Montag, 27. Dezember 2010

Weihnachten ist vorbei

Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei und das normale Leben geht weiter. Ich bin sehr froh, daß die Feiertage vorbei sind, denn auf der einen Seite mag ich die Weihnachtsfeiertage und auf der anderen Seite bin ich jedes Jahr froh, wenn sie vorbei sind. Ich esse sehr gerne und mir macht es auch viel Freude an diesen Tagen, das gute Essen meiner Mutter zu geniesen, aber ich finde es auch irgendwie anstrengend, jedesmal den braven Sohn spielen zu müssen. Ja ihr lest richtig. Ich kann bei meinen Eltern nicht so auftreten, wie ich das gerne möchte, nämlich als Frau. Meine Eltern, ganz besonders meine Mutter, wollen mich nicht als Frau sehen. Mir ist klar, daß es ihnen schwer fällt, mich als Frau zu akzeptieren, aber ich wünsche mir doch, daß sie irgendwann einmal akzeptieren können, daß ich eine Frau bin, auch wenn meine Anatomie etwas anderes vermuten läßt. 

Gestern habe ich einen für mich sehr wichtigen Teil meiner Familie eingeweiht, nämlich meinen Bruder, meine Nichte und ihren Mann. Mir ist das nicht leicht gefallen, auch wenn ich jetzt doch schon etwas Übung habe, mich zu outen. Ich war sehr nervös und sehr aufgeregt und ich bin jetzt sehr erleichtert, daß sie es sehr viel besser aufgenommen haben, als meine Eltern letztes Jahr. Mir ist bewußt, daß so ein Coming-Out für jeden Beteiligten überraschend kommt, denn es wird ja jedesmal eine Illusion zerstört und zwar die Illusion bzw. die Annahme über das Wesen eines Menschen. Ich hoffe, daß sie mich auch in Zukunft so akzeptieren, wie sie mich in meiner alten Rolle akzeptiert haben. Ich bin da aber ganz zuversichtlich, daß sie das tun werden. Jetzt werde ich erst noch mal versuchen meine Eltern dahin zu bewegen, daß sie mich als Frau zumindest tolerieren und ich ihnen auch so entgegen treten darf, denn mein Wunsch ist es, daß ich meinen Geburtstag, der langsam näher rückt, als Frau mit meiner Familie feiern kann.

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Kommentare:

  1. Ich finde es wirklich mutig von Dir, das Du dich jetzt offiziell outest. Ich denke das es nicht anders geht, da Du sonst nicht glücklich werden würdest und dich immer verstecken bzw. verstellen müsstest. Wünsche Dir aber weiterhin viele gute Erfahrungen bei deinem outing. Ausserdem kommt es nicht darauf an was der Mensch ist sondern wie er ist.

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  2. Auch ich wünsche Dir viele gute Erfahrungen besonders viel Erfolg und lange Ausdauer mit Deinen Eltern

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  3. Abschiedstelefonat mit meiner Mutter „Ich wünsche kein Kontakt mehr !!
    Drei Jahre lang hab ich für XXXX bei meinen Eltern für eine kleine Akzeptanz und Verständnis gekämpft aber alle Gespräche wurden immer im Keim erstickt. Eine Zukunft als XXXX in der Familie sehe ich als Traum der nie in Erfüllung geht.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg viel Glück und viel Ausdauer

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  4. @Anonym
    Ich hoffe, daß deine Mutter, den Kontakt zu dir nicht abbricht und das sie dich doch noch als XXXX akzeptieren kann.

    Ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr 2011.
    GLG

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  5. Hey! Bin gerade über das Schlagwort "Interview" bei der bloggerei auf dein Blog gestoßen.

    Hammer interessant, besonders deine Transgender-Einträge! Ich vermute mal, dass es hier in der Großstadt tendenziell einfacher ist, sein Leben als Frau im männlichen Körper zu leben. Vielleicht ist das aber auch nur ein Vorurteil ;)

    Viel Erfolg und Kraft bei deinem "Switch" und viele Grüße aus Berlin.

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  6. Ist eine Kugel in Kopf doch das Beste für alle.
    1. Meine Eltern brauchen sich nicht mehr mit einer Trans…. Auseinandersetzen
    2. Ihr Statusleben in der Gesellschaft bleibt gewahrt.
    3. Meine Geschwister hatten so wie so kein Kontakt mehr mit mir
    4. Eine davon hat mir ein Jahr meiner Zeit gestohlen als sie mich in die Klapse brachte.
    5. Und mir dadurch auch noch mein Kind wegnahm.
    6. also was soll`s
    7. Ich frage euch wo ist da noch ein Sinn?
    8. Viele sagen der Selbstmord ist keine Lösung aber niemand spricht von Erlösung
    Noch habe keinen Mut aber die Zeit kommt wo es Bum macht.

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  7. lebe dein leben sie tun es ja auch ...lass dich nicht zerstören...davon hat niemand etwas...kopf hoch...

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    1. Das tue ich auch. Inzwischen haben meine Eltern es halbwegs akzeptiert. Ich werde meistens noch mit meinem alten Namen angesprochen, aber inzwischen versuchen sie, zumindest gelegentlich, mich auch mit meinem neun Namen anzusprechen.

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