Samstag, 30. Mai 2015

Blogparade: „Faszination Zeppelin“


Anlässlich der Blogparade "Faszination Zeppelin" versuche ich mal, zu beschreiben, was mich an Zeppelinen fasziniert.

Ich bin in Friedrichshafen geboren und aufgewachsen, dadurch habe ich schon sehr früh in meiner Kindheit etwas von den Zeppelinen mitbekommen, immerhin ist Friedrichshafen, die Stadt, aus der die Zeppeline stammen und ohne den Zeppelin, wäre Friedrichshafen nicht die Stadt, die sie heute ist. Schon in der Grundschule wurde uns damals, die Geschichte der Zeppeline nahe gebracht und das für mich damals beeindruckenste war eine Vorführung eines Films von dem Absturz der Hindenburg in Lakehurst. Das muß in der 3. oder 4. Klasse gewesen sein, als ich dieses Zeitdokument das erste Mal gesehen habe. Ich war tief ergriffen, im Angesicht der Bilder und der Stimme des Radioreporters, als er von dem Brand und Absturz der Hindenburg am  6. Mai 1937 live berichtete. Die Stimme des Reporters bewegt mich noch heute zutiefst, wenn ich dies zufällig mal wieder sehe bzw. höre. Damals, Anfang der 1970er Jahre, war es etwas äusserst seltenes und somit auch etwas sehr besonderes, wenn man im Unterricht, einen Film zu sehen bekam, immerhin war es wirklich ein Film mit Filmrolle und Filmprojektor, mit dessen Hilfe, man sich das anschauen mußte, weshalb es mir auch noch so gut in Erinnerung ist.



Kabine der Hindenburg
Nachbau einer Kabine der
Hindenburg
Meine Eltern, haben mir immer wieder erzählt, wie sie als Kind, die Zeppeline erlebt haben. Meine Mutter, sie ist Jahrgang 1926, berichtete, daß sie als Kind, den Zeppelin über Leipzig erlebt hat. Der Zeppelin muß damals recht niedrig über der Stadt geflogen sein und war vielleicht auch im Landeanflug. Sie hat neben den brummenden Motoren auch Musik, von der wahrscheinlich spielenden Bordkapelle gehört. Ich vermute mal, daß sie damals die Hindenburg gesehen hat und ich kann mir ganz gut vorstellen, daß das ein beeindruckendes Erlebnis war, als dieser Riese, über Leipzig geschwebt ist. Meine Mutter erzählt, daß alle Kinder aus der Nachbarschaft auf die Strasse gerannt sind und durch die Strassen schallte es "Der Zeppelin, der Zeppelin". Immerhin war damals, Anfang der 1930er Jahre, Fliegen noch etwas seltenes. Selbst Autos waren noch nicht weit verbreitet. In dieser Zeit hat auch mein Vater, Jahrgang 1923, mindestens einmal einen Zeppelin über sich gesehen, er stammt aus dem Sudentland. Er empfand es auch sehr beeindruckend, so ein großes Luftschiff über die Landschaft schweben zu sehen. Wenn ich mir heute den Nachbau, des Innenraums der Hindenburg im Zeppelin Museum in Friedrichshafen anschaue, so kann ich mir gut vorstellen, daß das Reisen damals eine recht angenehme Sache war, auch wenn die Kabinen, recht spartanisch aussehen, gabe es doch die Möglichkeit, sich die Zeit zu vertreiben und dies auf recht angenehme Art und Weise. Meine Eltern berichten beide, daß sie sich in ihrer Kindheit nie hätten träumen lassen, daß sie mal in der Stadt leben würden, aus der diese fliegenden Zigarren damals kamen.

