Dienstag, 27. November 2012

Aktion gegen das geplante Leistungsschutzrecht

Man kann zwar von Google halten, was man möchte und ich bin gegenüber dieser Firma durchaus positiv eingestellt, das gebe ich gerne zu, denn immerhin ermöglicht sie es, daß ich viele Produkte, die ich nutze, kostenlos nutzen kann. Mir ist auch der Preis dieser Nutzung bewußt und ich bin gerne bereit, meine persönlichen Daten, diesem Konzern anzuvertrauen und natürlich initiiert Google die Kampagne "Verteidige Dein Netz" nicht aus reinem Altruismus, aber ich sehe die Gefahren und Risiken, die das geplante Leistungsschutzrecht birgt genauso wie Google dies auf seiner Seite darstellt.

Da ich hier nicht nur unterschreiben wollte und meinen Unwillen auch etwas aktiver kundtun wollte, habe ich es gewagt dem Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises Lothar Riebsamen folgende Email zu schreiben.

Sehr geehrter Herr Riebsamen,

Sie sind der zuständige Budestagsabgeordnete des Wahlkreises Bodensee in dem ich lebe und deshalb wende ich mich ganz aktuell an Sie um zu erfahren, wie Sie zum geplanten Leistungsschutzrecht stehen?

Dieses Gesetzt würde meiner Meinung nach, unsere freiheitliche Grundordnung auf das schwerste belasten. Wer solch ein Gesetz befürwortet, ist in meinen Augen jemand, der immer noch in einer Welt lebt, wie sie vor 50 Jahren existiert hat. Das geplante Leistungsschutzrecht, möchte meiner Meinung nach, ein überholtes Geschäftsmodell, retten und schützen. Wohin diese Art von Protektionismus führt, sieht man immer wieder an Industriezweigen, die es nicht geschafft haben, frühzeitig den beginnenden Wandel zu erkennen und mitzumachen, wie z.B. die Kohleindustrie. Es führt letztendlich immer wieder zu starken Marktverwerfungen, die durch Eingriffe der Politik hervorgerufen werden und den Steuerzahler viel Geld kosten.

Ich bin keine Person, die für eine völlig liberale Marktwirtschaft steht und manche Eingriffe sind sicherlich nötig und nützliche, aber ein solcher Eingriff, wie es das Leistungsschutzrecht vor hat, ist meines Erachtens völlig antiquiert. Meiner Meinung nach hat es hier eine Lobbygruppe geschafft, sich in Regierungkreisen gehör zu verschaffen, so wie es in dieser Regierung schon oft der Fall war, ich möchte nur an den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Hoteliers erinnern. Solche durch Lobbisten getriebenen Entscheidungen sind nicht gut für das deutsche Staatswesen und führt langfristig zu einer Staatsverdrossenheit und bedeutet auch eine Gefahr für unsere freiheitliche Demokratie.

Aus den oben genannten Gründen bitte ich Sie, sich aktiv gegen das geplante Leistungsschutzrecht einzusetzen. Ich stehe Ihnen auch gerne zu einer weiteren Diskussion zur Verfügung, auch wenn ich keine Spezialistin bin, was den Themenkomplex Urheberrecht angeht.

Mit freundlichen Grüssen,

Michaela Werner
Dipl.-Volksw.

Ich hoffe, daß diese Aktion, etwas bewirkt, denn wie ich schon in der Mail zum Ausdruck bringe, sehe ich in dem Leistungsschutzrecht einen weiteren Schritt, in Richtung Lobbystaat, in dem nur noch die Interessen einflussreicher Gruppen eine Rolle spielen und das Wohl der Gesamtheit der Bevölkerung unter die Räder kommt.

Ich hoffe, daß möglichst viele Personen an dieser Aktion von Google mitmachen werden, denn ich sehe in diesem Gesetzt eine Gefahr für die Freiheit des Internets ähnlich, wie es zu Beginn des Jahres, das ACTA-Abkommen war und ich bitte jeden Leser dieses Blogbeitrages, bei der Kampagne mitzumachen.

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