Sonntag, 6. Dezember 2009

Auf dem Weihnachtsmarkt in Konstanz


Michaela im Sportgeschäft
Ursprünglich hochgeladen von Michaela-W
Alle Jahre wieder ist es so weit und die Weihnachtsmärkte eröffnen ihre Tore. Letztes Wochenende am 28.11.2009 war es auch in Konstanz so weit. Farah und ich haben dem Weihnachtsmarkt in Konstanz einen Besuch abgestattet. Er ist meiner Meinung nach der schönste und größte seiner Art hier am Bodensee. Die vielen unterschiedlichen Stände stehen auf der Marktstätte, teilweise auch in der Unterführung zum See und dann auch noch im Hafenareal. Hier findet man alles Mögliche, von Seife, Socken, Strickwaren, Hüte und Mützen bis hin zu Maronen, Würstchen und natürlich den obligatorischen Glühweinständen.

Natürlich waren wir nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt, denn auch die vielen Geschäfte in Konstanz sind auf das kommende Ereignis eingestellt. Das Lago, eine große Einkaufsmall, war mit den bereits aus dem Vorjahr bekannten Modellen von bekannten Gebäuden aus der Region bestückt. Aber auch das Karstadt, das C&A, die Osiander Buchhandlungen, der Douglas Laden und die vielen anderen kleinen und großen Geschäfte in Konstanz haben sich weihnachtlich heraus geputzt.
Farah unter dem Weihnachtsbaum
Farah unter einem Weihnachtsbaum
Ursprünglich hochgeladen von Michaela-W
Als wir aus dem Lago kamen, haben wir auch noch ein neues Sportgeschäft entdeckt, wo das Foto von mir entstanden ist, wie man oben sehen kann. Farah habe ich natürlich auch noch abgelichtet, passend zur Weihnachtszeit steht sie unter dem großen Weihnachtsbaum, der vor dem Lago aufgestellt ist. Wie ihr sehen könnt, ist er ganz schön groß und wirklich ein Blickfang. Wir waren übrigens nicht die einzigen, die diese Kulisse zum Anlass nahmen, hier ihre Liebsten bzw. ihre Freunde und Bekannten abzulichten.

Wir haben, während wir den Weihnachtsmarkt besucht haben, auch noch ein kleines Video produziert. Hier könnt ihr mich und auch Farah sehen, wie wir den Markt besuchen.



Das Video haben wir am Tag gedreht, am Abend habe wir uns dann noch mit drei Freundinnen getroffen, ebenfalls Transgender. Wir sind dann nochmals über den Markt gegangen und anschliessend sind wir dann in ein nettes Restaurant gegagen. Hier waren wir das erste Mal. Es heißt Radieschen und das Ambiente hat mir sehr gut gefallen. Da ich bereits zu Mittag recht gut gegessen hatte, haben ich hier nur einen kleinen Salat bestellt, der mir sehr gut geschmeckt hat. Wir haben uns unter anderem auch über das Thema Transgender in der Öffentlichkeit unterhalten und uns darüber ausgetauscht, wie man die Situation und Akzeptanz verbessern könnte. Einer der Standpunkte war, daß man sich in die Öffentlichkeit wagen sollte und man bei Diskriminierungen bzw. anderen Problemen diese offen ansprechen sollte. Dies kann sicher dazu beitragen, daß die "normale" Bevölkerung merkt, daß wir auch ganz "normal" sind. Ja, ich weiß, die Meisten von uns versuchen nicht aufzufallen. Meistens gelingt dies auch, vor allem wenn man alleine unterwegs ist. Aber so wie jetzt am Samstag, wo wir zu 4. über den Weihnachtsmarkt gegangen sind, ist es schnell vorbei mit dem Unerkannt bleiben. Wir sind ja alle nicht gerade klein von Statur und wie man sich vorstellen kann, kommt da bei den Passanten sehr schnell der Verdacht hoch, daß wir keine "richtigen" Frauen sind. Entsprechend haben wir auch ein paar Reaktionen erlebt. Keine Negativen, nein im Gegenteil sogar eine durchaus Positive. Einer der Passanten kam zu uns und sagte, daß er unseren Mut bewundere. Letztendlich sind solche Aktionen wie ein Gruppenbesuch eines Weihnachtsmarktes durchaus gut für die Situation aller Transgender, egal ob Transvestit, Crossdresser oder Transident. Auch wenn nur eine kleine Anzahl von Menschen uns registriert hat, aber bei manchen löst es vielleicht doch eine Art von Verstehen und Akzeptanz aus, auch wenn es nur die Erkenntnis sein mag, daß es uns auch gibt und wir Teil der Bevölkerung sind.

Kommentare:

  1. Da sprichst Du ein brisantes Thema an, die Akzeptanz in der Bevölkerung. Das haben wir aber oft selbst in der Hand. Wenn man, wie viele Transgender, Toleranz gegenüber den "normalen" Menschen übt, dann bekommt man oft die gleiche Toleranz zurück. Wenn man aber wie einige Wenige auf "Krawall" aus ist und herumläuft wie ein Paradievogel und laut nach Toleranz schreit, dann fällt das auf uns alle zurück.

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  2. Die Toleranz unseres Gegenübers hängt von so vielen Dingen ab, dass sie schwer vorherzusagen ist.
    Ganz sicher kann sich viel Gutes tun, indem man bestimmte Orte und Zeiten einfach meidet. Das hat nicht einmal etwas mit trans zu tun, sondern ist einfach die Cleverness des Großstädters.
    Und ich bin nicht der Ansicht, dass man gleich auf Krawall aus ist, nur weil man sich einmal auffällig kleidet. Dennoch ist es klüger, unauffällig zu bleiben, aber das würde ich persönlich gar nicht wollen. Ich muss nur immer wissen, wo ich bin und wer um mich herum ist. Gerade zu Anfang unseres Weges, wenn man noch den ExMann in uns erkennen kann, ist das wichtig. Inzwischen spielt das keine Rolle mehr.

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