Freitag, 22. Juli 2011

Testbericht über das Samsung Chromebook




Im letzten Posting habe ich das Chromebook von Samsung ausgepackt. Inzwischen habe ich es schon fast eine ganze Woche im Einsatz und kann etwas dazu sagen. Erst einmal gefällt es mir sehr sehr gut. Es ist klein und handlich, wiegt nicht viel (1,3 KG) und die Auflösung des Displays ist hervorragende. Ich finde auch, daß die Tastatur eine angenehme Größe hat, mit der ich sehr gut schreiben kann. Chrome OS ist für mich eine interessante und ernst zu nehmende Alternative für die meisten von mir benutzten Anwendungen. Die meiste Zeit surfe ich im Internet und dazu ist das Chromebook ideal. Der Browser ist schnell und auch die zugrunde liegende Hardware empfinde ich als ausreichend dimensioniert. Es gibt nur ein kleines Manko, nämlich die Reaktionen des Touchpads sind manchmal mangelhaft. Vor allem wenn ich etwas markieren möchte, klappt das manchmal nicht auf Anhieb. 

Die anfänglichen Schwierigkeiten mit der Webcam habe ich zum Glück auch lösen können. In meinen ersten Tests wollte ich auch die Webcam ausprobieren, leider konnten so Anwendungen wie Youtube nicht auf sie zugreifen. Erst als ich im Web nach dem Problem gesucht habe und auch einen entsprechenden Hilfebeitrag in einem Forum gefunden hatte, konnte ich das Problem lösen. Der Grund, weshalb Flash nicht auf die Webcam zugreifen konnte lag daran, daß zwei verschiedene Flash-Versionen installiert sind. Als ich die ältere Versrion deaktivert hatte, ging auch die Webcam. Diese zwei Begebenheiten sind bis jetzt die einzigen zwei Sachen, die ich bemängeln könnte.

Wer den Browser Chrome nutzt, weiß auch wie Chrome OS funktioniert, denn viel mehr als der Browser bietet das Chromebook nicht. Wer also vor einem Kauf, testen möchte, ob er mit einem Rechner auskommt, auf dem nur ein Browser läuft und sonst keine weitere native Anwendung, der probiere einfach mal aus wie er mit Chrome zurecht kommt. Bei dem Test solltest du dann aber keine weiteren Anwendungen nutzen oder einen zweiten Browser. Nutze nur Chrome und die Webapplikationen die im Web Store von Google angeboten werden bzw. die Webseiten, die du eben ansurfst. Der Web Store bietet zur Zeit kostenlose Applikationnen an, die zumeist nur Bookmarks zu Webseiten sind. Ich habe noch nicht ausprobiert, ob einzelne Apps auch ohne Internetanschluss funktionieren, denn das Chromebook verlangt einen Internetanschluss mit einer ausreichend schnellen Verbindung. Für das normale Surfen dürfte wohl eine 3000er oder 6000er DSL-Leitung mehr als genug reichen. Allerdings ist die Geschwindigkeit der Internetverbindung beim Chromebook, das was bei anderen Rechnern die Taktfrequenz des Prozessor ist. Da so gut wie alle Applikationen im Netz ausgeführt werden, ist leicht einzusehen, daß das Chromebook nach einer Highspeed Verbindung verlangt und das umso mehr, je größer die Datenmenge wird, die man überträgt. Eine Anwendung, die wahrscheinlich nicht sinnvoll in der Cloud genutzt werden kann, ist der Videoschnitt. Es gibt zwar mehrere Möglichkeiten im Internet, wo man Videos über eine Webapplikation schneiden kann, eine davon ist z. B. der Videoeditor von Youtube, aber bei den Datenmengen die ein HD-Video erzeugt, kann ich mir nicht vorstellen, daß man erst mal einen oder zwei Tage die Videoclips auf eine Seite hochlädt, um sie anschliessen zu schneiden. Einen Vorteil hätte es dann allerdings doch, wenn das Video schon auf einem Server im Internet liegt, die Übertragung des Videos auf Youtube würde sehr viel schneller möglich sein, als wenn man das Video von zu Hause zu Youtube hochladen würde.

