Freitag, 22. Dezember 2006

Einkaufen vor Weihnachten

Heute hatte ich frei. Eigentlich wollte Karin zusammen mit mir nach Freiburg fahren. Aber da sie noch einiges zu erledigen hat, haben wir das auf nächste Woche verschoben. Also habe ich heute erst mal schön ausgeschlafen und dann ein wenig im Internet gesurft. Dann so gegen halt 2 habe ich begonnen mich zu richten. Ich mußte mir noch ein paar Sachen vor den Feiertagen besorgen. Sowas wie Zahnpasta, Toilettenpapier, Kaffeepads und Milch. Also habe ich mir gedacht, daß was Du sonst in der männlichen Rolle machst, kannst Du genauso gut auch als Frau machen. Also habe ich mich entschieden, den Einkauf en-femme zu erledigen. Ich habe mich für den organgefarbenen Rolli, den es mal bei Tchibo gab, entschieden und die Stretchjeans, die ich letztens schon an hatte. So gegen 2 Uhr bin ich los und bin erst mal in die Stadt gefahren, da ich noch etwas Geld holen mußte. Ich bin also in das Parkhaus am See gefahren und mußte bis zur Ebene 4a herunter fahren, bis ich einen Parkplatz gefunden habe. Ich holte dann erst mal ein wenig Geld am Geldautomaten der Deutschen Bank, die dem Ausgang des Parkhauses schräg gegenüber liegt. Dann habe ich einen kleinen Spaziergang am See unternommen, denn wer weiß wann das nächste Mal wieder die Sonne scheint. Es war herrliches Wetter und gar nicht viel los an der Uferpromenade. Als ich am Graf-Zeppelin Haus angekommen bin habe ich kehrt gemacht und bin wieder zurück gegangen. Ich habe die Gelegenheit genutzt, daß ich als Frau unterwegs war und bin ins C&A, mal schauen ob es was nettes in der Damenabteilung gibt. Aber ich war nicht in Kauflaune und ich habe noch so viele Sachen im Kleiderschrank, die ich noch nie anhatte, daß ich mir es verkniffen habe, was zu kaufen. Als ich aus dem C&A raus bin, bin ich die Einkaufpassage Richtung Buchhändler raus gegangen und mußte dort feststellen, daß der Laden, in dem es so nette und günstige Tücher gab, geschlossen hat. Schade eigentlich, aber wahrscheinlich war die Miete zu hoch. Es sind nur wenige Geschäfte in der Buchhornpassage, die länger als ein Jahr aushalten.

Danach ging ich in Richtung Parkhaus und schaute noch noch ein wenig durch die verschiedenen Schaufenster der Läden. Das ganze völlig ruhig und entpannt. Nichts, das mich irgendwie, ängstigte. Ja, ich habe mich ab und zu gefragt, was ich hier eigentlich mache, aber ich bin niemanden diesbezüglich Rechenschaft schuldig. Am Kassenautomat des Parkhauses ist mir dann noch ein dummes Malheure passiert. Ich zahle und hole den Parkhauschip aus der Mulde heraus und irgendwie beim Schliessen der Handtasche muß er mir aus der Hand gerutscht sein. Als ich unten am Auto angekommen bin, wurde es mir Heiß und Kalt vor lauter Schrecken, als ich merkte, daß das komische Klappern, das ich vorhin gehört hatte, wohl der Parchip gewesen war, der auf dem Boden landete. Ich bin dann schnell hoch gespurtet, ganz undamenhaft, und zum Glück hat eine Dame, den Chip gerade gefunden. Ich trete also auf sie zu und sage zu Ihr, "Oh, sie haben ihn gefunden" und sie gibt ihn mir. Es gab auch keine komischen Blicke, da ich doch ein wenig meine Containance verloren hatte und nicht so sehr auf meine Stimme achtete, aber sie war wohl immer noch im Rahmen .

Ich bin dann ins Kaufland nach Eriskirch gefahren und habe meine Sachen eingekauft. Es war wie schon letztens einmal, ich wurde nicht beachtet. Auch an der Kasse, habe ich keine komischen Blicke geerntet, jedenfalls habe ich nichts bemerkt. Ich bin, nachdem ich meinen Einkauf verräumt hatte, noch mal in das Einkaufszentrum, denn ich wollte noch ein wenig bei Vögele stöbern, auch wenn ich nichts kaufen wollte. Nach der ausgiebigen Schau dort, bin ich noch in den KiK rein, der ganz frisch aufgemacht hat. Aber ich habe mich dort auch zurück gehalten, was relativ einfach war, da ich nichts passendes für mich gefunden habe. Beim nach Hause fahren, ist mir dann noch eingefallen, daß ich die Zahnpasta vergessen hatte und habe dann noch einen kleinen Abstecher zum dm Drogeriemarkt gemacht. Auch hier, wurde ich nicht komisch angeschaut und ich war völlig entspannt. Ich denke es kommt darauf an, daß man zu dem was man macht steht. Es ist besser zu sich zu sagen, ja ich bin eine transsexuelle Frau, als sich ständig davor zu fürchten entdeckt zu werden. Klar wird der Eine oder Andere mal was merken, aber was solls. Ich bin eben so wie ich bin und niemanden darüber Rechenschaft schuldig und ich tue nichts verbotenes. Es entwickelt sich dabei sogar so etwas wie Stolz und Wagemut. Als ich heute Mittag los gefahren bin ,war ich noch ein wenig ängstlich, jetzt nach dem Einkauf, fühle ich mich wieder wohl und zentriert.

Zu Hause angekommen, habe ich mir erst mal einen Kaffee gemacht und ein Stück Stolle gegessen. Ich werde nachher wahrscheinlich noch eine Stunde auf meinem Heimtrainer Schwitzen, immerhin möchte ich demnächst unter die 80 Kilo kommen. Dieses Jahr habe ich schon 10 Kilo abgenommen und es wäre schön, wenn es noch etwas mehr werden würden. Leider muß ich mich für den Sport erst mal abschminken. Mal sehen, was ich dann heute Abend machen werden, vielleicht bleibe ich ja zu Hause. Ich denke, es reicht, wenn ich morgen Abend aus gehen werde.

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