Montag, 1. Januar 2007

Sylvesterabend

Es ist soweit, ich fahre los und hole meinen Kumpel E... ab. Ich habe mich dazu entschieden, doch mit dem Auto zu fahren, da ich mich nicht der Gefahr aussetzen möchte, mir ein paar Blasen zu zuziehen. Ausserdem habe ich einen nur sehr dünnen Rock an. Es ist ein brauner Stufenrock von Esprit, den ich letztens mal bei Ebay ertstanden hatte. Dazu habe ich ein paar brauner Strumpfhosen von Falk an, die ein hübsches Rautenmuster haben. Obwohl die Strumpfhosen nur die Größe 42/44 haben, passen sie gerade so. Leider gibt es sie nicht größer. Dazu habe ich meine geliebten Stiefel an und oben drüber ein braunes Shirt. Es ist zwar nicht das erste Mal, das ich einen Rock trage, aber die Leichtigkeit des Espritrocks ist doch ungewohnt. Zum Glück ist es ziemlich warm und die Strumpfhosen tun ihr übriges. E... und ich fahren direkt zum Endpunkt unseres heutigen Abends dem "Magic Blue" um dort zu parken. Der Parkplatz ist fast leer, da das "Lukullum" heute geschlossen hat.

Wir gehen die paar Meter zum Steakhaus. E... hat einen Tisch reserviert. Er liegt direkt am Fenster und jeder von draussen kann uns sehen. Auch sind die Tische ziemlich eng bestuhlt. Als wir das Lokal betreten habe ich zwar nicht das Gefühl, daß mich jemand komisch anschaut, aber ich fühle mich igendwie nicht wohl und beobachtet, so wie bei den ersten Male als ich als Frau ausgegangen bin. Am Tisch neben uns sitzt ein Päärchen. Sie sitzt mir schräg gegenüber. Sie hat schwarze leicht gelockte halblange Haare und braune Augen und ein sehr hübsches Gesicht. Ansonsten ist das Lokal voll besetzt. Wir bestellen ein Filetsteak mit Kräuterbutter und Kroketten, obwohl es heute Abend eigentlich nur Menüs gibt, hat mein Kumpel mit der Chefin des Hauses vereinbart gehabt, das wir ausser der Reihe was bekommen, eben so Sachen, die auch in den Menüs vorkommen. Das Filetsteak ist wirklich sehr zart und schmeckt sehr sehr gut. Wir sind froh, daß wir nicht eines der Menüs bestellt haben, denn wenn ich so auf den Nachbartisch schiele, wäre das doch zu üppig geworden. Der Platz den wir haben ist sehr gut, denn wir können die Straße draussen beobachten. Zwischen dem Lokal und dem Nachbarhaus ist eine Einfahrt, in der eine paar türkische Jungs ihre Kracher los lassen. Mein Kumpel regt sich mal wieder darüber auf, aber ich denke mir, las die nur machen, früher in dem Alter, hätten wir auch mitgemacht.

