Dienstag, 10. Mai 2016

Mein Blog feiert 10 jähriges Jubiläum

Wie alles begann


Das erste Posting meines Blogs schrieb ich am 09.05.2006. Es hat den Titel "Ein Samstag im Mai als Frau". Ich habe mich damals vor 10 Jahren, dazu entschlossen, einen Blog zu starten, weil ich damals begonnen hatte, zu meiner weiblichen Seite zu stehen und dieses auch öffentlich leben wollte. Ich habe damals noch in der männlichen Rolle gelebt und ich hatte damals noch sehr viel Angst, mich als Frau in die Öffentlichkeit zu wagen. Ich hatte damals erst kurz zuvor mit einer Psychotherapie begonnen und war im März, das erste Mal in weiblicher Kleidung, mit Perücke und geschminkt zusammen mit Elli Hunter in Kempten in einem Einkaufszentrum unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen als Frau, waren also damals noch sehr spärlich und deshalb war es damals auch sehr aufregend für mich, mich mit anderen Transgender an der Uferpromenade in Überlingen zu treffen, vor allem, da ich ja in Überlingen arbeite und damals sehr viel Angst davor hatte, daß irgendeiner meiner Kolleginnen oder Kollegen, mitbekommen könnten, was mit mir los ist. Ich habe damals meinen Blog als Tagebuch meiner Ausflüge und Spaziergänge genutzt. Ich wollte zum einen im Blog festhalten, was ich geschafft habe, denn jeder Spaziergang als Frau, war für mich ein Stück Befreiung, und zum anderen sollte der Blog anderen transidenten Personen bzw. Transgender Mut machen, daß auch sie sich in die Öffentlichkeit wagen können und keine Angst zu haben brauchen. Gerade diese Angst vor der Öffentlichkeit, hat mich viel zu lange davor abgehalten, so zu leben, wie es für mich passend ist. Ich freue mich, daß heute die transidenten Menschen, immer jünger werden, denn es ist ein Hinweis, daß heute die Akzeptanz von Menschen, die nicht in das übliche zweigeschlechter Modell passen, größer geworden ist.

Was mir mein Blog bedeutet


Ich hätte damals nicht gedacht, daß mein Blog nach 10 Jahren immer noch existiert und ich durch das Bloggen, so viel gewinnen würde. Durch das Bloggen, habe ich irgendwann angefangen zu fotografieren, ich habe begonnen Videos zu machen und ich habe begonnen zu podcasten. Alles Dinge, die ich ohne meinen Blog, wahrscheinlich nicht begonnen hätte. Ohne all dies, wäre ich wahrscheinlich auch nie nach Berlin zur re:publica gefahren und ich hätte nicht all die lieben Menschen kennenlernen können, die mir im laufe der Zeit ans Herz gewachsen sind (Ich habe auch viele liebe Menschen durch das Bloggen ausserhalb von Berlin kennengelernt). Mein Blog ist für mich der Dreh und Angelpunkt meiner Aktivitäten im Netz. Das ich inzwischen auch bei Twitter, Facebook und Snapchat bin, spielt für mich keine so wichtige Rolle wie mein Blog. Mein Blog hat manchmal therapeutische Wirkung und manchmal ist er mir auch lästig. Durch meinen Blog und meinen anderen Aktivitäten, nehme ich auch meine Umwelt etwas anders wahr, wie früher. Heute habe ich immer wieder den Gedanken im Hinterkopf, ob das was ich gerade erlebe oder worüber ich mir Gedanken mache, es Wert wären, sie in meinem Blog zu veröffentlichen. Ganz vieles davon, schafft es nicht in meinem Blog, denn ich möchte meinen Blog nicht als geistigen Mülleimer missbrauchen, aber er hilft mir manchmal, mir schreibender Weise über manche Situationen bzw. manche Gedanken klarer zu werden, als wenn ich dies nicht textlich festhalten würde. Manchmal verpasse ich auch die Gelegenheit über etwas zu schreiben, was mir eigentlich am Herzen liegt, weil ich einfach nicht die Zeit finde darüber zu schreiben oder ich habe oftmals auch keine Lust dazu, was ich dann auch bedauere.

Ausblick


Ich weiß, daß mein Blog nur ein kleiner Blog ist, aber ich bin über jede Leserin und jeden Leser froh, die sich die Zeit nimmt, meine Artikel zu lesen. Mir ist auch bewußt, daß ich keine begnadete Schriftstellerin bin, aber ich hoffe, daß ich mich doch so ausdrücke, daß das was ich schreibe, verständlich ist. Ich danke deshalb allen Abonnentinnen und Abonnenten des Blogs und ich werde sicher noch eine ganze Weile weiter bloggen. Ich hoffe ich kann euch liebe Leserinnen und Leser, etwas mit meinem Blog geben, auch wenn ich ganz viel über mein Leben und meine Gedanken blogge und ich oftmals der Meinung bin, daß das was ich erleben, nichts besonderes ist, aber ich wünsche mir, ihr könnt all dem etwas positives abgewinnen und ich würde mich  gerne mehr mit euch austauschen, deshalbe bitte ich euch, schreibt eure Meinung zu meinen Postings in die Kommentare. Ich freue mich über eure Meinung und über einen Austausch mit euch.

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