Sonntag, 9. Dezember 2012

Nach dem Klinikaufenthalt

Am Freitag ging es wieder nach Hause. Morgens, kurz nach dem Frühstück, war die Visite, bei der, der Assistensarzt von Dr. Liedl, Dr. Markowski, noch einmal das Ergebnis der Operation vom Montag in Augenschein genommen hat. Er meinte es sehe alles sehr gut aus und ich solle mich noch ein wenig schonen. Ich fragte ihm, wie es denn mit dem Sitzen aussehe, denn ich kann mich ja schon ohne größere Probleme hinsetzen und ich habe dabei auch keine Schmerzen. Er antwortete darauf, daß ich nicht gerade fünf Stunden am Stück sitzen solle und wenn ich Schmerzen verspüre, solle ich aufstehen und mich bewegen. Immerhin wurde bis sehr weit nach hinten, in Richtung Damm, genäht und wenn ich mich gerade hinsetze, dann sitze ich auf der Naht. 

Die Visite hatte mich gerade beim Schmincken überrascht und nach dem ich mich fertig geschminkt hatte und angezogen hatte, habe ich meine sieben Sachen zusammengepackt und habe mich auf dem Weg nach Hause gemacht. Ich hatte mein Auto eine Seitenstrasse weiter geparkt und ich war gespannt, ob es noch da war. Als ich das Auto am Sonntag geparkt hatte, hatte ich zwar darauf geachtet, daß es nicht in einem Parkverbot oder gar in einem Halteverbot oder sonst irgend einer besonderen Parkfläche steht, aber ich war mir nicht ganz sicher, ob ich auch wirklich alles richtig beachtet hatte. Umso mehr habe ich mich gefreut, daß es noch so da stand, wie ich es verlassen hatte. Der nächste spannende Moment war, als ich versuchte das Auto zu starten. Immerhin hatte es die letzten Tage immer wieder mal geschneit und es war ziemlich kalt gewesen und zu meiner Freude sprang mein Auto ganz ohne Probleme an und ich konnte die Heimfahrt antreten.

Inzwischen war es kurz nach 9 Uhr und das erste was ich erlebte, war ein Stau auf dem mittleren Ring, weshalb ich mich dazu veranlasst sah, den mittleren Ring in die andere Richtung zu befahren, wobei es in dieser Richtung auch ein paar Hindernisse gab, die den Verkehr behinderten, aber ich kam gut aus München raus und ich war nach guten zwei Stunden wieder zu Hause.

Ich hatte während der Fahrt keine Schmerzen im Operationsgebiet, wobei es hat schon etwas gezwickt. Zu Hause angekommen, habe ich begonnen, die Nahtstellen mit Bepanthen Wundsalbe zu pflegen, so wie ich es schon nach dem ersten Teil der Operation im Februar getan hatte. Eine Stelle ist immer noch geschwollen. Zum Glück merke ich, daß die Schwellung langsam nachlässt, wobei es, wenn es nach mir geht, es auch schneller besser werden könnte. 

Zum Glück bin ich nicht so sehr beeinträchtigt, wie nach der Operation im Februar, weshalb ich mich traute, gestern am Samstagmorgen einkaufen zu gehen und mich am Nachmittag mit meiner Freundin Farah in Friedrichshafen zu treffen. Wir sind gemeinsam ins Kino gegangen und haben uns den Film "Ralph reichts" angeschaut. Zum Glück sind die Kinosessel schön weich gepolstert gewesen, so daß ich hier erst mal keine Unannehmlichkeiten zu erwarten hatte.

Am Abend waren wir dann noch bei unserem monatlichen Stammtisch. Dort hatte ich dann allerdings einige Probleme beim Sitzen, denn die Stühle und Bänke sind zwar auch weich gepolstert, aber leider nicht so weich die die Kinostühle und  sie sind so angelegt, daß ich ziemlich aufrecht sitzen mußte. Ich habe es mir im laufe des Abends ein paar Mal, der länge nach liegend, auf einer der Bänke bequem gemacht und ich bin früher nach Hause gefahren, als sonst üblich. Ich war dann auch sehr froh, daß ich den Abend gut überstanden hatte und mich aller beeinträchtigender Kleidungsstücke entledigen konnte.

Wie schon erwähnt, sind noch sehr viele Fäden vorhanden, die das Operationergebnis zusammen halten. Ich habe dies heute morgen das erste Mal so richtig realisiert, als ich mich geduscht habe. Ich habe mich heute das erste mal getraut, mit meinem Zeigefinger, alles ganz vorsichtig abzutasten. Dabei habe ich gemerkt, daß noch sehr sehr viele Fäden vorhanden sind und das es sich fast überall noch recht stachlig anfühlt. Kein Wunder, daß es immer wieder mal pikst. Eine winzig kleine Stelle ist noch offen und ich hoffe, daß sich diese offene Stelle bald schließt. Wahrscheinlich ist diese offene Stelle auch dafür verantwortlich, daß ich immer noch daß Gefühl habe, als wäre ich dort wund. Wie gesagt, es sind keine großten Schmerzen, nur ab und zu einmal sticht es und ich merke, daß etwas gemacht wurde, aber die Operation ist ja noch nicht mal eine Woche her und ich darf auch keine Wunder erwarten. 

Morgen am Montag werde ich erst mal zu meinem Hausarzt gehen und ich bin gespannt, was er zu dem Ergebnis sagt. Ich gehe davon aus, daß er mir für die nächste Woche eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen wird, wobei ich hoffe, daß es nur diese eine Woche werden wird. Immerhin habe ich noch einiges, das ich im Büro zu erledigen habe.

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Kommentare:

  1. Wunder waren gestern, heute ist Heilung angesagt. Schone dich!

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    1. Ja das werde ich machen. Es braucht eben alles seine Zeit.

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  2. Zeit ist das wertvollste Gut, das der Mensch hat. Nur kann er leider nicht (mehr) mit dieser Resource umgehen. Haushalten ist angesagt. Also, ran an die Zeit. Genau.

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  3. Hallo Michaela, schön, das es schon so gut aussieht! Ich drücke Dir weiterhin die Daumen für eine gute Heilung!

    Liebe Grüße!

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