Gerippe Zeppelin NT
Zeppelin NT in Halle 10
Mit dem Unglück in Lakehorst, war es dann erst mal lange vorbei mit der Ära der Zeppeline in Friedrichshafen. Erst 1997, wurde der Plan, eine neue Art von Zeppelinen zu bauen Realität. Damals wurde, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, extra für den Bau des Zeppelin NT die Messehalle 10 auf dem Messeglände in Friedrichshafen gebaut. Heute ist in der ehemaligen Halle, der Mediamarkt, das Cinemax, der Burgerking, sowie ein Fitnesstudio drin. Beim Jungfernflug des Zeppelin NT, war ich sogar vor Ort und habe das Abheben des Zeppelins mit beobachten können. Ich war damals Arbeitsunfähig, weil ich mir ein paar Wochen zuvor einen Bänderriss an meinem rechten Knöchel zugezogen hatte und als der Start des Zeppelins hätte sein sollen, stand ich auf dem Balkon mit Krücken meiner erst wenige Wochen zuvor bezogenen Wohnung in der Ailinger Strasse. Der Zeppelin war auf dem Messeparkplatz startbereit und ich konnte ihn von meinem Balkon aus nicht richtig sehen. Meine Eltern waren mit mir auf dem Balkon und wir warteten sehr gespannt auf den Erstflug des neuen Zeppelins. Wir mußten eine ganze Weile warten, bis der Zeppelin endlich abhob und über uns hinwegflog. Es war sehr beeindruckend für mich das erste Mal einen richtigen Zeppelin zu sehen. Ein Luftschiff hatte ich zwar schon früher gesehen, aber dies waren eben keine Zeppeline sonder Prallluftschiff, sogenannte Blimps. Solche Blimps sind die Jahre zuvor in Friedrichshafen, immer wieder mal geflogen, meistens zu Werbezwecken. Goodyear war damals die einzige Firma, die solche Luftschiffe fertigte. Natürlich war ich damals sehr froh, daß der Start so gut geglückt ist und in den folgenden Wochen, konnte ich den Zeppelin immer wieder mal über der Stadt seine Kreise fliegen sehen, denn er mußte damals, noch seine Flugzulassung erwerben und dazu waren ausgiebige Erprobungsflüge notwendig, jedenfalls stand das damals so in der Zeitung.

Mittlerweile ist der Zeppelin über den Dächern von Friedrichshafen fast alltäglich geworden, aber dennoch ist es für mich ein nicht alltägliches Fluggerät. Durch das langsame dahin gleiten der Luftschiffe, wirken sie auf mich viel natürlicher und organischer, als ein Flugzeug, das schnell von A nach B fliegt. Der Flug mit einem Flugzeug ist sicherlich sehr effizient und schnell, aber es macht auf mich nicht den Eindruck, als ob es für den Menschen geschaffen ist.

Graf Zeppelin
Statue des Graf Zeppelin vor dem
Graf Zeppelinhaus
Ich bin noch nie mit einem der Zeppeline mitgeflogen und mein Vater hat mehrfach geäußert, daß er gerne mal mit einem Zeppelin mitfliegen würde, aber leider sind mir und meinen Eltern, die Preise für so einen Rundflug einfach zu hoch. Ich denke, mein Vater würde mit seinen inzwischen 91 Jahren, wenn er die Gelegenheit hätte, sofort mitfliegen und ich hoffe, ich habe irgendwann mal genügend Geld übrig, daß ich mir den Luxus eines Rundfluges über den Bodensee leisten kann. Ich stelle mir den Flug mit einem Zeppelin sehr ruhig und entspannt vor. Ich denke, daß man dabei, die Landschaft sehr viel besser sehen und geniesen kann, als mit einem Flugzeug. Ich wünsche mir, daß es wieder große Zeppeline geben würde. Zeppeline, mit denen man Reisen kann, mit Hilfe derer sperrige Güter transportiert werden und Zeppeline, mit denen man Rundflüge machen kann, nicht nur am Bodensee, sondern überall auf der Welt. Ich bin der festen Überzeugung, daß die Zukunft der Zeppeline bzw Luftschiffe noch kommen wird. Ich war deshalb auch sehr betrübt, als das Projekt des Cargolifters nicht realisiert werden konnte, aber wie ich inzwischen gehört habe, gibt es anscheinend in den USA Bestrebungen, ein ähnliches Konzept zu realisieren, wie beim Cargolifter, welches sich Airlander nennt. Ich wäre jedoch sehr erfreut, wenn es ein ähnliches Projekt mit Beteiligung bzw. unter Federführung der Zeppelin Luftschifftechnik GmbH & Co KG geben würde und in Friedrichshafen, wieder große Zeppeline gebaut werden würden.

Ich habe anlässlich der Blogparade ein ganz kurzes Video mit Blick auf dem Zeppelin aufgenommen:


Vlog 30.05.2015 - Blogparade: Faszination Zeppelin auf dem Kanal von Michaelas Welt

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Kommentare:

  1. Liebe Michaela, erfülle doch deinem Vater seinen Traum. Egal was zwischen euch war oder ist ,oder vielleicht auch nicht ist. Mit91 Jahren so einen Flug zu machen ist nicht nur für deinen Vater unvergesslich, sondern für dich auch. Du hast es ihm ermöglicht, was schöneres gibt es glaube ich nicht. Kauf die Karten und fliege selbst mit !
    Gruß, Christel

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  2. Das würde ich gerne machen, wenn es nicht so kostspielig wäre. Ein halbe Stunde Rundflug über Friedrichshafen kostet zur Zeit ca. EUR 200,-- und eine Dreiviertelstunde sogar EUR 400,--, davon könnte ich einen ganzen Monat leben. Das ist es meinen Eltern und mir nicht wert.

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