehen, nachdem wir wieder am Döbele sind, dorthin und setzen uns drausse, da wo ich heute schon einmal saß , hin und bestellen was zu essen. Wir bestellen einen Salatteller, der dann auch nach einigen Minuten kommt. Er schmeckt sehr gut und ist auch sehr üppig, so daß ich als ich alles gegessen habe, gut gesättigt bin. Wir zahlen und gehen ins Schmitts rein. Inzwischen ist es dunkel und wir wollen einen der wenigen und damit wohl auch kostbaren Tische mit Sitzgelegenheiten sichern. Immerhin will gegen Später, Liliane noch dazu kommen. Kurz nach neun, kommt Farah wieder zu uns, sie hat das Kleid von heute Nachmittag noch an und wir versuchen uns noch ein wenig zu unterhalten. Die Musik ist noch nicht so laut, aber es wird schwierig. Es sind noch nicht so viele Gäste da, aber ich vermute, daß es gegen später mehr werden wird. Ich traue mich, angesichts der noch sehr freien Tranzfläche sogar mal dorthin und versuche mich im Takt der Musik, anmutig zu bewegen. Farah, Angelika und noch ein paar Andere tanzen und so denke ich, daß ich dabei mich nicht unbedingt lächerlich mache. So gegen zehn, halb elf, kommt Liliane. Sie sieht wie immer sehr gut aus. Das Schmitts wird immer voller und unser Tisch wird inzwischen auch von anderen Gästen als Getränkeabstellort genutzt. Mir gefällt es immer weniger, da es mir inzwischen zu voll wird und die Musik zu laut wird. Deshalb entschliesse ich mich um halb eins nach Hause zu fahren. Nach einer kurzeb und herzlichen Verabschiedung verlasse ich das Schnitts und gehe zu meinem Auto. Ja und dabei merke ich, daß es doch ein Unterschied ist, ob man als Mann nachts durch die Strassen geht oder alleine als Frau. Mir passiert zwar nichts, aber ich fühle mich doch etwas unwohl und unsicher jetzt.

Da die nächste Fähre erst um kurz nach ein Uhr geht, fahre ich also aussen um den See und ich bin dann soger kurz vor halb eins bei mir zu Hause.

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