Nachdem wir bezahlt haben, gehen wir den Weg von vorhin zurück. Hier draussen fühle ich mich wohler als in dem Restaurant. Es ist kurz vor 23.00 Uhr und es sind recht viele Leute unterwegs. Als wir am "Magic" ankommen, hält gerade ein Taxi und eine Frau steigt aus. Wir lassen ihr den Vortritt. Wie es scheint, ist sie öfters in der Disco, denn sie scheint den Türsteher zu kennen. E... frägt, ob was los ist und der Türsteher meint, daß ein paar Gäste drin sind. Ich hoffe die ganze Zeit schon, daß es nicht so voll wird, denn ich mag es nicht, wenn zuviele Menschen aufeinander sind, das ganz unabhängig davon, ob ich jetzt als Mann oder als Frau unterwegs bin. Als wir die Disco betreten erkenne ich sofort 2 Leute, die ich vom sehen her kenne. Sie sind Nachbarn von Karin und wohnen im gleichen Haus. Ansonsten, ist niemand da den ich kenne und der mich kennen könnte. Wir gehen in die Sitzecke, in der wir auch schon das letzte Mal Platz genommen hatten und bestellen unsere Getränke. Hier kann ich mich endlich mit E... ungestört unterhalten, denn die Musik ist doch so laut, das die vom Nebentisch nicht mitbekommen, daß meine Stimme nicht zu meinem Äusserem paßt. Wahrscheinlich war das einer der Gründe, weshalb ich mich vorhin so unwohl gefühlt habe, denn ich konnte dort ohne Probleme das Gespräch der Nachbartische mitverfolgen. Ich habe deshalb auch versucht möglichst nicht im tiefen Bass zu reden, was dazu führte, das E... mehrfach nachfragen mußte, da er mich nicht verstanden hatte. Hier im Magic, brauche ich darauf wenigstens keine Rücksicht nehem, ausser natürlich bei der Bedienung. Aber auch hier fühle ich mich irgendwie beobachtet. Die Frau die mit uns rein ist, sitzt vorne an der Bar und sie schaut die ganze Zeit zu uns rüber. Ich weiß jetzt natürlich nicht, ob sie zu mir schaut oder zu E.... Etwas später bekommt sie Gesellschaft von einer jungen blonden Dame und einer etwas kleineren pumligen Schwarzhaarigen. Die Pumlige kenne ich von früher und die drei unterhalten sich angeregt. Ich habe immer wieder das Gefühl, daß ihre Blicke zu uns gehen, aber das kann auch nur Einbildung sein. Als E... mal zur Toilette geht, macht er einen kleinen Abstecher zu den Bekannten an der Bar. Als er zurück kommt, erzählt er mir, daß er darauf aufmerksam gemacht wurde, daß er die schöne Frau nicht so alleine lassen soll. Hups, bin ich damit gemeint oder war das vielleicht ironisch gemeint? Ich nehme es einfach mal als Kompliment hin. E.. muß heute relativ oft zur Toilette, ich komischer Weise bis jetzt noch gar nicht. Gut ich trinke auch kein Bier, sondern Bitter Lemon, aber ich weiß, ich werde irgendwann doch auch den Weg auf dieses stille Örtchen antreten müssen und da sind wieder die Ängste, eventuell entdeckt zu werden. Klar das ich die Damentoilette aufsuchen werde, aber genau das bereitet mir doch ein wenig Bauchweh. Ich weiß nicht was los ist, irgendwie ist es heute mit meinem Selbstbewußtsein nicht weit her. Klar, man ist nicht jeden Tag gleich gut drauf und wie es scheint, habe ich heute einfach einen schlechten Tag erwischt. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, liegt es wohl daran, daß mich etwas beschäfftigt, was mir mehr zu schaffen macht als ich wohl wahr haben will. Gestern oder vorgestern, als ich bei ICQ angemeldet war, hat mir einer, den ich nicht kenne, eine Message geschickt mit folgendem Inhalt "Na du schwuchtel was heißt hier transsexuel", zumindest wollte er das ausrücken. Ich habe darauf geantwortet, daß er erst mal deutsch lernen solle und danach habe ich ihn auf die Igno-Liste gesetzt, aber es hat mich doch mehr verletzt als ich wahr haben möchte. Es macht mir deutlich, daß es eben doch noch sehr viele Menschen gibt, die auf Transsexalität mit sehr großer Ablehnung reagieren bzw. völligem Unverständnis. Eben genau solche Vorkommnisse, veletzen mich mehr als ich mir eingestehen möchte und es braucht wiede eine ganze Weile bis ich mich fange.

Zu Mitternacht stosse ich mit E.. an und wir wünschen uns ein gutes neues Jahr. Er geht dann noch ein paar Mal auf die Tanzfläche, wohin ich mich aber nicht getraue. Ich gehe nicht als Mann zum Tanzen, ausser nach dem 6. Bier, da fehlt mir jetzt erst recht der Mut dazu. Aber das ist auch eines der Sachen, die ich mir für das neue Jahr vornehme, nämlich als Frau auf die Tanzfläche zu gehen. Aber es ist auch sehr schön manche der Tänzerinnen zu beobachten. Vor allem die blonde Dame gefällt mir sehr gut. Sie hat ein schwarzes langes schulterfreies Kleid an, schwarze Strümpe und schwarze Pumps. Sie bewegt sich auch recht anmutig und ich werde neidisch dabei. Mir wird dabei bewußt wie weit ich vom "Frau sein" entfernt bin und wie lange und beschwerlich es werden wird, um nur annähernd dem Vorbild einer Frau nahe zu kommen, aber ich fühle auch, das es die Mühen wert sind. Auch wenn ich mich beobachtet fühle, fühle ich mich doch wohl. Vielleicht ist es normal, daß sich attraktive Frauen beobachtet fühlen und das nicht nur von Männern, denn diejenigen die sehr oft zu uns her schauen das sind die drei Frauen von der Bar. So gegen 1 Uhr ist es soweit und ich gehe auf die Damentoilette. Ich habe gut aufgepaßt ob gerade jemand drin ist und dem ist nicht der Fall. Ich habe also freie Bahn. Ich stiefele los und gehe schnurstracks auf die Damentoilette. Nachdem ich dort fertig bin und meine Hände gewaschen habe, kommt mir beim Öffnen der Tür die Blondine mit dem Kleid entgegen. Huch, das war jetzt unerwartet und aus versehen berühren wir uns in der Tür und ich verusuche mich zu entschuldigen, ich hoffe meine Stimme ist nicht auffällig aber ich denke, sie war genauso erschrocken wie ich. Gegen halb 3 Uhr zahlen wir und wir fahren wieder nach Hause. Zum Glück sind wir mit dem Auto da, denn es fängt gerade an zu regnen. Ich bin kurz vor 3 Uhr zu Hause und bis ich dann ins Bett komme ist es 4 Uhr.

Kommentare:

  1. Hey,

    habe auch mal ein bißchen in deinem Blog gelesen. Gefällt mir sehr gut.
    Dürfte ich deinen Blog vielleicht von meinem aus verlinken ? Würde mich freuen.


    ein schönes neues Jahr.

    Lukas

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  2. Hi Lukas,

    klar kannst Du meinen Blog mit Deinem Verlinken. Ich werde Deinen Blog auch mit meine Blogroll aufnehmen, wenn Du nichts dagegen hast.

    Liebe Grüße,

    Michaela

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