Chrome OS bietet neben den bekannten Features von Chrome natürlich auch einen Dateimanager. Der bietet jetzt zwar nur den Zugriff auf die interne Festplatte und den externen Speicher und zwar so, daß man nicht auf die Systemdateien zugreifen kann, aber mir reicht das. Ich denke, daß das der Stabilität des Systems nur zugute kommt. Vielleicht gibt es ja auch bald eine Webapp, mit der man auch auf alle Dateien des Systems zugreifen kann. Vielleicht gibt es sogar schon so eine App und ich kenne sie nur noch nicht.

Wie ich schon zu Beginn des Berichtes geschrieben habe, gefällt mir das Chromebook sehr gut. Es hat einen gewissen Charme und es funktioniert einwandfrei. Ich brauche mir keine Sorgen um Viren, Trojaner und sonstiges Ungeziefer machen. Es startet in einer Geschwindigkeit, die es mir erlaubt auch mal schnell morgens  nach dem Frühstück meine Emails kontrollieren zu können, ohne groß warten zu müssen, bis das System hoch gefahren ist. Nein, das Hochfahren meines MacBook Pro (MBP) ist akzeptabel, aber es dauert doch wesentlich länger als 8 Sekunden, bis der Anmeldebilschirm erschein. Mit den Einschränkungen, die die Beschränkung auf einen Browser mit sich bringt kann ich leben, denn das Chromebook ist für mich ein Zweitnotebook zum Surfen. Für Anwendungen, wie Videoschnitt, Audiobearbeitung oder Musikgenuss via iTunes habe ich ja noch mein MacBook Pro, auf das ich auch nicht verzichten möchte. Es ist aber im Vergleich zum Chromebook sehr schwer und auch sehr viel grösser. Früher hatte ich ein PowerBook G4 12" in Verwendung und es hat mir von der Größer her sehr gefallen, denn es hat nicht so viel Platz auf meinem Wohnzimmertisch weg genommen, wie das MBP mit 15". Diese Lücke kann jetzt bei mir das Chromebook schliessen. Ausserdem ist die Akkulaufzeit des Chromebooks mit ca. 8 Stunden phänomenal. Ich habe den Akku zwar noch nicht bis zum Ende genutzt, aber die angegebenen 8 Stunden könnten stimmen. Endlich ist kabelloses Surfen Wirklichkeit geworden. Wozu habe ich denn sonst in meiner Wohnung WLAN, wenn ich am Ende an mein Notebook doch wieder ein Kabel hängen muß, damit der Akku hält bzw. nicht mittendrin schlapp macht. 

Wenn ihr noch etwas über das Chromebook wissen möchtet oder über Webapps oder sonst noch etwas anderes von mir, so fragt mich. Ich werde eure Fragen beanworten.

Schau dir das Video an, das ich zum Chromebook aufgenommen habe und in dem ich einiges von den Möglichkeiten und den Besonderheiten des Chromebooks zeige.



Vorstellung des Chromebook von Samsung
auf dem YouTube-Kanal von Michaelas Welt


Ähnliche Artikel:
Das Chromebook ist endlich da
Ist die Cloud die Zukunft?

Kommentare:

  1. Hallo liebe Michaela,
    toller Testbericht, ich habe in direkt auf G+ gepostet und auch in meine Facebook-Seite (Reifis Blog-News) geteilt...
    LG Stefan

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  2. Hi Stefan,
    danke, ich bin selbst überrascht wie viel ich geschrieben habe und gesagt habe, dabei könnte ich noch einiges mehr sagen.
    LG Michaela

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  3. Huhu Michaela,

    habe das Chromebook auch getestet kurz nachdem es erschienen ist. Als oller ITler kann ich leider gar nicht zustimmen, ChromeOS ist keine ernstzunehmende Alternative zu den gängigen Betriebssystemen. Früher oder später werden sicherlich alle in der Cloud landen. Der Fuktionsumfang und das Neuland Cloud sind keine ernstzunehmende "Bedrohung" für Microsoft oder Apple. Chrome OS eignet sich in erster Linie wohl nur für Internet-Cafés, ohne Internetanbindung -und wahrhaftig, mit dem aktuellen System sind wir noch in der Steinzeit des mobilen Internets- taugt das Chromebook wohl zu nicht mehr als einer sehr teuren Buchstütze. Die nächste Zielgruppe wären wohl nur noch kaum erfahrene Benutzer, die sich auf E-Mails lesen, ein wenig surfen, Browserspielchen spielen und Musik hören oder Fotos verwalten beschränken.

    Cloud nach Vorstellungen der Großen bedeutet, das OS wird aus dem Internet geladen, deine Daten sind natürlich auch im Netz, irgendwo auf einem Server, der irgendwo in der Welt steht. Datenschützer schlagen Alarm, prinzipiell wäre das, als würdest du irgendeinem wildfremden der dir auf der Straße begegnet einen USB-Stick mit vertraulichen Daten geben. Der Computer ansich wandelt sich zurück zum "dummen Terminal".
    Chrome OS ist nur der erste Schritt, Cloud Computing (was im Moment sehr von Google geprägt wird) ist ein erheblicher Rückschritt!
    Aber darum geht es nicht alleine. Wartung, Service usw. werden zukünftig vom Hersteller-Personal übernommen, wer braucht dann noch den klassischen Informatiker? Den PC-Service von um die Ecke, etc.? Aufgrund der Ausstattung der Rechner nach Googles und auch Microsofts Vorstellungen, wird auch die Hardware-Branche sehr leiden.
    Webapps, das wäre etwas, was ich nie benutzen könnte. Unkomfortabler geht es kaum. Müsste ich nur allein Twitter via Webinterface benutzen, wäre ich da wohl keinen Monat geblieben. Google Docs, oder überhaupt Google "Office", das ganze System ist wie, wenn man mit einem Rechen versucht den Garten umzugraben. Auch Progrämmchen wie Mozilla Prism machen die Sache nicht angenehmer.

    Die Vorteile sind natürlich auch nicht ausser Acht zu lassen. Viren, Trojaner & Co werden sichtbar abnehmen, das OS bootet blitzschnell und dein "Desktop" ist theoretisch von jedem Chromebook auf der Welt abrufbar - es ist klein, leicht und handlich - aber kommt es wirklich darauf an?

    Cloud nach den momentanen Vorstellungen von Apple, also gekaufte Inhalte wie Musik in der Cloud zu speichern ist vertretbar. Auch Programme die ich online gekauft habe, oder Filme - kein Problem. Das sind zwar "meine", aber nicht wirklich private Daten. Keinen Schritt weiter, mehr darf nicht in die Cloud! Das ganze OS und damit die privatesten Daten auf irgendeinen Server auf der Welt zu laden ist fatal.
    Für Unternehmen eignet sch Cloud Computing in der Tat, für den Privatanwender und besonders für "Poweruser" ist es ein massiver Rückschritt. Man kann nur sehr hoffen, dass es eine utopische Vorstellung verschiedener Unternehmen bleiben wird.

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  4. @MrTimsel
    Ich denke auch, daß ChromeOS zur Zeit noch keine ernstzunehmende Alternative zu einem "richtigen" Betriebssystem darstellt. Deshalb nutze ich es auch nur als Zweitnotebook.

    Ich habe zwar kein iPad (nur ein iPod Touch), aber ich denke, daß es eher eine ernstzunehmden Alternative zum iPad werden könnte und zwar für alle, die etwas kleines leichtes für zu Hause suchen und die eine richtige Tastur haben wollen und die nicht so viel Geld wie für ein iPad ausgeben wollen. Aber wie gesagt, daß waren eher meine Entscheidungskriterien die mich zum Kauf des Chromebooks bewogen haben. Mir gefällt es sehr gut und finde es sehr stylisch :-)
    Liebe Grüsse,
    Michaela

    PS: Ich arbeite auch in der IT-Branche ;-)

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  5. Hallo Michaela,
    kann ich mit dem Chromebook auch Musik (MP3) von amazon.de runterladen und im internen Speicher ablegen? Und kann ich Musik, die ich z.B. über einen USB-Stick auf's Chromebook bringe, auch zu Google Music Beta hochladen? Das wäre für mich so ein Kaufargument, das mir noch fehlt...

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  6. Hi Unbeobachtet,
    also Musik müsste man auf den internen Speicher bringen können, ich habe es allerdings nicht ausprobiert und hochladen geht natürlich auch. Für Musik nutze ich allerdings noch meinen MacBook Pro mit iTunes. Ich glaube, daß die Musik aus dem Internet noch nicht ganz ausgereift ist.
    Liebe Grüsse,
    Michaela

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  7. Das doofe ist, dass die CloudDienste von Amazon und Google in Bezug auf Musik immer noch nicht freigeschaltet sind. Warum die Deutschen immer warten müssen, verstehe ich nicht. Mich ärgert das ein wenig... nein VIEL!

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